Logo

Basketball

Ausrufezeichen der Ludwigsburger Basketballer zum Auftakt in der Champions League

Mit 95:73 schlagen die MHP-Riesen Ludwigsburg den französischen Gegner JDA Dijon und legen einen Auftakt nach Maß in die Runde der besten 16 Teams der Basketball-Champions-League hin.

Dem Gegner enteilt: Ludwigsburgs Justin Simon (rechts) setzt gegen Jacques Alingue zu einem seiner spektakulären Körbe an. Foto: Baumann
Dem Gegner enteilt: Ludwigsburgs Justin Simon (rechts) setzt gegen Jacques Alingue zu einem seiner spektakulären Körbe an. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Rashard Kelly brachte es mit einer Portion Ironie auf den Punkt: „Willkommen unter den besten 16 Teams“, sagte der Forward von Jeanne d‘Arc Dijon in der Pressekonferenz nach der gestrigen 73:95-Niederlage bei den MHP-Riesen Ludwigsburg mit versteinerter Miene. Im ersten Spiel der Vierergruppe I der Basketball-Champions-League haben die Riesen vor 500 Zuschauern in der MHP-Arena mit dem deutlichen Sieg dagegen ein Ausrufezeichen gesetzt. „In manchen Phasen sahen wir aus wie eine Jugendmannschaft, die gegen Erwachsene spielt“, haderte Dijon-Coach Nenad Markovic.

Dabei hatte sein Team den besseren Start in die Partie erwischt. „Sie haben uns etwas überrumpelt“, sagte Riesen-Trainer John Patrick. Denn mit hervorragender Ballzirkulation und dem umsichtigen wie quirligen David Holston auf der Aufbauposition kamen die Gäste zu vermeintlich einfachen Punkten. So auch bei einem Dunk von Gavin Ware zur frühen 7:2-Führung. Erst danach erreichte die Riesen-Defensive Betriebstemperatur, so dass auch im Angriff mehr zusammen lief. Ein spektakulärer Dunk von Justin Simon, der gerade in der Champions League regelmäßig neues Material für seinen persönlichen Highlight-Zusammenschnitt sammelt, besorgte die erste Riesenführung (13:12). Dank Jonathan Bähres Zählern zum Viertelende nahmen die Gastgeber so ein 18:16 mit in den zweiten Abschnitt.

Auch in diesem hielten die Gelb-Schwarzen ihr aggressives Spiel aufrecht. Der ehemalige Ludwigsburger Khadeen Carrington war zwar vor Spielbeginn mit einem Applaus von den Fans und einer Umarmung von Trainer Patrick begrüßt worden, wurde auf dem Parkett allerdings weniger zärtlich empfangen. Immer wieder doppelten die Riesen den Guard und brachten die Franzosen in die Bredouille.

Nutznießer war unter anderem Jordan Hulls, der mit acht sehenswerten Punkten in Serie zum 31:23 die bis dahin höchste Führung der Gastgeber bescherte. Lediglich einigen überflüssigen Ballverlusten war es in dieser Phase zuzuschreiben, dass Ludwigsburg nicht noch weiter davonzog. Bis auf 32:33 kämpften sich die Gäste heran, ehe die Riesen wieder besser ins Spiel fanden. Sichtlich entnervt gerieten Holston und Teamkollege Jacques Alingue mitten auf dem Parkett in einem Wortgefecht aneinander, denn Ludwigsburg zog dank des starken James Woodard davon. „Er war der beste Spieler heute“, sagte Coach Patrick über den US-amerikanischen Guard (14 Punkte). Jonah Radebaugh stellte auf 44:32 zur Halbzeit.

Blitzstart nach der Halbzeit

Nach der Pause starteten die Riesen furios. Während den Franzosen weiterhin die Ballverluste und die schwache Rebound-Statistik zu schaffen machten, stellte Ethan Happ auf der anderen Seite auf 53:34. „Mit so einer Rebound-Statistik haben wir immer eine gute Chance zu gewinnen“, freute sich Simon. Zwölf Bälle mehr pflückten die Riesen unter den Brettern, ließen nur drei Offensivrebounds zu – und das, obwohl Coach Patrick vor der Partie noch vor der Reboundstärke des Gegners gewarnt hatte.

Ans Aufgeben dachten die Gäste allerdings nicht, sondern starteten ihrerseits einen kleinen Lauf. Ein Dreier von Charles Galliou zwang Patrick beim Stand von 59:46 zu einer Auszeit. Nach dieser fanden die Riesen ihre alte Treffsicherheit wieder. Radebaugh aus der Ecke und Hulls ebenfalls mit einem Dreier sorgten wieder für klare Verhältnisse. Auch wenn der Tabellenneunte der französischen Liga sich nicht abschütteln ließen, hatte Woodard zum Viertelende das Glück auf seiner Seite. Einen Dreier mit der Sirene verwandelte er über das Brett zum 70:54 im Korb.

Angeführt vom explosiven Justin Simon, der bis Spielende auf 22 Punkte und 12 Rebounds kam, ließen die Riesen nun nichts mehr anbrennen. Ganz zum Leidwesen von Dijon-Trainer Markovic. Der Coach nahm, selbst als das Spiel schon lange entschieden war, rund zwei Minuten vor Spielende eine Auszeit, um beim Stand von 65:88 Forward Galliou für dessen lasches Defensivspiel anzubrüllen. Anders dagegen die Riesen. Bis zur Schlusssirene ließen sie den Ball gut laufen und zogen auf 95:73 davon. „Aggressiver zu spielen, war heute der Schlüssel zum Sieg“, freute sich der stolze Riesen-Trainer Patrick.

Autor: