Tanzsport
Ludwigsburg | 23. November 2017

1. TCL zurück auf internationaler Bühne

Als deutscher Meister reist die Ludwigsburger Standardformation am Freitag zu den Weltmeisterschaften nach Braunschweig – Ziel ist eine Medaille

Strahlende Gesichter beim 1. TC Ludwigsburg nach dem Titelgewinn bei der deutschen Meisterschaft. Foto: Bob van Ooik
Strahlende Gesichter beim 1. TC Ludwigsburg nach dem Titelgewinn bei der deutschen Meisterschaft. Foto: Bob van Ooik

Dominik Kirchniawy spürt ein gewisses Kribbeln im Bauch. „Der deutsche Meistertitel hat uns noch einmal zusätzlich gestärkt. Vielleicht gelingt es noch einmal“, deutet der Kapitän der Standardformation des 1. TC Ludwigsburg den großen Traum vom WM-Gold an.

Im Sport- und Bildungszentrum des Schwäbischen Turnerbundes in Bartholomä tankten die Tänzerinnen und Tänzer den Geist der Ostalb, wie schon 2015 vor dem WM-Triumph in eigener Halle. Fast eine Woche lang trimmte das Trainerehepaar Dagmar und Norman Beck seine Schützlinge für das neue Duell mit dem Erzrivalen Braunschweiger TSC und dem bärenstarken Titelverteidiger Vera Tyumen aus Russland. Die großen Drei machten in den letzten sechs Jahren Gold stets unter sich aus. Dreimal stand Braunschweig ganz oben (2011, 2012, 2014), Tyumen zweimal (2013, 2016) und Ludwigsburg einmal. Mit dem Titel 2015 hatte sich der 1. TCL zum Rekord-Weltmeister gekrönt. Der Gastgeber am Samstag, Braunschweig, folgt mit zehn Titeln dicht dahinter.

Einiges spricht dafür, dass das Trio erneut den Ton angeben wird, nachdem die Ludwigsburger vor einem Jahr aus personellen Gründen bei der WM gefehlt hatten. Mit komplettem Team und der wunderschönen Choreographie „Kontraste“ melden sie sich auf der internationalen Bühne zurück. Aber die Konkurrenz ist stark.

Unmittelbar nach dem DM-Finale in Bremen hatte sich Braunschweigs Trainer Rüdiger Knaack im Fernsehinterview kämpferisch gezeigt: „Wir werden weiter arbeiten. Das Ziel WM ist noch nicht aus den Augen und aus den Köpfen.“ TCL-Coach Beck befeuert die sportliche Rivalität und verspricht einen Wettkampf auf hohem Niveau: „Wir wollen auf jeden Fall vor Braunschweig landen. Und ob die Russen etwas Neues machen, interessiert mich nicht. Wir müssen unsere eigene Leistungsfähigkeit optimieren und einfach an den vorbei.“

Der Weltmeister 2017 muss nach Becks Einschätzung „über die Hürde der 36 Punkte springen“. In Bremen kam die TCL-Crew auf 33,75. „Wir müssen in allen Bereichen eine Schippe drauflegen. Wir haben noch Luft nach oben“, lässt der Trainer nicht locker. Langsamer Walzer, Tango, Wiener Walzer, Slowfox und Quickstep sind in einer abwechslungsreichen Abfolge von Bildern zu präsentieren. Dabei wollen die Ludwigsburger ihre Linien, Kreise, Blöcke, Diagonalen, Rauten und Kreise fließend aufs Parkett zeichnen. Rhythmus- und Tempowechsel erschweren die geforderte Synchronität und Präzision.

Als weitere Finalkandidaten gelten der letztjährige Drittplatzierte DSV Dance Impression (Niederlande), Szilver TSE (Ungarn) und Olympia Ufa (Russland). Ins Rampenlicht zurück kehrt die weißrussische Formation Univers Minsk Belarus, die stets in der erweiterten Spitze mitgemischt hatte. Polen, das immer wieder starke Teams entwickelt hat, wird durch den Landesmeister Kadryl Bialystok vertreten.

Erich Wagner
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