WM-Qualifikation
10. Oktober 2017

Australien beendet syrisches Quali-Märchen - Retter Cahill

Am Ende muss es wieder der Rekordtorschütze richten: Tim Cahill schießt die Socceroos gegen Syrien in die nächste WM-Quali-Runde. Das Team aus dem Bürgerkriegsland verkauft sich teuer - und hat am Schluss Riesenpech mit einem Pfostentreffer.

Sydney (dpa) - Mit viel Glück hat Australien das syrische Fußball-Märchen in der WM-Qualifikation beendet und darf selbst weiter von einer Reise nach Russland im nächsten Jahr träumen.

Nach einem mühsamen 2:1-Sieg nach Verlängerung im Rückspiel der Asien-Playoffs in Sydney treffen die Socceroos nun in einer letzten interkontinentalen Playoff-Runde auf den Vierten aus Nord- und Mittelamerika - nach derzeitigem Stand Panama.

Matchwinner war wieder einmal der Rekordtorschütze der australischen Nationalmannschaft, Tim Cahill (37, früher FC Everton), der beide Treffer gegen die tapferen Außenseiter aus dem Bürgerkriegsland erzielte. Alles Hoffen einer riesigen, begeisterten Menschenmenge auf den Plätzen der syrischen Hauptstadt Damaskus während der dramatischen Partie half am Ende nichts.

Im Hinspiel hatte sich die Mannschaft aus dem schwer vom Krieg gezeichneten Syrien in Krubong (Malaysia) ein 1:1 (0:1) gegen Australien erkämpft und damit die Chance auf ein kleines Fußballwunder gewahrt.

Das Spiel vor 42 000 Zuschauern begann mit einem Tiefschlag für den Favoriten vom fünften Kontinent: Gegen weit aufgerückte Australier nutzten die Syrer einen Ballverlust von Mark Milligan im Mittelfeld zum Konter, Omar Al Soma netzte zum 1:0 ein (6.). Doch die Gastgeber brauchten nicht lange, um sich zu erholen: Der Neu-Berliner Matthew Leckie brachte von rechts eine Flanke zur Fußball-Legende Tim Cahill, der per Kopf traf (13.).

In den ersten 45 Minuten hatte Australien deutlich mehr vom Spiel, erarbeitete sich gegen aufopferungsvoll kämpfende Außenseiter aber kaum echte Chancen. Nach dem Wechsel kam Syrien besser zurecht, doch näher dran an der Entscheidung waren nach Chancen von Leckie (60.) und Thomas Rogic (69.) die mit mehreren Deutschland-Legionären angetretenen Australier.

Nach Gelb-Rot für Syriens Mittelfeldmann Mahmoud Al Mawas wegen eines Fouls an dem beim VfL Bochum spielenden Robbie Kruse (94.) wendete sich in der Verlängerung das Blatt zugunsten der Gastgeber. Cahill, der 15 Jahre in England gespielt hatte, sorgte mit seinem zweiten Kopfballtor - diesmal auf Kruse-Flanke - für die Entscheidung (109.).

Allerdings blieb das Spiel bis zum Schluss auf Messers Schneide: Ein Ausgleichstreffer der Syrer hätte die Partie wegen der Auswärtstor-Regelung noch einmal gedreht. Al Soma traf kurz vor dem Abpfiff den Pfosten (120.).

Syrien hatte sich als Dritter der Asien-Gruppe A hinter den direkt qualifizierten Teams aus dem Iran und Südkorea einen Platz in der Ausscheidung gesichert. Aufgrund des Bürgerkriegs im eigenen Land musste das Team seine Heimspiele im rund 8000 Kilometer entfernten Malaysia austragen. Die Australier könnten sich zum fünften Mal für eine WM qualifizieren, zuletzt waren sie dreimal in Folge dabei.

WM-Qualifikation Asien

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