Logo

Basketball

Alba Berlin angeschlagen vor Spiel gegen Ludwigsburg, aber nicht minder gefährlich

Hier die von der Coronawelle weithin verschonten MHP-Riesen, dort die angeschlagenen Albatrosse: Die Vorzeichen für die Basketball-Bundesligabegegnung am Sonntag (15 Uhr) in der Berliner Mercedes-Benz-Arena scheinen klar. Einen Favoriten aber gibt es weder aus Berliner noch aus Ludwigsburger Sicht.

Johannes Thiemann (rechts) Foto: Eibner
Johannes Thiemann (rechts) Foto: Eibner

Ludwigsburg. Zwei Wochen kein Mannschaftstraining, zwei Wochen kein Pflichtspiel, selbst coronabetroffen, deswegen in häuslicher Quarantäne: Für Johannes Thiemann hätten die ersten Wochen des neuen Jahres kaum schlimmer kommen können. Zwar zeigte der ehemalige Center der MHP-Riesen Ludwigsburg nur „leichte Symptome“, wie er sagt, dennoch war er vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Wie auch die übrige Berliner Mannschaft, die nach positiven Coronatests zunächst zwei BBL-Spiele (gegen Braunschweig und Gießen), dazwischen auch die Europa-League-Partie gegen Maccabi Tel Aviv, verschieben musste.

Erst am Dienstag dieser Woche ging es international für Alba Berlin wieder los. Die Spiele in Mailand (76:84) und am Donnerstag gegen Real Madrid (74:89) gingen zwar verloren, dennoch sah Thiemann seine Kollegen nach der langen Pause gut aufgestellt. „Auch wenn uns noch etwas die Kräfte fehlten, haben wir phasenweise sehr gut gespielt“, bilanzierte der Nationalspieler, der selbst noch nicht im Aufgebot stand, optimistisch. Am Sonntag will Thiemann aber wieder ins Geschehen eingreifen.

Johannes Thiemann, der zwischen 2016 und 2018 zwei Spielzeiten bei den MHP-Riesen unter Vertrag stand, ist in Berlin inzwischen eine feste Größe. Unter Trainer-Ikone Aíto García Reneses reifte der gebürtige Trierer zum Nationalspieler. Auch das Spielsystem von Reneses-Nachfolger Israel González kommt dem variablen Flügel-/Centerspieler entgegen. „Sie leben eine ähnliche Philosophie“, so der 27-Jährige, an dessen Seite seit Saisonbeginn ein weiterer ehemaliger Ludwigsburger spielt: Jaleen Smith.

Der Point Guard, so Thiemann, habe in Berlin sicher eine andere Rolle als in Ludwigsburg, wo er binnen zwei Spielzeiten vom BBL-Rookie zu einem unumstrittenen Führungsspieler heranwuchs. „Bei uns gibt es viele Spieler, die Leader auf dem Feld sind“, sagt Thiemann, dennoch habe sich Jaleen nach anfänglichen Schwierigkeiten gut eingefügt.

Dass der deutsche Pokalsieger aus der Bundeshauptstadt trotz Corona ein komplettes und spielstarkes Ensemble bildet, weiß auch John Patrick. „Zwei Wochen Trainingsausfall und mangelnde Spielpraxis tun natürlich weh“, so der Coach der MHP-Riesen, „aber Berlin ist ein super eingespieltes Team und hat immer eine hohe Qualität und enorme Kreativität.“

Vor allem Maodo Lo, Dreier-Spezialist Tamir Blatt und natürlich Marcus Eriksson, der zuletzt verletzt war, seien im Berliner 17er Kader echte Hausnummern. „Sie haben jetzt das dritte Spiel in sechs Tagen, dennoch werden sie voll da sein“, so Patrick. Das verspricht auch Thiemann: „Gegen Ludwigsburg ist es immer eine Riesenherausforderung, aber wir haben in der Liga unseren eigenen Anspruch und werden das Spiel sicher nicht herschenken.“

Jacob Patrick und Darden dabei

Was die eigenen Ansprüche betrifft, ist auch John Patrick keinesfalls bescheiden. „Eigentlich wollten wir fliegen“, sagt der Coach, „aber wir müssen wegen der Pandemie sehr vorsichtig sein.“ Deswegen reist sein Team am Samstag mit dem Bus in der Hauptstadt an. Patrick wird auf seinen kompletten Kader zurückgreifen können. Nur sein Sohn Jacob, der jüngst in Oldenburg 14 Punkte (3 Dreier) auflegte, ist etwas angeschlagen. Im Training bekam der Trainer-Filius einen Ellenbogenschlag an den Kopf und zog sich eine leichte Gehirnerschütterung zu. Tremmel Darden, der gegen Oldenburg vom Feld musste, wird ebenfalls wieder dabei sein.

Gespannt sein darf man in Berlin auf den Auftritt von Thiemann-Pendant Ethan Happ. Der neue Center habe sich gut integriert und wird – obwohl lange ohne Spielpraxis und etwas Fitness-Rückstand – ebenfalls auflaufen. „Er findet seine Rolle, muss sich aber in dieser athletischen Liga noch orientieren und im 5 gegen 5 Spiel zulegen“, sagt Patrick. Anders als in Ludwigsburg, wo nur 750 Zuschauer zugelassen sind, werden in der Berliner Arena, die 16000 Besucher fasst, 2000 Fans dabei sein. „Das ist cool“, freut sich Patrick auf die Partie.

Autor: