23. März 2013

ALBA erreicht BBL-Pokalfinale gegen Ulm

Berlin (dpa) - ALBA Berlin hat die Machtübernahme des FC Bayern im deutschen Basketball vorerst abgewehrt. Dank einer abgeklärten und überlegenen Vorstellung im Halbfinale des BBL-Pokals gewann der Rekordsieger locker mit 92:83 (51:37).

Duell
ALBAs Heiko Schaffartzik (l) muss sich gegen Bayerns Demond Greene beweisen. Foto: Jan-Philipp Strobel
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Feierlaune
Deon Thompson feiert nach Spielende mit den Berliner Fans. Foto: Jan-Philipp Strobel
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Zu spät
Bayerns Steffen Hamann kann Yassin Idbihi nicht am Wurf hindern. Foto: Jan-Philipp Strobel
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Gestenreich
Der Berliner Trainer Sasa Obradovic war nicht immer begeistert. Foto: Jan-Philipp Strobel
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Angriff
Ulms Per Günther (l) wird von Branislav Ratkovica von den Artland Dragons angegriffen. Foto: Jan-Philipp Strobel
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Damit zerstörte ALBA die Hoffnung der geschwächten Münchner auf den ersten Titel seit 1968. Für ALBA punkteten gleich sieben Spieler zweistellig, bester Werfer des Heim-Teams in der O2-World war Ali Traoré mit 16 Zählern. Im Endspiel am Sonntag will ALBA gegen ratiopharm Ulm den siebten Cupgewinn feiern, der Vizemeister aus Schwaben hatte zuvor die Artland Dragons in einer am Ende einseitigen Partie 86:77 (37:38) bezwungen.

«Wir haben das Spiel am offensiven Brett verloren. Defensiv, von der Einstellung und der Taktik her kann man nichts sagen. Basketball ist aber ein Spiel, das in der Luft entschieden wird und da hatten wir vorne unsere Schwierigkeiten.», resümierte Bayern-Coach Svetislav Pesic. «Wir haben einen guten Job beim Rebound gemacht, Bayern in der Transition gestoppt und unsere Freiwürfe getroffen. So spielt man große Spiele», meinte ALBA-Trainer Sasa Obradovic. «Man hat definitiv gesehen, dass die Jungs es gewollt haben. Wir dürfen jetzt nicht feiern.»

Angefeuert von Club-Präsident Uli Hoeneß, der die Niederlage mit zusammengekniffenen Lippen verfolgte, konnten die Münchner nur in einem hochklassigen ersten Viertel mithalten. Zum Auftakt trafen beide Teams mehr als die Hälfte ihrer Feldwürfe und begeisterten die 13 011 Zuschauer mit Tempo-Basketball. Für das erste Highlight sorgte der von den Heimfans heftig ausgebuhte frühere Berliner Steffen Hamann, der nach einem Ballverlust von Nihad Djedovic per Dunking zum 16:14 abschloss. Doch immer wieder tobte Bayerns Coach Svetislav Pesic wegen der defensiven Nachlässigkeiten seines Teams an der Seitenlinie. So ging Berlin nach dem Mitteldistanzwurf von Deon Thompson mit 25:22 in die erste Viertelpause.

Im Viertelfinale hatten die Bayern noch den Weg der Brose Baskets aus Bamberg zum vierten Pokal-Triumph in Serie jäh beendet. In Berlin war den Münchnern aber deutlich anzumerken, dass durch den Ausfall von Power Forward Chevon Troutman (Muskelfaserriss) die Präsenz am Brett fehlte: Das Rebound-Duell entschieden die Hauptstädter mit 38:25 für sich. Zu oft kam Berlin so zu Punkten im zweiten Versuch. Bei seiner Rückkehr nach einem Bänderriss mühte sich Münchens Center Jared Homan zwar nach Kräften gegen den starken Nationalspieler Yassin Idbihi und Traoré, konnte aber auch den 14-Zähler-Rückstand zur Pause nicht verhindern.

Beim 73:51 kurz vor Ende des dritten Viertels baute ALBA den Vorsprung sogar auf 22 Punkte aus - und nahm angesichts der jüngsten Belastung in der Euroleague im Schlussabschnitt etwas Geschwindigkeit aus der Partie. Zwar kam Bayern noch auf neun Zähler heran, konnte Berlin aber nicht mehr ernsthaft gefährden.

Somit erfüllte sich nicht der Wunsch von Ulms National-Aufbauspieler Per Günther, der den FC Bayern als Lieblings- Endspielgegner auserkoren hatte. In einem zerfahrenen und deutlich schwächeren ersten Halbfinale setzte sich der Vizemeister am Ende locker durch. Bester Werfer für Ulm war der Amerikaner Steven Esterkamp mit 17 Punkten, zudem kam Star-Center John Bryant auf 16 Zähler und zehn Rebounds. «Wir haben 40 Minuten aggressiver verteidigt», erklärte Ulms Trainer Thorsten Leibenath den Schlüssel zum Erfolg. «Insgesamt war es ein ungefährdeter Sieg, wir freuen uns auf das Finale.»

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