11. April 2012

Münzwurf gegen «Poldi»: Mainz erwartet harte Strafe

Mainz (dpa) - Der Münzwurf gegen den Kölner Nationalspieler Lukas Podolski beim 0:4 in Mainz wird für den FSV 05 ein möglicherweise teures Nachspiel haben. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Mainz 05 zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert.

Getroffen
Lukas Podolski hält sich sein Auge, nachdem er von einem Gegenstand getroffen wurde. Foto: Fredrik von Erichsen
dpa

Erst danach entscheiden die DFB-Ankläger über das weitere Verfahren. Die Kölner wollen auf einen Protest verzichten. «Ich hoffe, wir kommen mit einer glimpflichen Strafe davon», sagte Manager Christian Heidel. In vergleichbaren Fällen bewegte sich das Strafmaß zwischen einer fünfstelligen Geldstrafe und einer Partie unter Ausschluss der Zuschauer. Da die Mainzer keine Wiederholungstäter sind und in dieser Spielzeit nur wegen des Abbrennens von Pyrotechnik durch die Fans vom DFB zur Kasse gebeten wurden, geht man bei den 05ern von einer Geldstrafe aus.

Nationalspieler Podolski ging in der 28. Minute zu Boden, als er bei der Ausführung eines Eckballs von einer Münze unterhalb des rechten Auges getroffen wurde. Der 26-Jährige musste kurz behandelt werden, konnte aber ohne Beeinträchtigung die restliche Spielzeit bestreiten. Ein blauer Fleck bleibt als Andenken zurück. Hätte er sich auswechseln lassen, wäre dies ein möglicher Protestgrund gewesen. Die abstiegsbedrohten Kölner wollen nach eigener Aussage den Vorfall aber nicht so hoch hängen und auf einen Einspruch verzichten.

«Kein Problem», soll der FC-Star in der Halbzeitpause zu Heidel gesagt haben. Nach der desaströsen Partie seines Clubs verschwand Podolski wortlos in den FC-Bus. Die 05er rechneten Podolski das überaus faire Verhalten nach dem tätlichen Angriff hoch an. «Riesenkompliment an Lukas, dass er nicht liegen geblieben ist», sagte Heidel, dessen Entschuldigung der Kölner in der Pause annahm.

Die Suche nach dem Täter läuft unterdessen auf Hochtouren. Der zunächst vermeldete schnelle Fahndungserfolg erwies sich als falsch. Ein zeitnah zum Spiel ermittelter Verdächtiger aus dem Mainzer Fanblock ist nach Club-Angaben entlastet. «Zur Zeit gibt es keinen Verdächtigen», bestätigte Vereinssprecher Tobias Sparwasser. Gemeinsam mit der Polizei werden Aufnahmen der Überwachungskameras ausgewertet. Zudem suchen die Mainzer nach Zeugen der Attacke. «Wer etwas gesehen hat, soll sich mit Mainz 05 oder der Polizei in Verbindung setzen», erklärte Sparwasser.

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