30. Juni 2012

Kohlschreiber als vierter Deutscher im Achtelfinale

London (dpa) - Philipp Kohlschreiber ist mit einem souveränen Sieg gegen Nadal-Bezwinger Lukas Rosol erstmals ins Achtelfinale des Tennisturniers von Wimbledon eingezogen.

Souverän
Philipp Kohlschreiber steht im Wimbledon-Achtelfinale. Foto: Gerry Penny
dpa

Die deutsche Nummer 1 setzte sich gegen den Weltranglisten-100. aus Tschechien mit einer klasse Leistung 6:2, 6:3, 7:6 (8:6) durch. Nach nur 1:37 Stunden Spielzeit verwandelte der an Nummer 27 gesetzte Augsburger seinen vierten Matchball. «Das war von Anfang bis Ende ein fast perfektes Match», sagte Kohlschreiber. «Wenn's jetzt auch noch mit dem Viertelfinale klappt, wär's natürlich unmenschlich geil!»

Der 28-Jährige trifft nun auf den US-Qualifikanten Brian Baker - eine lösbare Aufgabe. «Es ist eine großartige Chance, wenn man unter den letzten 16 mal nicht auf Roger Federer, Nadal oder Andy Murray - also einen der großen Jungs - trifft», sagte Kohlschreiber.

Vor Kohlschreiber waren bereits Sabine Lisicki (Berlin) und Angelique Kerber (Kiel) sowie Herren-Spieler Florian Mayer (Bayreuth) weitergekommen. Damit stehen erstmals seit 1995 vier deutsche Tennisprofis in der Runde der besten 16 bei dem berühmtesten Rasenturnier der Welt. Damals waren es Alexander Mronz, Boris Becker, Anke Huber und Steffi Graf.

Kohlschreiber, Sieger des ATP-Turniers von München, egalisierte sein bisher bestes Grand-Slam-Ergebnis. Im Achtelfinale hatte der Weltranglisten-30. bereits dreimal bei den Australian Open (2005, 2008, 2012) und einmal bei den French Open (2009) gestanden.

Rosol hatte am Donnerstag für die bisherige Turnierüberraschung gesorgt, als er den zweifachen Wimbledon-Champion und Weltranglisten-Zweiten Rafael Nadal in fünf Sätzen bezwungen hatte. Der Nobody konnte gegen Kohlschreiber aber nicht an das großartige Match gegen den Spanier, das der britische Ex-Tennisprofi Tim Henman als «Freak-Performance» bezeichnet hatte, anknüpfen. Kohlschreiber dagegen präsentierte sich vom ersten Ballwechsel an hochkonzentriert und überzeugte nicht zuletzt mit 12 Assen. «Ich war natürlich sehr froh, dass ich nicht gegen Nadal spielen musste, dann wären meine Chancen 10:90 Prozent gewesen. So war es 50:50. Und ich habe einfach gehofft, dass Rosol nicht noch einmal so einen Tag erwischt.»

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