19. Juni 2014

Slomka lässt sich von Kühne die Laune nicht verderben

Hamburg (dpa) - Für Mirko Slomka ist die heftige Kritik von HSV-Gönner Klaus-Michael Kühne eine Extraportion Motivation. Der Coach zeigte keinen Anflug von Ärger, keinen Missmut oder gar Sorgenfalten angesichts der vernichtenden Kühne-Kritik an Slomkas Arbeit beim norddeutschen Bundesligisten.

Mirko Slomka
Mirko Slomka ist mit seinem Team in die Saisonvorbereitung gestartet. Foto: Axel Heimken
dpa

«Ich habe keine Meistertitel gewonnen und auch nicht die Champions League. Wenn Kühne dabei helfen möchte, nehme ich das gern in Anspruch. Damit ich mal ein Top-Trainer werden kann», sagte der 46-Jährige beim Frühstart des Hamburger SV acht Wochen vor dem ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal.

Um in der Liga nicht wieder gleich ganz unten reinzurutschen, fordert Slomka eine neue Achse beim HSV: drei Spieler für Verteidigung, defensives und offensives Mittelfeld. Dafür braucht der hoch verschuldete Bundesliga-Dino Geld von Kühne. Und Rafael van der Vaart? Slomka: «Wir müssen ihn fit bekommen.»

Das ist so eine Sache: Der 31-jährige Niederländer trainierte wegen seiner Wadenverletzung, die für ihn auch das WM-Aus bedeutete, wieder einmal extra. Zudem bekommt er noch eine Woche Sonderurlaub und findet klare Worte: «Der Einzige, der über meine Zukunft entscheidet, bin ich. Ich bin stolz, hier zu sein und will gern bleiben.» Ganz ausschließen will van der Vaart einen Wechsel in das Ausland aber nicht.

Einen Wechsel von Hakan Calhanoglu, der sich nach Vereinsangaben krankgemeldet hat, will der HSV aber verhindern. «Sein Verhalten hat dazu beigetragen, dass die Leute so reagieren, wie sie reagiert haben», sagte der HSV-Vorstandsvorsitzende Carl-Edgar Jarchow. Der Spieler sagte der «Sport Bild», er habe Angst vor den Fans, die sich in sozialen Netzwerken über seine Wechselabsichten aufregten. Nun soll ein HSV-Vertrauensarzt den türkischen Nationalspieler untersuchen. «Wir werden ihn nicht verkaufen. Er hat einen gültigen Vertrag bis 2018», erklärte Jarchow.

Positive Signale gibt es vom ausgeliehenen Stürmer Pierre-Michel Lasogga, der dem HSV schon zugesagt haben und einen Vierjahresvertrag unterschreiben soll. Nun geht es um die Ablöse an Hertha BSC - sechs Millionen Euro sind im Gespräch. Oben drauf gibt es noch Per Skjelbred. Das Geld soll von Kühne kommen. Auch deshalb muss sich die HSV-Führung mit dem Geldgeber arrangieren. Eine der ersten Aufgaben für den zum 1. Juli antretenden neuen Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer dürfte es indes sein, dem 77 Jahre alten Milliardär Kühne klarzumachen, dass er mit seinen oft harschen Worten mehr Porzellan zerschlägt als zu helfen.

Fast ein Zugang ist Artjoms Rudnevs, der nach seinem Gastspiel in Hannover bei Slomka willkommen ist. Der Coach wollte den Letten schon zu 96-Zeiten holen. Der von Slomka-Vorgänger Bert van Marwijk wenig geschätzte Stürmer schoss immerhin das erste Tor zum Trainingsauftakt. Torhüter René Adler ist nach seinem Bandscheibenvorfall auf dem Weg der Genesung und schmerzfrei.

Trainingsauftakt auf hsv.de

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