11. Mai 2012

Kölliker schwört Eishockey-Team auf Dänemark ein

Stockholm (dpa) - Vor dem wegweisenden WM-Wochenende erklärte Eishockey-Bundestrainer Jakob Kölliker seinem Team das Toreschießen. Im Abschlusstraining am Freitag stand der sonst so gelassene Schweizer vor der Taktiktafel und redete intensiv auf seine gebannt lauschenden Spieler ein.

Taktiktraining
Bundestrainer Jakob Kölliker (r) erklärte seinen Spielern, von wo sie die Tore schießen sollen. Foto: Peter Steffen
dpa

«Wenn die Scheibe hier liegt oder da», sagte Kölliker, malte Kringel auf die Tafel, hob die Stimme und rief schließlich: «Dann haue sie rein! Tore schießen, Guys!». Seine Nationalspieler hatten verstanden und machten sich mit lautem Schlägerklatschen auf dem Eis gegenseitig heiß.

Im Training zu den vorentscheidenden Partien um den ersehnten Einzug ins dritte WM-Viertelfinale in Serie ließ Kölliker sein Team mit neuer Energie und veränderten Angriffsreihen das üben, woran es bei den Niederlagen gegen Lettland (2:3), Russland (0:2) und Schweden (2:5) zuletzt besonders gehapert hatte: Dem Torabschluss.

Mit dabei war auch der wiedergenesende Torjäger André Rankel, der sich rechtzeitig zum ersten Endspiel um den Viertelfinaleinzug am Samstag gegen Dänemark fit meldete. «Es sieht gut aus, ich habe mich gut gefühlt. Ich denke schon, dass ich spielen kann», sagte Rankel nach dem Härtetest. Bei den Niederlagen zuvor hatte er wegen einer mysteriösen Verletzung auf der Tribüne gesessen.

Die Rückkehr des Torjägers und der trainingsfreie Donnerstag sollen der Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) die Kraft für die restlichen drei Vorrundenspiele geben. «Die Energie ist zurück und der Akku wieder voll. Wir haben uns erholt. Wir sind heiß auf die kommenden Spiele», verkündete der bislang torgefährlichste Stürmer Patrick Reimer. «Wir gehen davon aus, dass wir gewinnen können und werden», sagte Kölliker.

Um die Chance auf das Viertelfinale zu wahren, ist dies auch bitter nötig. Genau wie ein Sieg am Sonntag gegen Norwegen. «Von uns hat keiner abgeschaltet. Wir wissen, jetzt geht's richtig los. Wir haben nur noch Endspiele und geben nicht auf», sagte Torhüter Dennis Endras. In der Tat könnte im Fall einer Niederlage am Samstag die Viertelfinalqualifikation nur noch pure Illusion sein. Reimer rechnet dagegen fest mit dem Sprung in die Runde der besten Acht: «Weil wir von den restlichen drei Spielen hoffentlich drei gewinnen werden. Das sollte dann reichen.»

Das letzte Gruppenspiel gegen den zwölfmaligen Champion Tschechien steht am Dienstag an. Bis dahin müssen unbedingt zwei Siege her und vor allem Konkurrent Lettland - gegen das Deutschland bereits 2:3 verlor - Punkte liegen lassen.

«Schwierig» findet Eishockey-Idol Franz Reindl die Konstellation. Der DEB-Generalsekretär hat daher keine großen Hoffnungen auf das Viertelfinale, stachelt damit aber den Ehrgeiz der Spieler nur noch mehr an. «Ich bin nicht skeptisch. Es sind drei Gegner, die wir in der Vergangenheit schon geschlagen haben. Wenn wir denen 60 Minuten lang unser Spiel aufdrängen und uns strikt dran halten, dann klappt das auch», antwortete Endras auf Reindls Einschätzung forsch.

Vor allem auf das Comeback Rankels hat das Team gewartet. «Mit André Rankel kommt ein wichtiger Spieler zurück. Wir treten auf jeden Fall mit breiter Brust an», sagte Mannheims Christoph Ullmann. Mit Rankel kann Kölliker auch den Sturm umbauen. Bis auf die Ullmann-Reihe um Reimer und Philip Gogulla war der Angriff bisher meist harmlos. «Im Abschluss fehlte bislang die letzte Überzeugung», sagte Kölliker, bevor er an der Taktiktafel genau diese Überzeugung zeigte.

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