03. Mai 2012

WM-Hoffnung Goc neuer Kapitän - «ganz gut geklappt»

Stockholm (dpa) - Der vermeintliche WM-Heilsbringer und Neu-Kapitän Marcel Goc war nach seinem ersten Training mit der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft ganz entspannt.

Hoffnungsträger
Marcel Goc ist bei der WM der einzige deutsche NHL-Profi. Foto: Achim Scheidemann
dpa

«Das wird schon eine gute WM», versicherte der einzige NHL-Star im deutschen Team knapp 21 Stunden vor dem deutschen WM-Auftaktspiel gegen Italien am Freitag in Stockholm. Dass der 28 Jahre alte Stürmer der Florida Panthers erst am Abend zuvor in Stockholm angekommen war und bislang nur eine Einheit mit seinen 24 Mitspielern absolvieren konnte, war kein Problem für Ruhepol Goc. «Es hat schon ganz gut geklappt. Etwas müssen wir uns noch absprechen, aber die Pässe liefen schon mal gut», befand Goc, der zusammen mit Torjäger Thomas Greilinger und Felix Schütz auflief.

Am Mittwochabend hatte Bundestrainer Jakob Kölliker Goc das mitgeteilt, was der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) tags darauf verkündete: Goc wird wie bei der furiosen Heim-WM 2010 wieder Deutschlands Kapitän sein. Damals stürmte Deutschland bis ins Halbfinale. Seitdem ist der Respekt der Konkurrenz vor Deutschland wieder riesengroß. Beim Abschlusstraining am Donnerstag im Stockholmer Globen spionierte auch Zinetula Biljaletdinow, der Coach von Rekordweltmeister Russland. Gegen die «Sbornaja» muss Deutschland im dritten WM-Spiel am kommenden Dienstag ran.

Zuvor hatte bereits Italiens Trainer beim Anflug auf Stockholm seinen Respekt vor Deutschland offenbart. «Deutschland hat schon eine wirklich richtig starke Truppe. Was die in den letzten zwei Jahren gezeigt haben, ist beeindruckend», stöhnte Rick Cornacchia auf dem Flug SK 1420 zum Auftaktspiel.

Deutschland startet am Freitag gegen den Aufsteiger mit einem völlig unbekannten Gefühl in eine Weltmeisterschaft: Als Favorit. «Es ist schön, dass wir eine Favoritenrolle haben, das haben wir uns in den letzten Jahren erarbeitet und wir nehmen die Rolle gerne an», sagte Stürmer Christoph Ullmann. Alles andere als ein Sieg wäre eine (böse) Überraschung. «Wenn wir unser Ziel Viertelfinale erreichen wollen, müssen wir das Spiel gewinnen - da führt kein Weg daran vorbei», sagte Torhüter Dennis Endras dem TV-Sender Sport 1.

Italien stieg gerade erst wieder in die A-Gruppe auf, Deutschland stand 2010 im Halb- und 2011 im Viertelfinale. Auf dem angestrebten erneuten Weg in die Runde der letzten Acht wollen sich die deutschen Cracks weder von Italien, noch vom zweiten Gegner Lettland am Sonntag stoppen lassen. «Wir haben das Viertelfinale im Fokus, aber wir müssen schauen, dass wir von Anfang an einen guten Start ins Turnier haben», befand Goc. «Wir dürfen Italien nicht unterschätzen und müssen spielen wie gegen Russland oder Finnland.»

Seit Tagen schon bereitet Kölliker sein Team nach eigenen Angaben minutiös auf den Auftakt vor. «Es gibt ein Schlüsselspiel, das ist das Erste. Wenn man mit einem Sieg startet, gibt das Selbstvertrauen. Wenn das nicht der Fall ist, fängt man schon zu studieren an», meinte der Coach. Das Kalkül des Schweizers ist, mit zwei Siegen zum Auftakt ohne Druck dann gegen die Top-Nationen Russland (8.5.) und Gastgeber Schweden (9.5.) antreten zu können. «Wenn man ein, zwei oder gar drei Große schlägt, dann sieht es sehr gut aus», sagte Kölliker in seiner forschen Art, die allmählich abfärbt. Trotz insgesamt neun WM-Absagen und nur einem NHL-Spieler bei der WM sind die Erwartungen riesig.

«Ich bin bei den ersten drei Spielen in Stockholm und komme dann noch einmal am 15. Mai; auch um dann zum Weltverbandskongress nach Helsinki zu fahren. Da würde ich mich natürlich sehr freuen, die Mannschaft noch einmal dort zu sehen», sagte DEB-Präsident Uwe Harnos der dpa. In Helsinki finden die Halbfinals sowie das Endspiel statt.

Der Glaube an eine erneute Eishockey-Sensation wie vor zwei Jahren wächst kurz vor dem Turnierstart. «Mein Ziel ist, wieder das Viertelfinale und dann das Halbfinale zu erreichen und eine Medaille zu gewinnen», sagte Endras. Laut Erich Kühnhackl bestehen die Erwartungen zu Recht. «Tatsache ist, dass wir läuferisch, taktisch und physisch näher an die großen Teams herangerückt sind», sagte das deutsche Eishockey-Idol den «Stuttgarter Nachrichten».

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