28. Mai 2012

Titel-Triple perfekt: Kieler Handballer feiern

Köln (dpa) - Ein Triple ist nicht genug. Der dritte Titel der Saison war den Handballern des THW Kiel eine dreitägige Dauer-Party wert. Nach dem Gewinn der Champions League und dem Feierauftakt in einem Kölner Brauhaus im Schatten des Doms folgte der Kurztrip auf die Feteninsel Mallorca.

Sieger
Der THW Kiel hat die Handball Champions League gewonnen. Foto: Jonas Güttler
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Pokalübergabe
Kapitän Marcus Ahlm bekam als Erster die begehrte Trophäe. Foto: Jonas Güttler
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Zeremonie
Vater des Erfolgs: THW-Trainer Alfred Gislason. Foto: Jonas Güttler
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Siegerpose
Daniel Narcisse mit der «Usain Bolt Siegerpose». Foto: Jonas Güttler
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Garant
Kiels Torwart Thierry Omeyer hielt überragend. Foto: Jonas Güttler
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«Wir werden unglaublich viel saufen, auch wenn man das als Spieler nicht sagen darf. Unser nächstes Spiel ist erst am Donnerstag und wir haben so lange gewartet, um zu feiern, und jetzt werden wir richtig Gas geben», gab Kim Andersson die Devise für den Feiermarathon aus. Danach wollen die Kieler noch eines schaffen: Die Bundesliga-Saison ohne Verlustpunkt beenden.

In seinem letzten Champions-League-Spiel für Kiel zeigte der Schwede noch einmal seine ganze Klasse. Sieben Treffer markierte der Linkshänder Andersson beim 26:21 (13:10)-Sieg im Finale des Final4-Turniers gegen Atletico Madrid und war neben dem famosen Torhüter Thierry Omeyer Garant für den Triumph. 20 000 begeisterte Fans im Tollhaus Lanxess Arena bejubelten die Handball-Helden.

«Die Champions League mit Kiel zu gewinnen, ist ein besonders Gefühl», sagte der Rückraumspieler aus Schweden, der bereits nach dieser Saison den THW Kiel verlässt und beim Champions-League-Dritten AG Kopenhagen anheuert. Die Dänen hatten in Köln das kleine Finale gegen die Füchse Berlin mit 26:21 (13:9) gewonnen.

Der deutsche Meister und DHB-Pokalsieger THW Kiel hat zum zweiten Mal nach 2007 den Titel-Dreier perfekt gemacht. Mit dem Sieg in der «Königsklasse» krönten die «Unbesiegbaren» sich nicht nur zu Europas besten Handballern, sondern machten die Bundesliga auch wieder zur stärksten Liga der Welt.

Denn mit der Champions-League-Trophäe stehen wie 2007 die drei wichtigsten Europapokale in den Vitrinen deutscher Clubs. Frisch Auf Göppingen hatte jüngst den EHF-Cup gewonnen, die SG Flensburg-Handewitt den Wettbewerb der Pokalsieger. Die Bundesliga stellt damit in der kommenden Saison mindestens sieben Europacup-Teilnehmer.

«Dass wir das Triple geschafft haben, ist etwas Außergewöhnliches. Das ist eine Saison, die man kaum wiederholen kann», sagte Trainer Alfred Gislason. Der Isländer hatte gleich nach Abpfiff mit seinen Spielern auf dem Parkett getanzt, jeden geherzt und war dann rasch in den Katakomben verschwunden. «Ich brauchte einen Moment für mich», sagte er. In der Kabine ließ der Architekt des Erfolges kurz das Erreichte sacken. «Es macht einen stolz auf die Mannschaft», bekannte Gislason, der zum dritten Mal nach 2002 mit dem SC Magdeburg und 2010 mit Kiel die Champions League gewonnen hat.

Trotz all der Meriten hält er sich gern Abseits. Es ist nicht seine Art, im Mittelpunkt stehen zu wollen. Als den Spielern der schwere goldfarbene Pokal überreicht wurde, die Konfettis regneten und der Sekt verspritzt wurde, stand Gislason im Hintergrund. Erst als Rückraumspieler Daniel Narcisse ihn mit sanfter Gewalt ins Rampenlicht zog und ihm die Trophäe in die Hände zwang, reckte auch der Isländer das Objekt der Begierde triumphierend in die Höhe. «Alfred ist ein großartiger Trainer und er ist ein Typ, den ich sehr vermissen werde», sagte Kim Andersson.

Seinen Spielern gönnte Gislason nach dem Triumph eine kurze Auszeit, damit sie ausgiebig feiern können. Er selbst wollte eine Flasche Rotwein genießen. «Jetzt machen wir zwei Tage Pause und dann mache ich wieder Druck auf die Mannschaft. Nach diesen zwei Tagen bin ich wieder der 'Nerd'», sagte der Trainer mit einem Lachen.

Wenngleich alle drei Titel bereits gewonnen wurden, bleibt den Kielern ein Ziel: Die zwei ausstehenden Bundesliga-Spiele in Hildesheim und gegen Gummersbach zu gewinnen und als erste Mannschaft ohne Verlustpunkt die Saison zu beenden. «Wir sind zwei Spiele vor einer perfekten Saison. Da sind Leute wie Omeyer drauf versessen», sagte Gislason.

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