16. August 2013

Kugel-Koloss Storl wieder Weltmeister

Moskau (dpa) - Mit schwarz-rot-goldenem Zylinder und in der Pose eines Herkules posierte Deutschlands Kugelstoß-Koloss David Storl nach dem unglaublichen Kraftakt von Moskau. Zum zweiten Mal nach 2011 triumphierte er bei der Leichtathletik-WM in Moskau mit 21,73 Meter.

Feierlaune
David Storl zeigt sich nach seinem Sieg in bester Laune. Foto: Michael Kappeler
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Konzentration
David Storl holt mit der Kugel an der Wange Schwung. Foto: Kerim Okten
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Weltmeister
David Storl stößt die Kugel auf 21.73 Meter - und siegt damit. Foto: Michael Kappeler
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Stark
David Storl hat im Kugelstoßen gesiegt. Foto: Bernd Thissen
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Überprüfung
David Storl (r) schaut bei der Kamera-Kontrolle seines vermeintlichen Übertritts zu. Foto: Kerim Okten
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Damit übertraf er die Weite des US-Amerikaners Ryan Whiting im Finale um 16 Zentimeter. Dritter wurde der Kanadier Dylan Armstrong mit 21,34 Meter. «Es ist eine riesige Erleichterung. Ich bin stolz auf mich selbst», freute sich Storl über seine WM-Meisterleistung.

Allerdings musste der 23-jährige Chemnitzer nicht nur gegen die Ring-Rivalen kämpfen, sondern sich auch gegen den zu Unrecht zunächst ungültig gegebenen vierten Versuch wehren. Erst nach seinem Protest und der Überprüfung anhand von Fotos, die kein Übertreten des Ringrandes zeigten, revidierten die Kampfrichter ihre Entscheidung - und Storl reckte den Arm schon wie ein Sieger in die Luft!

«Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich mit dem Fuß auf dem Balken war», berichtete Storl. «Ich wusste genau, dass der nicht ungültig war und habe eigentlich mit der weißen Flagge gerechnet. Wenn ich auf den Rand getreten wäre, hätte es im nächsten Versuch noch wehgetan.» Storl bedankte sich bei dem Fotografen, der gleich die Fotos parat hatte. «Wenn ich ihm noch mal sehe, spendiere ich ihm ein Bier.»

Unbeeindruckt hatte Storl zwei Tage zuvor darauf reagiert, dass der Hallen-Weltmeister Whiting in der Qualifikation mit 21,51 Meter gleich 80 Zentimeter weiter als er geworfen hatte. «Im Finale fängt alles von Null an», hatte Storl angekündigt und ging den Medaillenkampf mit einer Alles-oder-Nichts-Taktik an: «Alles war auf Angriff geschaltet.»

Seine Zuversicht, noch etwas Großes schaffen zu können, speiste sich nicht aus dem einzigen 21-Meter-Stoß vor der WM, sondern aus den nicht offiziellen Weiten der vielen ungültigen Versuche bei den vergangenen Meetings. So gingen Mitte Juli in Madrid gleich fünf Stöße nicht in die Ergebnisliste ein, landeten aber jeweils bei 21,50 Meter.

«Die Wettkampfergebnisse spiegelten nicht Davids Leistungsvermögen wieder», betonte sein Trainer Sven Lang. Deshalb bewahrten er und sein Schützling die Ruhe und den Optimismus, bei der WM doch zuzuschlagen und einen Medaillengewinn als «ein realistisches Ziel» zu nennen. Mit der eindrucksvollen Serie von 21,19, 21,24 und 21,73 Meter unterstrich Storl dies mehr als eindrucksvoll.

Schließlich hatte er noch 16 Tage vor dem WM-Finale von Experten im Institut für angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig seine Wurftechnik analysieren lassen, um den effizientesten Bewegungsablauf zur Umsetzung von Kraft in Weite zu finden. Der bisher perfekteste Stoß gelang Storl bei den Olympischen Spielen in London, wo er Silber mit 21,89 Meter gewann. Nicht für ganz ausgeschlossen hielt der 1,98 Meter lange und 127 Kilogramm schwere Hüne es, die 22 Meter schon in Moskau packen zu können. Diese magische Kugelstoß-Grenze zu überschreiten, wird ein Ziel bleiben - in Moskau fehlten nur 27 Zentimeter.

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