21. Juni 2012

Portugal dank Ronaldo mit 1:0 ins EM-Halbfinale

Warschau (dpa) - Alleinunterhalter Cristiano Ronaldo hat Portugal zum ersten Mal seit acht Jahren wieder ins Halbfinale einer Fußball-Europameisterschaft geführt.

Jubel
Superstar Cristiano Ronaldo erlöste in der 79. Minute die Portugiesen. Foto: Leszek Szymanski
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Tor
Per Kopf erzielte er den 1:0-Siegtreffer gegen Tschechien. Foto: Radek Pietruszka
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Chance
Cristiano Ronaldo (r) scheitert am tschechischen Keeper Petr Cech. Foto: Bartlomiej Zborowski
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Duell
Petr Cech (l) und Cristiano Ronaldo lieferten sich ein privat Duell. Foto: Oliver Weiken
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Ausgewechselt
Helder Postiga musste in der 40. Minute verletzt raus, für ihn kam der Ex-Bremer Hugo Almeida. Foto: Bartlomiej Zborowski
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Durch das Kopfball-Tor seines überragenden Spielers in der 79. Minute gewann der deutsche Vorrunden-Gegner in Warschau das erste EM-Viertelfinale gegen Tschechien hoch verdient mit 1:0 (0:0). «Es war ein fantastisches Spiel von uns. Unser großes Ziel ist nun das Finale. Die Chancen stehen 50:50, wir müssen nur daran glauben», sagte Matchwinner Ronaldo.

Vor 55 590 Zuschauern war der Ronaldo-Treffer Ausdruck der klaren Überlegenheit der Portugiesen, die nun am kommenden Mittwoch in Donezk gegen den Gewinner des Duells zwischen Titelverteidiger Spanien und Frankreich um den Einzug ins Endspiel kämpfen. Auf der Tribüne des Nationalstadions lagen sich Portugals Fußball-Heroen Eusebio und Luis Figo jubelnd in den Armen.

«Wir sind jetzt sehr zuversichtlich. Cristiano Ronaldo hat die entscheidenden Tore für uns geschossen. Aber er hat auch eine starke Mannschaft hinter sich, nur deshalb hat er so viele Chancen», urteilte Mittelfeldspieler Nani. «Wir haben Qualität und Konstanz gezeigt», meinte Trainer Paulo Bento.

Das erste K.o.-Spiel des Turniers geriet zu einer Ein-Mann-Show von Cristiano Ronaldo. Der Star von Real Madrid war weder von Theodor Gebre Selassie nach vom Leverkusener Michal Kadlec zu kontrollieren, trickste, dirigierte und schoss aus allen Lagen. Bis zu seinem dritten Turniertor musste er allerdings bis elf Minuten vor dem Ende warten, zuvor war er zwei Mal am Torgestänge gescheitert.

Einen Spieler vom Format Ronaldos hatten die Tschechen nicht in ihren Reihen. Ihr technisch Bester, Spielmacher Tomas Rosicky, saß von einer Achillessehnenverletzung gehandicapt nur auf der Bank. Vladimir Darida, dem diesmal die Rolle als Ballverteiler zugedacht war, konnte den Regisseur indes nicht gleichwertig ersetzen. «Ich bin traurig, dass wir es nicht geschafft haben. Die Portugiesen waren einfach am Ball stärker, am Ende hat uns die Kraft verlassen», räumte Darida ein.

Die Tschechen stellten zunächst die aktivere Mannschaft, ohne das Tor von Rui Patricio ernsthaft gefährden zu können. Für erste Aufregung sorgte Ronaldo, der seinem eigenen Keeper die Arbeit abnahm und einen Flankenball zur Ecke köpfte (16.). Zwei Minuten später rutschte Milan Baros nur knapp an einer scharfen Hereingabe von Darida vorbei. Auf das erste Offensivsignal der äußerst verhalten startenden Portugiesen mussten die Fans lange warten. Der Versuch eines Fallrückziehers von Ronaldo landete aber neben dem Tor (33.).

Erst nach gut einer halben Stunde bekamen die von Raul Meireles und Joao Moutinho angetriebenen Südeuropäer allmählich Oberwasser und erspielten sich kurz vor dem Pausenpfiff ihre bis dahin beste Gelegenheit. Dabei zeigte Ronaldo seine ganze Klasse. Der zweimalige Weltfußballer nahm den Ball im Strafraum gekonnt mit der Brust an und ließ Kadlec mit einer Körpertäuschung ins Leere laufen, scheiterte aber aus wenigen Metern am Pfosten (45.+1). Zu diesem Zeitpunkt war die Partie für seinen Teamkollegen Helder Postiga bereits beendet. Für den angeschlagenen Torschützen aus dem Dänemark-Spiel kam der Ex-Bremer Hugo Almeida zu seinem ersten Turniereinsatz.

18 Sekunden nach Wiederbeginn vergab der frei stehende Almeida nach Flanke von Meireles per Kopf die nächste große Chance, die Bento-Auswahl in Führung zu bringen. Dann war wieder Ronaldo an der Reihe. Doch der Freistoß des Ballkünstlers aus gut 25 Metern landete am Außenpfosten des Tores von Petr Cech, der keine Chance gehabt hätte (49.). Der bereits sechste Aluminiumtreffer schien noch mehr Ansporn für die Portugiesen zu sein, die die Begegnung jetzt klar dominierten. Cech parierte gegen Nani (58.) und Moutinho (64.) und verhinderte damit den drohenden Rückstand. Gegen Ronaldos Kopfball war aber auch für ihn kein Kraut gewachsen.

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