Logo

MHP-Riesen

BBL: MHP-Riesen Ludwigsburg zwischen Berlinern und Ulmer Spatzen

Die MHP-Riesen Ludwigsburg können zum Jahreswechsel weder feiern noch entspannen. Am Sonntag (18Uhr/Magentasport) steht für den Basketball-Bundesligisten das Derby beim schwäbischen Rivalen Ratiopharm Ulm an.

John Patrick. Foto: Baumann
John Patrick. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Die MHP-Riesen Ludwigsburg haben eine kraftraubende aber erfolgreiche Woche hinter sich. Am Montag gegen Brose Bamberg (88:81) und am Mittwoch gegen die Gießen 46ers (96:87) mussten die Bundesliga-Basketballer kämpfen bis zum Schluss. „Ich bin sehr zufrieden, dass wir diese beiden schwierigen Spiele gewonnen haben. Es war sogar mein erster Sieg in Bamberg überhaupt“, sagte Riesen-Trainer John Patrick vor dem Spiel gegen Ratiopharm Ulm (Sonntag, 18Uhr) im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir müssen uns natürlich verbessern, aber dass wir mit unserem kleinen Kader in der Champions-League-Gruppe Erster wurden und auf einen Play-off-Platz stehen, hätte ich mir zu Beginn der Saison nicht vorstellen können.“

Die Ludwigsburger profitieren dabei zunehmend von James Woodard, der immer mehr Akzente setzt und zudem Jonah Radebaugh entlastet. Der Guard ist nach einer langwierigen Muskelverletzung im Arm erst seit Anfang Dezember einsatzfähig, kommt aber immer besser in Fahrt. Was der 27-Jährige kann, zeigte er in Bamberg, als er mit 28Punkten eine neue Karriere-Bestmarke aufstellte. „Man kann sehen, dass er Qualität hat. Aber ich glaube nicht, dass er schon bei 100Prozent ist. Es dauert einfach ein paar Wochen, bis man spielfit ist und den Rhythmus findet“, sagt Patrick.

Gegen Gießen war aber Justin Simon der Mann des Spiels. Vor allem in der ersten Halbzeit wirkte der 25-Jährige eher glücklos. Doch in den Schlussminuten drehte Simon auf, erzielte 16Punkte und schnappte sich vier Rebounds. „Ludwigsburg hat einfach die Spieler, die Verantwortung übernehmen“, stellte Gästecoach Pete Strobl anschließend resigniert fest.

Mit Ulm begegnet den Riesen nun aber ein anderes Kaliber. Für Patrick gehören die Spatzen zu den besten Teams der Liga. „Ulm ist nicht weit weg von München und Berlin. Sie sind unglaublich talentiert. In ihrer Startformation sind vier Spieler, die in der NBA spielen könnten.“ Semaj Christon (Oklahoma City Thunder), Jaron Blossomgame (Cleveland Cavaliers), Cristiano Felício (Chicago Bulls) und Sindarius Thornwell (L.A.Clippers, Orlando Magic) verfügen allesamt über Erfahrung in der besten Liga der Welt. Patrick ist sich sicher, dass die vier derzeit aufgrund der Coronavirus-Probleme einige Minuten in der NBA sammeln würden, wären sie in den USA geblieben.

„Ulm ist ganz klar der Favorit“, betont Patrick. Es ist dennoch ein spannendes Schwaben-Derby zu erwarten. Ein Jammer, dass in der Ratiopharm Arena in Neu-Ulm (Bayern) keine Zuschauer zugelassen sind. Für gewöhnlich verwandeln 6000 frenetische Fans die Arena zu einer Festung in orange.

Die Riesen werden bereits an Neujahr an die Donau fahren. Eine Mannschaftsfeier zu Silvester wird es dieses Jahr ohnehin nicht geben, da sich aufgrund der Corona-Beschränkungen in Baden-Württemberg maximal zehn Leute treffen werden. „Es wird ruhig werden bei uns“, sagt Patrick. Zum heutigen Training will der Coach allerdings wenigstens ein paar Berliner mitbringen. Das hat sich die Mannschaft nach dieser Woche auch sicher verdient.

Autor: