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Basketball-Bundesliga

Ähnliche Handschrift, mehr Energie: Josh King als Nachfolger von John Patrick bei den MHP-Riesen

Josh King heißt der neue Trainer der MHP-Riesen Ludwigsburg. Der frühere Co-Trainer des Erfolgscoaches John Patrick tritt beim Basketball-Bundesligisten ein großes Erbe an – mit ähnlicher Handschrift.

„Vielleicht bin ich ein wenig energiegeladener“, kündigt Josh King bei der Pressekonferenz in der MHP-Arena an. Den Beweis lieferte der US-Amerikaner bereits im Juni 2021 als Co-Trainer an der Seitenlinie der Riesen. Fotos: Baumann
„Vielleicht bin ich ein wenig energiegeladener“, kündigt Josh King bei der Pressekonferenz in der MHP-Arena an. Den Beweis lieferte der US-Amerikaner bereits im Juni 2021 als Co-Trainer an der Seitenlinie der Riesen. Fotos: Baumann
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Ludwigsburg. Die Fußstapfen sind groß, in die Josh King beim Basketball-Bundesligisten MHP-Riesen Ludwigsburg tritt. Das wurde am Mittwochnachmittag deutlich, mehr als drei Monate vor seinem Pflichtspiel als Cheftrainer der Riesen. Denn kaum eine Frage der Journalisten bei der Vorstellung des Coaches in der MHP-Arena beinhaltete nicht auch den Namen seines Vorgängers John Patrick. „Es ist eine Herausforderung. Aber ich fühle nicht mehr Druck als bei jedem anderen Club“, sagte King über die Nachfolge Patricks. Dieser sei für ihn „der beste Trainer Europas“.

Drei Jahre als Co-Trainer

An Patricks Seite hatte King von 2018 bis 2021 als Co-Trainer gearbeitet. Es folgte ein Jahr als Chefcoach beim tschechischen Erstligisten USK Prag, ehe der 36-jährige US-Amerikaner nun zurückkehrt. „Wir haben uns in keiner Weise darauf fokussiert, einen Klon von John Patrick zu finden“, stellte Alexander Reil am Mittwoch zu Beginn der Pressekonferenz klar. Zwar sprach auch der 1.Vorsitzende der Riesen von einem noch größeren Umbruch, als es ihn in den letzten Jahren in Ludwigsburg Saison für Saison gegeben hatte. Einen komplett neuen Spielstil wird es dort künftig dennoch nicht geben. Denn auch King hob mehrfach hervor, großen Wert auf die Verteidigung zu legen – genau wie Vorgänger Patrick, den es voraussichtlich nach Japan zu Chiba Jets Funabashi ziehen wird. „Harte defensive, vielseitige Spieler“, nannte King als Merkmale seines Stils.

Und so schmunzelte King nach kurzem Überlegen auf die Frage, worin denn der größte Unterschied zwischen ihm und Patrick liege: „Vielleicht bin ich ein wenig energiegeladener.“ Passend dazu findet sich im Fotoarchiv aus früheren Riesen-Saisons ein Schnappschuss, auf dem King voller Euphorie mit beiden Füßen vom Boden abhebt und Luftsprünge macht – eine Jubelpose, die die zuletzt erfolgsverwöhnten Riesen-Fans nur zu gerne häufiger sehen würden.

Schweres Erbe, mittleres Budget

In Ludwigsburg übernimmt King ein Team, das laut Reil „die letzten Jahre extrem überperformt hat“. Patrick hatte die Riesen in seinen neun Jahren in der Barockstadt vom sportlichen Absteiger zur drittstärksten Kraft im deutschen Basketball geformt. Und das, obwohl man vom Budget im Mittelfeld der Liga liege. „Wir haben keine Garantie, jede Saison in den Play-offs zu landen und ins Halbfinale zu kommen“, sagte Reil. Genau das war den Riesen in den letzten drei Jahren gelungen und soll laut King erneut klappen. Während Reil sich bei der Zielsetzung für die kommende Saison zurückhielt, ging King forscher zu Werke. „Ludwigsburg ist eine Play-off-Mannschaft“, sagte King.

Wie lange sein Vertrag läuft, wollte am Mittwoch keiner der Beteiligten verraten. „Aber mein Ziel ist es, eine lange Zeit in Ludwigsburg zu bleiben“, sagte King über seine „zweite Heimat“. In dieser muss er nahezu eine komplett neue Mannschaft aufbauen. Lediglich Ergänzungsspieler Jonathan Bähre hat aktuell einen Vertrag für die kommende Spielzeit. Bei der Verpflichtung neuer Spieler könne man noch auf Patricks Hilfe zurückgreifen, wenngleich King betonte: „Ich werde die Spieler aussuchen.“ In den nächsten Tagen werde man erste Neuverpflichtungen vorstellen.

Kommende Saison erneut in der Champions League

King wird laut eigener Aussage bis zum Trainingsstart Mitte August meist in Ludwigsburg bleiben, für die NBA Summer League allerdings nach Las Vegas reisen, um dort junge Nachwuchsspieler zu scouten. Während Patrick einen exzellenten Draht zu Agenten habe, sei King im College-Basketball bestens vernetzt, wie er bekräftigte. Bereits nach seiner eigenen Collegezeit hörte der US-Amerikaner mit aktivem Basketball auf und wechselte an die Seitenlinie. Nach verschiedenen Stationen, zuletzt an der University of New Hampshire (2016 bis 2018), folgte der Wechsel nach Deutschland zu den Riesen.

Mit den Ludwigsburgern wird er in der kommenden Saison voraussichtlich in drei Wettbewerben antreten. Neben BBL und BBL-Pokal habe man sich nach der sportlichen Qualifikation auch für die Champions League gemeldet, gab Reil bekannt.

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