16. August 2012

Augsburg auf Nummer Sicher - Lübeck als Pokalschreck?

München (dpa) - Für den FC Augsburg ist der wenig spektakulär anmutende Pflicht-Kick an der Nordsee eine nette Abwechslung vor dem Start ins zweite Bundesligajahr.

FCA-Coach
Augsburgs Trainer Markus Weinzierl muss mit seinem Team in Wilhelmshaven antreten. Foto: Stefan Puchner
dpa

Beim viertklassigen SV Wilhelmshaven müssen die Schwaben an diesem Freitag ran - und eröffnen damit zugleich die erste DFB-Pokal-Runde aus Sicht der Bundesligisten. Schon vor den ersten Auftritten der Spitzenteams vom BVB, Schalke und Bayern will der FCA sein Zweitrundenticket lösen. Möglichst mühelos, standesgemäß und bloß ohne neue Verletzte.

In den beiden anderen Freitagspartien sind die Zweitligaclubs Eintracht Braunschweig (beim VfB Lübeck) und FSV Frankfurt (bei Sonnenhof Großaspach) favorisiert - ebenfalls im Duell mit Regionalligisten. Insgesamt messen sich in der Auftaktrunde 32 Amateurclubs mit den 32 Profivereinen.

Die Augsburger sind höchst bedacht darauf, dass ihr Spiel medial möglichst wenig Wind entfachen wird. Das nämlich dürfte allenfalls dann der Fall sein, wenn sich der Favorit keinen Strauchler erlaubt. «Unsere Konzentration richtet sich ganz auf Wilhelmshaven», betonte Trainer Markus Weinzierl am Donnerstag, «wir werden den Gegner nicht unterschätzen.»

Allerdings muss der FCA ohne Kreativmann Ja-Cheol Koo auskommen, der nach seinem Olympia-Auftritt mit der südkoreanischen Auswahl noch freibekommen hat. Auch die Verteidiger Jan-Ingwer Callsen-Bracker (Knieprobleme), Marcel de Jong (kanadische Nationalelf) und Ragnar Klavan (gesperrt) fehlen. Jan Moravek hat sich nach seinen Problemen am Oberschenkel dagegen rechtzeitig wieder fit gemeldet.

Die Außenseiter aus Wilhelmshaven treten bereits zum vierten Mal im DFB-Pokal gegen einen Bundesligisten an, bisher setzte es aber jedes Mal vier Gegentore und eine klare Niederlage: 1980 gegen Bochum, 2007 gegen Lautern, schließlich auch vor zwei Jahren gegen Eintracht Frankfurt. Um die Bilanz aufzubessern, hat Trainer Christian Neidhart Augsburg nun sogar beobachten lassen - um sich später nicht vorwerfen lassen zu müssen, die kleine Chance aufs Weiterkommen nicht ernst genommen zu haben.

Neidhart legte in der vergangenen Woche über 1500 Kilometer Autofahrt zur Gegnerbeobachtung zurück. Zum Test des Bundesligisten gegen die Queens Park Rangers fuhr er einmal quer durch die Republik hin und zurück. «In jeder Runde gibt es mal Überraschungen. Warum nicht diesmal in Wilhelmshaven?», fragte der Coach keck.

Mit ziemlich großem Selbstvertrauen greift Braunschweig in den Pokal ein, die Niedersachsen führen nach zwei Partien die 2. Liga noch verlustpunktfrei an. «Wir müssen uns vor niemandem verstecken», tönte Abwehrmann Deniz Dogan. Lübeck allerdings ist für Pokalüberraschungen bekannt, vor drei Jahren schmiss der VfB etwa Mainz 05 in Runde eins raus. Trainer der Norddeutschen ist pikanterweise auch noch ein Ex-Braunschweiger: Ramazan Yildirim lief von 2007 bis 2009 für die Eintracht auf. «Wahnsinn, dass es schon nach so kurzer Zeit zum Duell kommt», meinte er.

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