Tanzen
Göttingen/Ludwigsburg | 14. Februar 2018

Erst der Schock, dann der Triumph

Standardformation des 1. TC Ludwigsburg tanzt trotz eines Sturzes auf Platz eins beim Turnier in Göttingen

Die Ludwigsburger Tänzer haben bis dato alle drei Bundesliga-Wettkämpfe gewinnen können. Foto: Baumann
Die Ludwigsburger Tänzer haben bis dato alle drei Bundesliga-Wettkämpfe gewinnen können. Foto: Baumann

Allen Widrigkeiten zum Trotz sicherte sich die Standardformation des 1. TC Ludwigsburg auch beim Turnier in Göttingen Platz 1. Durch den dritten Erfolg im dritten Wettbewerb hat das Team nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft auch den Triumph in der Bundesliga praktisch sicher. Nur noch zwei Durchgänge stehen aus. Der Tabellenerste qualifiziert sich für die WM im November. Nicht einmal durch einen Sturz in Göttingen ließen sich die Ludwigsburger Tänzerinnen und Tänzer zu Fall bringen.

Trainer Norman Beck stockte der Atem, als es Nils Herold in einer Kurve in hoher Geschwindigkeit beim Anlauf zum Kreuzen „aus heiterem Himmel, wie vom Blitz getroffen, die Füße wegzog“. Stürze beim Formationstanzen, wie Beck erläuterte, sollen von den Juroren nicht gewertet werden, „wenn sich ein stürzendes Paar unmittelbar danach wieder in die Mannschaft einreiht“. Und genau das gelang Herold und Melissa Schenk, obwohl die Tänzerin nicht ganz so schnell auf die Beine kam und einige Meter von ihrem Partner über das Parkett gezerrt wurde, ehe die Ecke für den Wiener Walzer erreicht war. Am Ende erhielt der TCL mit seiner Choreographie Kontraste von sechs der sieben Wertungsrichter die Eins. Der Braunschweiger TSC konnte mit Light and Darkness erneut nicht aus dem Schatten des TCL heraustreten. Vielmehr rückt der Drittplatzierte TSC Schwarz-Gold Göttingen dichter an den niedersächsischen Rivalen heran.

So frühzeitig die Weichen für den Bundesligasieg zu stellen, war Becks erklärtes Ziel: „Damit haben wir den Rücken frei für die Europameisterschaft.“ Die Titelkämpfe am 25. Februar in Sotschi sind das nächste Ziel seiner Truppe, die sich durch einige personelle Änderungen nicht aus dem Konzept bringen lässt. Mit Isabell Marton und Schenk sind zwei Weltmeisterinnen von 2015 zurück. Als vor dem Turnier in Göttingen Sina Seidel überraschend dem TCL den Rücken kehrte, sprang Michaela Süß trotz gesundheitlicher Beschwerden ein.

Da Julia Rösler aus beruflichen Gründen bei der EM nicht starten kann, beorderten die Verantwortlichen Schenk ins Team, um nach der Pause Wettkampfpraxis zu sammeln.

Ergebnisse aus Göttingen: Großes Finale: 1. 1. TC Ludwigsburg (1-1-1-1-2-1-1); 2. Braunschweiger TSC (3-3-3-2-1-2-2); 3. TSC Schwarz-Gold Göttingen A (2-2-2-3-3-3-3); 4. TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg (4-4-4-4-4-4-4); 5. Tanzclub Bernau (5-5-5-5-5-5-5).

Erich Wagner
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