02. März 2013

Überfliegerin Tora Berger trotzt dem Wind in Oslo

Oslo (dpa) - Beim drittletzten Weltcup der Saison sind die deutschen Biathletinnen erneut am Podest vorbei gelaufen. Das Quintett leistete sich bei schwierigen Windbedingungen zu viele Fehler am Schießstand. Den Sieg sicherte sich die derzeit überragende Tora Berger.

Tora Berger
Biathletin Tora Berger ist zur Zeit die beste Biathletin der Welt. Foto: Stian Lysberg Solum
dpa

Während die norwegische Überfliegerin nach ihrem 26. Weltcupsieg die Glückwünsche von König Harald in dessen Loge entgegen nehmen durfte, war Andrea Henkel als Neunte noch die beste deutsche Skijägerin und nahm ihr Ergebnis mit Galgenhumor. «Wenn es eine WM gewesen wäre, hätte ich gesagt, das Rennen müssen wir noch einmal machen. Aber es war ja zum Glück nur ein Weltcup. Ich nehme das jetzt nicht so ernst», sagte die Vize-Weltmeisterin.

Trotz der widrigen Bedingungen am Schießstand schaffte Laura Dahlmeier als Zehnte der Verfolgung in ihrem erst zweiten Weltcuprennen die zweite Top-Ten-Platzierung und damit die Qualifikation für den Massenstart am Sonntag. «Es war auf alle Fälle ein ganz komisches Rennen. Windig war es und schwierig, sich drauf einzustellen. Ich habe trotzdem versucht mein Bestes zu geben. Sechs Fehler sind ganz schön viel, aber mit Platz zehn kann ich zufrieden sein», sagte die 19-Jährige.

Wie schwer es am Schießstand direkt unterhalb der Holmenkollen-Schanze war, zeigte die Tatsache, dass selbst Berger bei ihrem zehnten Saisonsieg gleich viermal in die Strafrunde musste. Massenstart-Weltmeisterin Darja Domratschewa aus Weißrussland kreiselte gar neunmal und wurde trotzdem noch Fünfte. Die Weltcup-Führende Berger hatte nach den zehn Kilometern 31,2 Sekunden Vorsprung auf die nur zwei Fehler schießende Französin Marie Dorin Habert. Dritte wurde die Slowakin Anastasiya Kuzmina (4/+ 45,1).

Insgesamt 31 Strafrunden oder umgerechnet 4650 Extra-Meter musste das deutsche Quintett absolvieren. Das war eindeutig zu viel, um mit in die Entscheidung eingreifen zu können. Routinier Andrea Henkel musste sieben Strafrunden laufen, lag am Ende 3:22,9 Minuten zurück. Laura Dahlmeier hatte nach ihren sechs Schießfehler 3:32,7 Minuten Rückstand. Franziska Hildebrand (4/+4:33,2) wurde 15., Evi Sachenbacher-Stehle (7/6:09,0) kam auf Platz 29. und Nadine Horchler (7/+ 6:20,4) landete auf Rang 31.

Kurz vor dem Rennen hatte Miriam Gössner ihren Start abgesagt. Die Skijägerin war noch am Donnerstag bei der nordischen Ski-WM in Val di Fiemme in der deutschen Langlauf-Staffel gestartet, am Freitag im Sprint wurde sie 24. und hatte anschließend über Müdigkeit geklagt. Sie will am Sonntag im Massenstart wieder angreifen. Genau wie Andrea Henkel, die im Vorjahr das Duell der besten 30 am Holmenkollen gewonnen hatte. «Der Wind muss aufhören zu wehen und ich muss fehlerfrei bleiben. Dann habe ich Chancen. Das heißt aber noch nicht, dass es dann gutgeht», sagte sie. Laura Dahlmeier stellte vor ihrem ersten Weltcup-Massenstart fest: «Ich hätte mir auch gerne Oslo angeschaut, aber das wird jetzt nix. Ich freue mich jetzt auf das Massenstartrennen, Frau gegen Frau, 30 Athletinnen.»

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