22. September 2013

Stäbler holt Bronze bei Ringer-WM - Schlechte Bilanz

Budapest (dpa) - Frank Stäbler streckte nach dem Gewinn seiner ersten WM-Medaille die Arme jubelnd aus und kniete mit einem Urschrei auf die Matte nieder. Der Griechisch-Römisch-Spezialist hat bei der Ringer-Weltmeisterschaft in Budapest die Bronzemedaille geholt.

Bronze
Frank Stäbler besiegte Hasan Aliyew aus Aserbaidschan mit 5:2 und sicherte sich die Bronzemedaille. Foto: Orestis Panagiotou
dpa

Gegen den Aserbaidschaner Hasan Aliyew siegte der Musberger im Limit bis 66 Kilogramm mit 5:2. Damit holte der Deutsche Ringer-Bund (DRB) am letzten Wettkampftag doch noch eine Medaille bei den Titelkämpfen an der Donau. «Auf diesen Moment habe ich hingearbeitet. Endlich habe ich den Kampf um Bronze im dritten Anlauf gewonnen», sagte Stäbler, der 2011 bei der WM und im Vorjahr bei Olympia nur Fünfter geworden ist.

In der Hoffnungsrunde hatte Stäbler den Kubaner Pedro Isaac Herrera Mulens mit 3:2 bezwungen. Das Viertelfinale hatte er gegen den Russen Islam-Beka Albiew nach 3:00 Minuten mit 0:8 verloren. Allerdings war die Wertung umstritten.

Nach einem Ausheber des Russen konterte Stäbler und zwang den Kontrahenten kurzzeitig auf die Schulter, die Wertung dafür blieb jedoch aus. Das Kampfgericht erkannte die Punkte Stäblers wegen Beinarbeit nicht an, gab ihm eine Verwarnung und dem Russen zwei Punkte oben drauf.

«Das verstehe wer will, die Verwarnung war eine Frechheit, die Aktionen gingen alle von Frank aus», ärgerte sich Bundestrainer Michael Carl. «Nach dem umstrittenen Viertelfinalkampf war ich total am Boden, umso mehr freue ich mich über diese Bronze-Medaille», sagte Stäbler.

Im Schwergewicht bis 120 Kilogramm unterlag Eduard Popp vom VfL Neckargartach dem schwedischen Olympia-Dritten Magnus Johan Euren mit 0:1 und verpasste somit den Kampf um Bronze. Zuvor hatte er im Viertelfinale gegen den starken Iraner Amir Aziz Aliakbari keine Chance und hatte nach 2:44 Minuten mit 0:8 das Nachsehen.

Die deutsche WM-Bilanz ist trotz Stäbler-Bronze im griechisch-römischen Stil ernüchternd. Die Freistilringer bleiben weiter seit 1999 ohne WM-Medaille. Damals holte Alexander Leipold in Ankara Silber. Und nun sind erstmals auch die Frauen leer ausgegangen.

«Klar sind wir von der Spitze noch ein ganzes Stück entfernt, doch geht es Schritt für Schritt vorwärts», bilanzierte DRB-Präsident Manfred Werner die beiden siebten Plätze bei den Freistilringern durch Saba Bolaghi (66 kg/RWG Mömbris-Königshofen) und Gabriel Seregelyi (84 kg/AC Goldbach). «Die Kontrahenten, die sie besiegen können, haben sie auch bezwungen», sieht Werner die junge Mannschaft um Freistil-Bundestrainer Sven Thiele auf einem guten Weg. Zwei Siege konnte auch Marcel Ewald (55 kg/SV Weingarten) verbuchen.

Bei den Frauen ging der Stern von Aline Focken (67 kg/KSV Krefeld) auf, die als einzige den Kampf um Bronze erreicht hatte. Dort wurde sie von der Japanerin Sara Dosho bezwungen. «Doch im gesamten Turnierverlauf hat Aline Focken gezeigt, das sie zur Spitze dazu gehört», meinte Frauen-Bundestrainer Nicolae Githa. Die restlichen Niederlagen waren für den Coach «einfach Kopfsache».

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