21. August 2012

Nicht schön, aber siegreich - Petko is back

New Haven (dpa) - Das Comeback wurde zur Qual, doch für Andrea Petkovic haben sich alle Mühen gelohnt. 116 Tage nach ihrem doppelten Bänderriss im rechten Sprunggelenk konnte die Darmstädterin endlich wieder auf dem Tennis-Platz jubeln - Petko is back.

Wieder da
Andrea Petkovic konnte bei ihrem Comeback einen Sieg feiern. Foto: Marijan Murat
dpa

Ihr 6:3, 5:7, 7:5-Erstrunden-Erfolg beim WTA-Turnier in New Haven/Connecticut gegen die ungarische Qualifikantin Timea Babos war hart erkämpft und nicht immer schön anzusehen. Doch letztlich zählte nur die Gewissheit, den 2:43 Stunden dauernden Tennis-Krimi gesund und siegreich überstanden zu haben.

«Wenn man bedenkt, wie meine Saison bislang verlaufen ist, bin ich einfach nur froh, dass ich mir nicht den Nacken oder sonst was gebrochen habe», meinte Petkovic süffisant via Twitter. Zu Jahresbeginn hatte sich die Darmstädterin einen Ermüdungsbruch im unteren Rücken zugezogen, der sie zu einer mehr als dreimonatigen Pause zwang.

Nur fünf Tage nach ihrem Comeback im Fed Cup gegen Australien verletzte sich Petkovic im Achtelfinalmatch von Stuttgart gegen die Weißrussin Victoria Asarenka schwer am Knöchel und fiel seitdem aus. 2011 stand Deutschlands damalige Nummer eins bei drei der vier Grand Slams im Viertelfinale - in diesem Jahr hingegen hat sie verletzungsbedingt die Australien Open, French Open, Wimbledon sowie die Olympischen Spiele verpasst.

Und so war der Sieg gegen die 19-jährige Babos («Dieses junge Mädchen hat großartig gespielt! Wow!») im neunten Match des Jahres erst ihr fünfter Erfolg. Petkovic hatte beim Aufschlag unübersehbare Schwächen - kein Ass, aber sechs Doppelfehler - doch zumindest Einstellung und Kampf erinnerten bereits wieder an jene Petko, die gegen Ende des Vorjahres die Nummer neun der Welt war.

Ihre nächste Partie beim mit 637 000 Dollar dotierten Hartplatz-Event wird bereits ein echter Gradmesser: Petkovic spielt gegen die an Nummer sechs gesetzte Dominika Cibulkova. Die Slowakin rangiert in der Weltrangliste 30 Positionen vor der Deutschen, die auf Platz 43 abgerutscht ist. Ob sie es noch einmal unter die Top Ten schafft? Den Willen hat sie, aber auch Zweifel.

So offen, wie sie zu ihren besten Zeiten ihren Gefühlen freien Lauf gelassen hat, spricht sie jetzt über Sorgen, ja sogar Ängste. Sie sei beunruhigt, dass es möglicherweise nichts mehr mit einem Platz in den Top Ten werde, sagte Petkovic der Tagezeitung «New York Times».

Ein halbes Jahr lang hat sie tatenlos und ungeduldig daheim in Darmstadt gesessen - sechs Monate, in denen sich ihr Sport weiterentwickelt hat und zwar sehr schnell. Petkovic indes musste den Weg der kleinen Schritte gehen. «Die Reha war das Schlimmste. Du machst all' die Übungen bei denen du nicht schwitzt. Deshalb fühlt es sich nicht so an, als ob du was machst.»

Mittlerweile kann sie sich wieder richtig austoben. Allerdings gibt sich Petkovic keinen falschen Illusionen hin. Sie erwarte derzeit nicht viel von sich, denn sie sei noch längst nicht wieder voll da, betont die Rechtshänderin. Bei den US Open kommende Woche in New York, wo sie 2010 überraschend ins Achtelfinale vorgestoßen war, ist Petkovic ungesetzt, kann somit schon früh auf eine Top-Gegnerin treffen. «Mein Ziel ist es, ein Match zu gewinnen. Das wäre schon riesig.»

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