08. Juni 2012

Handballer peilen WM 2013 an

Leipzig (dpa) - Der Kapitän in spe kann nur zuschauen. Wenn die deutschen Handballer am Samstag in Stuttgart den Grundstein für die Teilnahme an der WM 2013 in Spanien legen wollen, bleibt Michael Haaß die Rolle des Edelfans.

Rückkehrer
Michael Haaß arbeitet hart an seinem Comeback. Foto: Srdjan Suki
dpa

Während dem Playoff-Hinspiel gegen Bosnien-Herzegowina kann der Spielmacher von Frisch Auf Göppingen seinen Auswahlkollegen nur die Daumen drücken für einen deutlichen Sieg. «Auch wenn die Jungs eine lange Saison in den Knochen haben, müssen sie sich da durchbeißen. Die letzten Auftritte machen Mut. Wir schaffen das», sagte Haaß am Rande eines gemeinsamen Trainings mit der Nationalmannschaft in Rottenburg.

Fünf Monate nach seinem Fußgelenksbruch bei der EM in Serbien befindet sich der 28-jährige Weltmeister von 2007 im Aufbautraining. Im Teamquartier quälte er sich auf Einladung von Bundestrainer Martin Heuberger mit Gewichten beim Hanteltraining und warf mal wieder ein paar Bälle aufs Tor. «Ich habe mich sehr über die Einladung von Martin Heuberger gefreut. Und es tat richtig gut, nach so langer Zeit mal wieder einen Ball aufs Tor zu werfen», berichtete er.

Seine Rückkehr in die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) ist fest eingeplant. Nur der Zeitpunkt ist offen. Haaß hofft, zum Beginn der Saisonvorbereitung im Juli bei Europacup-Sieger Göppingen wieder das Mannschaftstraining aufnehmen zu können. Sein Comeback in der Nationalmannschaft könnte er dann Ende Oktober zum Auftakt der Qualifikation zur EM 2014 gegen Montenegro geben.

Dort würde er dann wahrscheinlich als neuer Kapitän die Mannschaft aufs Parkett führen. Für den Bundestrainer ist der gebürtige Essener der ideale Kandidat für das Ehrenamt. «Michael spielt einen wichtigen Part in unserer Abwehr und führt unser Angriffsspiel. Er wäre sicher auch ein guter Kapitän, verfügt über Erfahrung und Autorität, auch seine Umgangsformen sind perfekt», urteilte Martin Heuberger.

In der ersten Partie gegen Bosnien-Herzegowina sowie wohl auch im Rückspiel am 17. Juni in Sarajevo wird erneut Abwehrchef Oliver Roggisch Kapitän sein. Unter seiner Führung will das DHB-Team den zuletzt demonstrierten Aufwärtstrend fortsetzen und mit zwei Siegen gegen Bosnien-Herzegowina die Teilnahme an der WM vom 11. bis 27. Januar perfekt machen.

Nach der verpassten Olympia-Teilnahme hat der achte WM-Start in Serie oberste Priorität. «Wir stehen vor den beiden bedeutungsvollsten Länderspielen des Jahres. Die zwei K.o.-Spiele gegen Bosnien-Herzegowina um die Qualifikation für die WM 2013 in Spanien sind richtungweisend für die Zukunft des deutschen Handballs», erklärte Bundestrainer Heuberger.

Die jüngsten Ergebnisse mit einem Siegen gegen Island und Polen sowie einem Remis und einem Erfolg gegen Europameister Dänemark haben die Handballer zuversichtlich gestimmt. Er sehe gute Chancen auf die WM-Teilnahme, «wenn wir das zuletzt gezeigte Niveau aus den Spielen gegen Island, Polen und Dänemark erreichen», sagte Heuberger.

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