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Basketball

Bittere Lehrstunde im Lernprozess

Der Pokalwettbewerb ist kein Terrain, auf dem sich die Ludwigsburger Basketballer wohl fühlen. Wie im Vorjahr mussten die MHP-Riesen schon im Achtelfinale die Segel streichen. Die 87:90-Niederlage gegen überraschend bissige Braunschweiger Löwen war eine bittere Lehrstunde im Lernprozess des neuformierten Teams.

Der Ludwigsburger Thomas Wimbush (am Ball) enteilt dem Braunschweiger Joseph Lawson.Foto: Baumann
Der Ludwigsburger Thomas Wimbush (am Ball) enteilt dem Braunschweiger Joseph Lawson. Foto: Baumann

Ludwigsburg. „Wir sind eine junge und unerfahrene Mannschaft, die großen Namen haben andere“, nahm John Patrick nach dem Pokal-Aus seine Spieler in Schutz, konnte sich einen Seitenhieb an zwei erfahrene Akteure aber nicht verkneifen. „Von unseren Positionen 4 und 5 haben wir keinen Zugriff auf Scott Eatherton bekommen“, richtete sich Patricks Kritik an das Duo Hans Brase und Center Jonas Wohlfarth-Bottermann, das in den ersten zehn Minuten elf Punkte des besten Braunschweiger Angreifers zuließ.

Vielleicht, so schob der Coach nach, habe auch die ausgesprochen erfolgreiche Vorbereitung mit dem Turniersieg in Frankreich und dem Erfolg gegen Bamberg sein Team zu euphorisch werden lassen. „Dass wir in jedem Spiel höchste Energie benötigen, haben einige vielleicht noch nicht ganz begriffen“, so der Coach.

Am Ende eines überaus schnellen und mit etlichen Kabinettstückchen garnierten Pokalfights bilanzierte Topscorer Eatherton 26 Punkte. Genau so viele verbuchte auch Ludwigsburgs Khadeen Carrington, der agile Neuzugang der MHP-Riesen hatte allerdings neun Minuten mehr Spielzeit als der US-Amerikaner in Reihen der Löwen.

Beide Mannschaften kamen trotz einer technischen Panne an der neuen Anzeigentafel in der MHP-Arena vor 2168 Zuschauern mit Vollgas schnell auf Touren. Die Gäste aus Niedersachsen, die wie Ludwigsburg unter der Woche mit einem Sieg in die BBL-Saison gestartet waren, bestimmten das Tempo. Für Ludwigsburg trafen Nick Weiler-Babb, der später wegen eines Sturzes über die Bande im Spielverlauf nicht an die Glanzleistung von Weißenfels anknüpfen konnte, Thomas Wimbush, Brase und Carrington. Aufseiten der Löwen war vor allem der ehemalige Ludwigsburger Karim Jallow hochmotiviert.

Von Beginn an wirkte Braunschweig unter seinem neuen Coach Pete Strobl äußerst fokussiert und angriffslustig und ging mit einer 32:25-Führung aus dem ersten Viertel. Ludwigsburg fand über mehrere Minuten keinen Zugriff zum Spiel, erst in der Endphase des zweiten Viertels kamen die Riesen ins Rollen und verkürzten den Rückstand bis auf acht Zähler (41:49).

Nach dem Seitenwechsel zeigten die Schwaben ein verändertes Gesicht: Binnen wenigen Augenblicke kämpften sie sich – durch Dreipunkttreffer von Carrington und Wimbush und dank einer verbeserten Defensivleistung – zurück in Schlagdistanz (49:51), verpassten den Ausgleich aber zweifach. Erst eine weitere Dreipunktserie mit Treffern von Wimbush, Jaleen Smith, Tanner Leissner und Carrington und ein 9:0-Lauf ließ die Gastgeber kurz vor Viertelschluss auf 71:62 enteilen. „Da hatten wir die Chance, das Spiel zu drehen – und haben dies fast geschafft. Aufgrund einiger schlechter Entscheidungen und guter Würfe von Braunschweig haben wir das Momentum dann aber wieder verloren“, analysierte Patrick. Trotzdem hielt die Führung bis zum Viertelende (71:67).

Kapriolen in der Crunchtime

Auch im Schlussabschnitt lieferten die Ludwigsburger den Löwen einen großen Kampf. Die Aufholjagd nach dem 81:88-Rückstand gipfelte in einem finale furioso, kam aber letztlich vergebens. 5,3 Sekunden vor Schluss traf Wimbush per Vierpunktspiel zum 87:90. Sekundenbruchteile später foule Trevor Releford völlig unmotivier Konstantin Konga, dann aber fiel der letzte Distanzwurf von Jairus Lyles, der die Verlängerung bedeutet hätte, nur auf den Ring – es war das Aus aller Riesen-Pokalträume.

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