16. April 2012

DEL-Finals könnten zur Kraftfrage werden

Berlin (dpa) - Am Montag hatten sich die Eisbären Berlin erstmal Erholung verdient. Beim Training standen gerade einmal elf Spieler auf dem Eis, der Rest pendelte zwischen Massagebank und Kraftraum.

Kräftemessen
Die Spieler der Eisbären Berlin und von Adler Mannheim geraten im ersten Finalspiel aneinander. Foto: Britta Pedersen
dpa

«Es tut schon ein bisschen weh», berichtete Verteidiger Jens Baxmann vom Regenerationsprogramm nach dem ersten Finalspiel der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gegen die Adler Mannheim. Der erkämpfte 2:0-Sieg und die Führung in der Playoff-Serie dürften bei den Hauptstädtern zusätzlich für Linderung gesorgt haben. Geht das Duell der beiden DEL-Rekordmeister über mehr als drei Spiele - wovon man selbst in Berlin ausgeht - dürfte der Titelkampf auch zur Kraftfrage werden.

Während die Adler keine verletzten oder ernsthaft maladen Cracks zu beklagen haben und deshalb mit Sicherheit auf eine lange Serie hoffen dürften, sieht die Situation beim Titelverteidiger anders aus. Durch die Ausfälle - etwa von Stefan Ustorf, Denis Pederson und André Rankel - sind die noch gesunden Profis mehr gefordert als geplant. «Das mit der Kraft könnte schon schwierig werden», meinte Baxmann.

Im Gegensatz zum kollektiven Kraftakt vom Sonntag herrschte beim Ausblick auf die anstehenden Aufgabe Uneinigkeit im Berliner Lager. Von drohender Müdigkeit wollte außer Baxmann niemand etwas wissen. «Das darf keine Rolle spielen», betonte Sven Felski und forderte ein finales Aufbäumen gegen die Schmerzen. «Wir spielen noch acht Tage Eishockey, da blendet man so etwas aus.» Youngster Daniel Weiß pflichtete seinem erfahrenen Stürmerkollegen bei: «Die Motivation ist hoch genug, um keine schweren Beine zu verspüren.»

Aber bei manch einem sind nicht nur die Beine schwer. Kapitän Richie Regehr, der mit dem 2:0 den Sieg besiegelt hatte, leidet schon seit Wochen an einer Hüftverletzung. Beinharte Schlagschüsse mit Geschwindigkeiten von bis zu 150 km/h sind nicht möglich. «In den Powerplays tun wir uns momentan schwer», meinte Coach Don Jackson.

Immer neue Löcher hatte der US-Trainer zuletzt im Angriff zu stopfen. Am Sonntag fehlte Florian Busch für den Parade-Sturm. Ob der ehemalige Nationalspieler nach seiner Kopfverletzung für Spiel zwei am Mittwoch fit wird, soll sich im Abschlusstraining entscheiden.

Dass es trotz der Ausfälle und leichten Verletzungen zum 1:0 in der Best-of-Five-Serie reichte, lag auch an der Flexibilität einiger Berliner Cracks - allen voran Mads Christensen, der für Busch in die Bresche sprang und das Führungstor erzielte. Der Däne muss sich seit Monaten mit wechselnden Sturmpartner arrangieren, Anpassungsschwierigkeiten hatte er daher nicht. «Ich habe schon mit so vielen gespielt in dieser Saison», berichtete der Stürmer. «Man tut einfach, was man kann.»

Wie groß die personelle Eisbären-Not ist, verdeutlicht Dominik Bielke. Der gelernte Verteidiger hatte nach seinem Kreuzbandriss im September 2011 die Saison eigentlich abgehakt, stand am Sonntag dann aber überraschend in der Aufstellung - als Stürmer. «Das war ein großartiges Gefühl», berichtete der 22-Jährige. «Das war ein guter Start für uns, mehr aber nicht», sagte Bielke. Dem konnte Jens Baxmann nur zustimmen, der mit einer einfachen Titel-Formel aufwartete: «Alle Heimspiele gewinnen!» Dann seien die körperlichen Beschwerden letztlich auch egal.

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