Ludwigsburg | 28. November 2017

TC Ludwigsburg im Modus der Emotionen

Großer Bahnhof für den WM-Bronzemedaillengewinner – „Mercedes-Benz unter den Standardformationen“

Ludwigsburg. Nach einer kurzen Nacht im Intercity-Hotel in Braunschweig schüttelten Verantwortliche und Sportler des 1. TC Ludwigsburg das anstrengende Wochenende ab. „Beim Frühstück haben wir uns ganz spontan entschieden, die WM-Mission mit einem kleinen Umtrunk im Clubheim ausklingen zu lassen“, legte Präsidentin Gaby Wulff großen Wert darauf, die Leistung der WM-Bronzemedaillengewinner entsprechend zu würdigen.

Bei der Rückkehr der Tänzerinnen und Tänzer beglückwünschten Sportkreisvorsitzender Matthias Müller und Raphael Dahler vom Sportamt der Stadt Ludwigsburg die Standardformation zu ihrer erfolgreichen Rückkehr auf das internationale Parkett. Im Tanzsportzentrum am Erlenweg fehlten allerdings die Neuzugänge Claudia Sturm, Nils-Arne Herold, Patrick Esch und Christian Quaas, die auf der Rückreise den Mannschaftsbus in ihrer Heimatstadt Gießen verlassen hatten.

Anerkennende Worte richtete am Sonntagabend auch Bundessportwart Michael Eichert (Freiberg) an das Aushängeschild des Ludwigsburger Sports: „Das Leistungsniveau wird international immer dichter. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass man Dritter bei der Weltmeisterschaft wird.“ Der Trainer von Titelgewinner Vera Tyumen (Russland), Aleksey Litvinov, habe ihm seinen großen Respekt vor dem TCL-Team bekundet. „Litvinov hat

Ludwigsburg als den Mercedes-Benz unter den Standardformationen bezeichnet“, plauderte Eichert aus dem Nähkästchen. Dass der TCL am Ende als deutscher Meister hinter Gastgeber Braunschweiger TSC überraschend „nur“ auf Platz 3 gelandet war, wird natürlich noch eine Weile für Diskussionen sorgen. „Von den zwölf internationalen Wertungsrichtern in Braunschweig werten neun nur selten Formationen“, stellte TCL-Trainer Norman Beck die Zusammensetzung der Jury infrage.

Im Finale schwebten die Ludwigsburger „im Modus der Emotionen“ über die Fläche, so empfand es nicht nur Kapitän Dominik Kirchniawy. „Wir haben schon gedacht, dass wir Silber haben“, beschrieb seine Tanzpartnerin Masha Novikova ihre Gefühle. Zum Trost erhielt die 19-Jährige von ihrer Schwester Lea (8) eine handgefertigte Goldmedaille.

Großes Lob heimste Schneiderin Olga Vaslikova ein. Fallender Rock und Federboa, assymetrischer Rückenausschnitt mit Strasssteinen – „die schönste Robe des Abends“ attestierte eine Besucherin in der Volkswagenhalle den TCL-Frauen.

von erich wagner
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