24. März 2013

Götze als ideale «19» - Löw erweitert WM-Baukasten

Nürnberg (dpa) - Mario Götze reagierte in der aufgeregten Stürmer-Debatte noch am unaufgeregtesten. Der 20-Jährige sah nach dem 3:0-Sieg in Kasachstan absolut keinen Grund dafür, seine persönliche Stellenbeschreibung in der Fußball-Nationalmannschaft neu zu definieren.

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Mario Götze kommt mit seiner neuen Rolle als «spielender Stürmer» gut zurecht. Foto: Fredrik von Erichsen
dpa

«Ich habe keine Angst davor, dass ich mich jetzt da festgespielt habe», sagte er zu seiner neuen Rolle als «spielender Stürmer», die er immerhin in Astana schon zum zweiten Mal ausübte.

«Ich habe kein Problem mit dieser Position. Es ist eine gute Variante, die man einstreuen kann. Das System macht uns flexibler und unberechenbarer», beschrieb Götze die Vorzüge ohne einen Keilstürmer wie Miroslav Klose oder Mario Gomez.

Die Trikotnummer 19, die Götze in der DFB-Elf trägt, passt nun ideal zu dem 21-maligen Nationalspieler. Sie beinhaltet beides, den Zehner, den er weiterhin wie bei Borussia Dortmund am liebsten spielt, und den Neuner, als den ihn Bundestrainer Joachim Löw unter den vielen kleinen, wendigen Offensivspielern im Nationalteam auserkoren hat.

«Wir haben viele Spieler, die diese Position spielen können, Mittelstürmer und offensive Mittelfeldspieler, nicht nur Mario Götze», sagte Bastian Schweinsteiger und urteilte nach dem Ernstfall in Astana positiv: «Es ist gut, so eine Variante zu haben.»

Natürlich war der Weltranglisten-139. Kasachstan «kein Gradmesser», wie Bayern-Kollege Thomas Müller einwarf. Aber die Vorzüge des spanischen Systems waren gerade in der ersten Hälfte augenfällig. Götze, Müller und Mesut Özil wechselten sich in der Spitze ab, zudem stießen Schweinsteiger und Sami Khedira immer wieder gefährlich vor in den Strafraum. Der Ball zirkulierte. «Man kann sich fallenlassen, hat viele Möglichkeiten», betonte Götze.

Alle drei Tore von Schweinsteiger, Götze und Müller wurden im Strafraum erzielt. Aber bei hohen Flanken, wie Lukas Podolski eine nach der Pause schlug, fehlte auch ein Abnehmer im Zentrum. Zum Kopfballungeheuer taugt der 1,76 Meter kleine Götze nicht. «Es wird auch wieder Spiele geben, wo man einen Stürmer wie Mario Gomez, ein Gewicht vorne drin braucht», sagte Teammanager Oliver Bierhoff.

Joachim Löw war bemüht, die von ihm entfachte Diskussion zu beruhigen. «Wir werden nie ohne eine Nummer neun spielen», sagte der Bundestrainer: «Wir brauchen einen Stürmer, der im Zentrum permanent auf Höhe der Innenverteidigung spielt.» In Kasachstan erleichterte eine leichte Zerrung von Bayern-Torjäger Gomez die Entscheidung pro Götze. Zum Rückspiel am Dienstag hofft Löw auf einen genesenen Gomez. Die Götze-Lösung aber wird Löw in seinem Baukasten für die WM 2014 behalten: «Es ist eine Variante, einfach mal einen anderen Spielertyp vorne zu haben und einfach mal andere Dinge zu machen.»

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