07. Dezember 2012

Positive Reaktionen auf Platini-Plan - Wembley-Finale?

Lausanne (dpa) - Die Entscheidung der UEFA, die EM 2020 in weiten Teilen Europas auszutragen, hat viele positive Reaktionen hervorgerufen.

Endspielort?
Das Wembley-Stadion in London würde gerne das Finale der EM 2020 beherbergen. Foto: Sören Stache
dpa

«Nach der gescheiterten belgisch-niederländischen Bewerbung für die WM 2018 ist das eine etwas kleinere, aber realistische Möglichkeit, um ein großes Fußball-Event nach Brüssel zu holen», sagte der Generalsekretär des Königlichen Belgischen Fußball-Verbandes, Steven Martens, der Nachrichtenagentur Belga. Brüssel sei als «Hauptstadt Europas» ganz besonders geeignet.

Auch in den Niederlanden stieß das Vorhaben auf Interesse. «Wir sind dafür, dass auch kleinere Länder bei so einer Veranstaltung berücksichtigt werden», sagte ein Sprecher des Königlichen Niederländischen Fußball-Verbandes. Der KNVB plant, sich mit der AmsterdamArena und einem neuen Stadion in Rotterdam zu bewerben.

Laut Generalsekretär Gianni Infantino setzt die UEFA auf «einen gute Mix aus Ländern, die noch nie eine EM hatten, und denen, die schon einmal ein solches Turnier ausgetragen haben». Von den bisherigen Ausrichtern hat bereits England mit Wembley seinen Hut für die Halbfinals und das Endspiel in den Ring geworfen. «Ich denke, die UEFA hat uns auf dem Zettel, aber die Konkurrenz wird groß sein», sagte der Vorsitzende des Englischen Fußball-Verbandes (FA), David Bernstein.

Auch Oliver Bierhoff kann sich für die Fußball-Europameisterschaft 2020 in mehreren Ländern begeistern. «Aus Sicht der UEFA und der europäischen Idee ist der Gedanke des EM-Turniers, das sich über den gesamten Kontinent erstreckt und möglichst viele Länder einschließt, sehr reizvoll», sagt der Teammanager der deutschen Nationalmannschaft auf der Homepage des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). «Grundsätzlich finde ich es immer positiv, wenn man den Mut hat, neue Wege zu gehen. Natürlich hoffen wir nun auch auf einen deutschen Spielort», ergänzte Bierhoff.

Der Berliner Fußball-Verband (BFV) ist derweil zuversichtlich, dass die Hauptstadt der deutsche Austragungsort der Fußball-Europameisterschaft 2020 sein wird. «Wir erfüllen alle Kriterien des Anforderungskatalogs der UEFA. Daher sind wir optimistisch, dass wir vom Deutschen Fußball-Bund den Zuschlag erhalten», sagte BFV-Präsident Bernd Schultz der Nachrichtenagentur dpa.

Schultz räumte ein, dass auch München in der Lage sei, die Anforderungen der UEFA zu erfüllen. «Vielleicht bewerben sich sogar drei oder vier Städte aus Deutschland», sagte er. Wenn es mehrere Bewerber gebe, müsse der DFB eine Entscheidung treffen. Zugleich bestätigte Schultz, dass sich der Berliner Senat seit 2006 um die Austragung des Champions League-Finals beworben habe. «Es gibt nun Signale, dass Deutschland 2015 das Champions-League-Finale ausrichten darf. Wenn dies im Frühjahr 2013 offiziell entschieden wird, dann wäre Berlin definitiv der Ausrichter», sagte Schultz.

Der Hamburger Fußball-Verband (HFV) unterstützt ebenfalls das europaweite Konzept der Fußball-EM 2020 und sieht die Hansestadt als möglichen Austragungsort. «Hamburg sollte dabei sein und sich deshalb bewerben. Hamburg ist in der Lage, so eine Aufgabe hervorragend zu bewerkstelligen», sagte HFV-Präsident Dirk Fischer. Andere Städte, deren Stadien eine höhere Zuschauerkapazität haben, seien aber natürlich starke Konkurrenten.

Fischer glaubt, dass das europaweite Championat keine Ausnahme sein wird. «Wenn sich das Konzept bewährt, wird die Europameisterschaft wohl nie mehr in nur einem Land oder in zwei Ländern wie bisher ausgetragen», sagte Fischer. Aus seiner Sicht sei diese Entwicklung unterstützenswert. «Das ist im Sinne der Integration Europas und der Vernetzung von Ländern und Organisationen», erklärte Fischer. Zudem sei eine EM in mehreren Ländern Europas zuschauerfreundlich.

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