02. Mai 2012

Blitz-Kur für Rote Göttin - Ferrari sucht Heilung

Mugello (dpa) - Mit einer Blitz-Kur in der Toskana will Ferrari seiner Roten Göttin endlich Beine machen. Die wankende Scuderia begreift die Formel-1-Testfahrten auf ihrer Hausstrecke in Mugello als wohl letzte Chance, eine weitere Alptraum-Saison zu verhindern.

Testfahrt
Fernando Alonso rast in Mugello mit seinem Ferrari über die Rennstrecke. Foto: Carlo Ferraro
dpa

«Wir müssen endlich einen vernünftigen Job machen, das haben wir bislang nicht», mahnte Hoffnungsträger Fernando Alonso. Mit aller Macht will der WM-Fünfte aus Spanien den Rückstand zu den Konkurrenten Red Bull und McLaren aufholen.

Die heimatliche Wohlfühlzone soll dem Team helfen, den F2012 vor Beginn der Europa-Saison doch noch auf Touren zu bekommen. Mit der gewohnten Herzenswärme begleiten die Ferraristi in Mugello jeden Meter von Alonso und Teamkollege Felipe Massa, entrollen zum Zeichen ihrer Zuneigung riesige rote Fahnen und harren stundenlang vor dem Zelt des Rennstalls im Fahrerlager aus. Kein Wunder, dass Teamchef Stefano Domenicali den glühenden Fans versprach: «Unsere Ingenieure arbeiten Tag und Nacht.»

Als Rezept gegen weitere Misserfolge hat Ferrari seinem Boliden eine Generalüberholung verordnet. Zunächst wurde ein neuer Auspuff montiert und die Heckpartie modifiziert. Eine neue Abdeckung für den Motor soll noch am Ende des Tests folgen. Für das nächste Rennen in Barcelona wird das Auto wohl auch einen neuen Frontflügel und einen anderen Unterboden erhalten. «Alles was zählt ist, dass wir das Paket verbessern», forderte Alonso.

Doch Teamchef Domenicali weiß, wie weit der Weg zurück auf den Gipfel noch ist. «Das ist ein Langzeit-Projekt», sagte der Italiener, «und es ist entscheidend für die Zukunft der Scuderia».

Vor fünf Jahren holte Kimi Räikkönen zum bislang letzten Mal einen Fahrertitel für Ferrari, ein Jahr später gelang noch einmal der Konstrukteurstriumph. Seither häufen sich die Frusterlebnisse bei der Traditionsmarke. «Die Formel 1 hat sich in den vergangenen Jahren sehr verändert, da haben wir nicht immer mitgehalten», befand Domenicali. «Da müssen wir einen Gang hochschalten.»

In dieser Saison kam der Problem-Ferrari in vier Rennen nie über Startplatz neun hinaus. Einzig dank der Turbulenzen in Malaysia und Alonsos Ausnahmetalent gelang ein unerwarteter Sieg. Nur zehn Punkte trennen den zweimaligen Champion von WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel. «Das war gewaltige Schadensbegrenzung», bekannte Alonso.

Sein Stallrivale Massa indes scheint längst abgeschrieben. Seit Oktober 2010 war der Brasilianer nicht mehr auf dem Podium. Mit zwei Punkten liegt er derzeit auf WM-Rang 17. Es ist nicht zu erwarten, dass der am Jahresende auslaufende Vertrag des 31-Jährigen noch einmal verlängert wird. Massa musste sogar fürchten, noch vor den Tests in Mugello ausgetauscht zu werden. Doch der als Ersatz hoch gehandelte Sauber-Pilot Sergio Perez war nicht sofort wechselwillig. Die Anziehungskraft von Ferrari hat spürbar gelitten.

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