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Basketball-Bundesliga

BBL: Nervenstarker Tremmell Darden rettet MHP-Riesen Ludwigsburg den Sieg bei Alba Berlin

Aus einer dramatischen Schlussphase sind die MHP-Riesen Ludwigsburg mit 76:75 bei Meister Alba Berlin als Sieger hervorgegangen.

Routiniers gehen zur Sache: Berlins Luke Sikma (vorne) gegen Ludwigsburgs Matchwinner Tremmell Darden. Foto: Eibner
Routiniers gehen zur Sache: Berlins Luke Sikma (vorne) gegen Ludwigsburgs Matchwinner Tremmell Darden. Foto: Eibner

Berlin. Ihr Glück legten die MHP-Riesen Ludwigsburg am Sonntag im letzten Spielzug des Basketball-Bundesliga-Spiels bei Meister Alba Berlin in die Hände von Tremmell Darden. Überraschend war das nicht. Mit 40 Jahren hat der älteste Spieler der Liga in seiner illustren Karriere schon so viele der Mitteldistanzwürfe genommen wie den, der nun folgen sollte. Zudem hatte er schon in der Partie gegen Alba bewiesen, der treffsicherste Spieler auf dem Parkett zu sein. Und so hob Riesen-Guard Jordan Hulls den Ball auf den 1,96 Meter großen Forward, der setzte zum Wurf an und traf bei seinem 22. Punkt des Tages genau in den Korb – 76:75 für Ludwigsburg, zehn Sekunden vor dem Ende. Da auf der anderen Seite der 17 Jahre jüngere Louis Olinde bei seinem Dreier aus der Ecke mit der Schlusssirene Nerven bewies, gingen die Riesen so als Sieger vom Parkett.

„Ich spiele schon lange genug, dass mich diese Würfe nicht mehr aus dem Konzept bringen“, sagte Darden nach Spielende sichtlich gelassen bei „Magentasport“. Der Spielzug sei laut Darden so aufgezeichnet gewesen. „Der Mitteldistanzwurf liegt mir“, so der US-Amerikaner weiter.

Zuvor hatte man den Berlinern nur selten angemerkt, aus einer langen coronabedingten Pause gekommen zu sein. Zwei Wochen war die Mannschaft von Trainer Israel González wegen einer Quarantäne außer Gefecht gesetzt. Gegen Ludwigsburg startete Berlin aber vor 1600 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena besser in die Partie. Wie schon so häufig in dieser Saison verschliefen die Riesen dagegen die ersten Minuten der Partie.

Ex-Riesen legen stark los

Die Ex-Riesen Oscar da Silva, der in dieser Saison nicht ohne Nebengeräusche von Ludwigsburg nach Berlin gewechselt war, sowie Jaleen Smith waren mitverantwortlich für eine schnelle 5:0-Führung. Nach einem Ballverlust von Jonah Radebaugh nahm Riesen-Trainer John Patrick bereits seine erste Auszeit. Danach war sein Team endlich im Spiel angekommen und fand passende Antworten auf forsch startende Berliner. James Woodards Dreier brachte den Gästen beim 19:18 ihre erste Führung. Mit 23:22 ging aber Alba mit einem Vorsprung in den zweiten Abschnitt.

In diesen startete Ludwigsburg mit einem 14:5-Lauf. Immer wieder brachten die Riesen Ethan Happ unter dem Korb ins Spiel. Der US-amerikanische Neuzugang, der sich unter der Woche laut Riesen-Coach Patrick hervorragend ins Team integriert hatte, setzte sich so zum 38:28 durch. Dreier von Smith und Nationalspieler Maodo Lo verkürzten bis zur Halbzeit auf 38:44 aus Sicht der Berliner.

Die starteten in Durchgang drei direkt mit einem 6:0-Lauf. Erst ein glücklicher Darden-Dreier brachte die Riesen wieder in ihren Rhythmus. Woodard erhöhte gar auf 54:46. In einem immer wieder hin- und herschwankenden Spiel kam nun wiederum Alba nach einer Auszeit zurück. Da Silvas Dreier zum 59:58 beantwortete Ludwigsburgs Hulls mit Viertelende aus der Distanz zum 61:59.

Nachdem die Riesen im entscheidenden Viertel mit einem 7:0-Lauf gegen nunscheinbar müde Berliner bereits auf 68:59 davongezogen waren, schien die Partie entscheiden. Doch ein letztes Mal rafften sich die Hauptstädter auf. Smith schnappte sich einen Offensivrebound zum 73:74, ehe die Berliner Aufholjagd im 75:74 durch Lo 22 Sekunden vor Ende gipfelte. Danach übernahm Darden Verantwortung – und ließ die Riesen jubeln.

„Eine absolute Mannschaftsleistung“, freute sich Radebaugh nach Spielende bei „Magentasport“ über den Sieg. „Es wäre aber beinahe andersrum ausgegangen.“

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