11. April 2012

Boll drückt Daumen - Steger kämpft um Olympia-Ticket

Luxemburg (dpa) - Timo Boll hat die Heim-WM in Dortmund ganz schön geschlaucht. Über Ostern lag der Düsseldorfer Tischtennis-Star mit Husten und Fieber im Bett. In dieser Woche drückt der Europameister seinem Nationalteam-Kollegen Bastian Steger (Saarbrücken) die Daumen.

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Bastian Steger (r) bekommt Rückendeckung von Timo Boll (l). Foto: Friso Gentsch
dpa

Der deutsche Meister kämpft in Luxemburg bei der europäischen Olympia-Qualifikation auch um Bolls doppelte Medaillenchance in London. Löst Steger eines der elf begehrten Tickets, ist der Start der DTTB-Herren im olympischen Mannschafts-Wettbewerb endgültig gesichert.

Für die Einzel-Konkurrenz in London sind Boll und Deutschlands zweiter Top-Ten-Spieler Dimitrij Ovtcharov über die Weltrangliste bereits qualifiziert. Damit es an der Themse aber erneut zu einem Traum-Finale gegen China kommen kann, braucht die Auswahl des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) den dritten Mann. Bundestrainer Jörg Roßkopf entschied sich für Steger, der beim 0:3 gegen China im Dortmunder WM-Finale am 1. April auf der Bank saß.

«Ich bin ganz gut drauf. Wenn ich meine Form abrufen kann, müsste die Gruppe schon machbar sein», sagte der zweifache nationale Meister vor dem ersten Match. Obwohl die besten Spieler fehlen, gilt die Olympia-Qualifikation in der Szene als «härtestes Turnier» der Welt. Um den Wettbewerb ranken sich zahlreiche Anekdoten. Auch Steger hat Respekt vor dem Turnier. «In der Vergangenheit hat man gesehen, dass sich Spieler durchkämpfen, von denen man es nicht erwartet hätte», erklärte die Nummer 26 der Weltrangliste.

Steger ist in Luxemburg der Top-Favorit. Er führt die Setzliste ebenso an wie die EM-Zweite Irene Ivancan (Berlin) bei den Damen. Hier ist die Situation für den DTTB ähnlich wie bei den Herren. Das Kroppacher Duo Jiaduo Wu und Kristin Silbereisen hat die Olympia-Tickets für das Einzel sicher und hofft nun, dass Ivancan ebenfalls durchkommt. «Ich bin mir meiner Verantwortung bewusst», erklärte die Abwehrspezialistin.

Die Berlinerin hat ebenfalls schon viele Geschichten gehört von diesem Qualifikationsturnier und dem komplizierten Modus. Am Freitag (4), Samstag (4) und Sonntag (3) werden insgesamt elf Olympia-Tickets vergeben. «Die einen können zwei Tage nicht schlafen, andere können gar kein Tischtennis mehr spielen. Ich habe keine Ahnung, was mich erwartet», erklärte die EM-Zweite.

Sie sieht die Angelegenheit relativ entspannt. Zumal alle Athleten, die in Luxemburg scheitern, einen Monat später in Doha bei der Welt-Qualifikation eine weitere Olympia-Chance erhalten. Erst danach steht endgültig fest, welche 16 Teams bei Damen und Herren um die Olympia-Medaillen spielen.

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