Tanzsport
Ludwigsburg | 13. Januar 2018

Das Prestigeduell geht in die nächste Runde

Ludwigsburg deutscher Meister, Braunschweig nur Dritter. Umgekehrte Vorzeichen bei der WM: die Niedersachsen Vizeweltmeister vor den Schwaben. Im Prestigeduell der Standardformationen steht es 1:1. Heute beginnt in der Rundsporthalle die Bundesligasaison.

Vor dem Auftaktturnier der Eliteliga der Standardformationen strotzt Nils-Arne Herold vom 1. Tanz-Club Ludwigsburg vor Angriffslust. „In eigener Halle, vor heimischem Publikum – da ist das Ziel ganz klar“, sinnt der 26-Jährige auf Revanche.

Die nicht eingeplante Niederlage gegen den Braunschweiger TSC bei der Weltmeisterschaft im November spukt immer noch in den Köpfen der Ludwigsburger Tänzerinnen und Tänzer herum. Am Samstag (18 Uhr) treffen die Erzrivalen in der Rundsporthalle erneut aufeinander, diesmal will der TCL wieder die Nase vorne haben.

Dass dies möglich ist, hatten die Schützlinge des Trainerehepaars Norman und Dagmar Beck beim unverhofften Titelgewinn bei den deutschen Meisterschaften bewiesen. Dabei schob sich zwischen Ludwigsburg und Braunschweig überraschend der TSC Schwarz-Gold Göttingen auf Platz 2. Für Spannung ist also gesorgt.

„Wir möchten die allerbeste Leistung abliefern, die wir bringen können“, lautet Herolds Devise. Er und die anderen vier Neuzugänge aus Gießen haben im vergangenen halben Jahr eine Menge neuer Eindrücke und Erlebnisse durch den Wechsel nach Ludwigsburg gewonnen. „Es ist ein großer zeitlicher Aufwand, aber es lohnt sich“, unterstreicht Nils-Arne Herold, der demnächst sein BWL-Studium abschließen wird und „nebenher auch schon arbeitet“.

Das Niveau beim TCL sei ein ganz anderes als in Gießen, die Anforderungen deutlich höher. „Aber wir haben uns da ganz gut reingekämpft. Und ich habe mich auch persönlich weiterentwickelt.“ Der Triumph bei der deutschen Meisterschaft sei für alle ein absoluter Höhepunkt gewesen. „Wenn man mir vor einem Jahr gesagt hätte, dass ich die Bronzemedaille bei einer Weltmeisterschaft gewinnen würde“, ergänzt Herold, „und dass ich mich darüber auch noch ärgern würde, das hätte ich am allerwenigsten erwartet.“

Einerseits hatten sich die Braunschweiger bei der WM in ihrer Volkswagenhalle von Durchgang zu Durchgang gesteigert, andererseits aber vom Heimvorteil und dem Wohlwollen eines internationalen Wertungsrichtergremiums profitiert. In der Bundesliga sind es ausschließlich deutsche Juroren mit der Einordnung der gezeigten Leistungen betraut.

„Die Bundesligarunde will der TCL gewinnen“, stachelt Trainer Beck den Ehrgeiz seiner Sportlerinnen und Sportler an. Allerdings gab es im Vorfeld erneut personelle Wechsel. Die Geschwister Yannick (Referendariat) und Louisa Kersting (Fußprobleme) legen eine Pause ein, ebenso Isabell Marton.

Einige personelle Veränderungen

Mit TCL-Nachwuchstalent Andrej Cicoare (17) und der reaktivierten Milena Wiederhold, Weltmeisterin des Jahres 2015, konnte eine vielversprechende Paarung neu gebildet werden. Ersatztänzerin Michaela Süß erlebt ihre Feuertaufe an der Seite von Patrick Esch. Manuel Weber (jetzt mit Sina Seidel) und Christian Quaas (jetzt mit Claudia Sturm) haben die Tanzpartnerinnen getauscht.

Trotz „einiger Umschichtungen“ geht Coach Beck in die Offensive: „Es steht 1:1, jetzt kommt die nächste Herausforderung in der Liga.“

von erich wagner
Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige