15. Januar 2013

Oprah von Armstrongs Aussagen «überrascht»

New York (dpa) - Ex-Radprofi Lance Armstrong hat über Doping gesprochen - aber wohl nicht so offen wie von US-Talkerin Oprah Winfrey erhofft. «Ich würde sagen, er hat nicht so ausgepackt, wie ich es erwartet hatte», sagte die Talkshow-Gastgeberin nach der Aufzeichnung des Interviews im Sender CBS.

Auskunft
US-Moderatorin Oprah Winfrey verrät Details aus ihrem Interview mit Lance Armstrong. Foto: Warren Toda
dpa

Zuvor hatten US-Medien berichtet, Armstrong habe erstmals die Einnahme verbotener Mittel, für die ihm alle Tour-de-France-Siege aberkannt worden waren, zugegeben. Das bestätigte Winfrey jedoch erwartungsgemäß noch nicht - schließlich will sie die Spannung bis zuletzt hoch halten. Sie sagte lediglich: «Die wichtigsten Fragen wurden alle beantwortet.»

Das lange erwartete Interview soll nun gleich auf zwei Abende verteilt ausgestrahlt werden. «Ich hatte 112 Fragen und wir haben zweieinhalb Stunden gesprochen. In einer 90-Minuten-Sendung bleiben 65 Minuten für das tatsächliche Interview. Wir konnten einfach nicht die 150 Minuten eines faszinierenden Gesprächs auf 65 zusammenkürzen», erklärte sie. Daher werde zum geplanten Sendetermin am Donnerstag noch der Freitagabend (Ortszeit) hinzukommen.

Armstrong sei sehr freundlich und entgegenkommend gewesen. «Es war nicht leicht für ihn», berichtete Winfrey. Auf den vorab gezeigten kurzen Einspielfilmchen wirkt der Sportler - im blauen Anzug mit hellblauem Hemd und ohne Krawatte - nervös. «Ich glaube aber, dass er mit sich ins Reine kommen wollte. Er war jetzt einfach bereit für solch ein Interview.» Dabei habe er sie zum Teil völlig «überrascht». «Wir waren richtig fasziniert von einigen seiner Antworten.»

Winfrey sagte, dass sie sich mit Armstrong zuerst in ihrem Haus in Hawaii getroffen hätte. Der ehemalige Radsport-Dominator habe auf einer Nachbarinsel ein Anwesen und sei zu ihr rübergeflogen. «Ich habe alle aus meinem Haus rausgeschmissen und gesagt: Geht zum Strand, mindestens vier Stunden! Der einzige Mensch, den Armstrong die ganze Zeit sah, war ein Radfahrer auf der Straße», erzählte sie.

Beim Interview selbst in Austin, unweit von Armstrongs Haus, habe sie seine Anwälte nicht im Raum haben wollen. «Wenn Ihr etwas dazu sagen wollt, sagt es später, aber unterbrecht uns nicht.» Nach dem Gespräch seien beide «ziemlich erschöpft» gewesen. «Zur Pause fragte er mich: Wo bleiben die leichten Fragen?»

Medienprofi Winfrey sagte über das Interview: «Es gibt eine Menge Antworten. Ihr werdet zufrieden sein.» Gemessen an der Zuschauerzahl werde das Gespräch wohl das größte ihrer Karriere sein.

Winfrey bei CBS

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