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Basketball-Bundesliga

Das Feuer brennt auch im 400..Spiel

John Patrick feiert sein Jubiläum als Trainer in der Basketball-Bundesliga. Von Amtsmüdigkeit ist jedoch noch keine Spur. Stattdessen blickt der 51-Jährige zurück und lobt vor dem Auswärtsspiel seiner MHP-Riesen in Göttingen die Entwicklung der BBL in den vergangenen Jahren.

Bei den Fans beliebt: Riesen-Trainer John Patrick. Foto: Baumann
Bei den Fans beliebt: Riesen-Trainer John Patrick. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Hätte man ihn nicht darauf aufmerksam gemacht, hätte John Patrick gar nicht gewusst, dass das heutige Auswärtsspiel der MHP-Riesen Ludwigsburg bei der BG Göttingen in der Basketball-Bundesliga nicht nur wegen des Duells bei seinem alten Arbeitgeber ein Besonderes ist. Denn wenn heute um 18 Uhr der Tip-Off erfolgt, ist es das 400. Mal, dass dabei John Patrick in der BBL am Spielfeldrand als Trainer steht. „Ich wusste es selbst gar nicht, ich sammle solche Statistiken nicht“, sagt Patrick.

Als hätten sich die Macher des Spielplans besonders viel dabei gedacht, ist dieses 400. BBL-Spiel des 51-Jährigen nun auch ausgerechnet das Aufeinandertreffen seiner ersten Station in Deutschland mit seinem aktuellen Verein Ludwigsburg, den er seit 2013 coacht. Dass Patrick allerdings beim Blick auf den Spielplan vor Saisonbeginn Sorgenfalten bekam, hat einen anderen Grund. „Als ich den gesehen habe, dachte ich zuerst: Mist, die ersten fünf Spiele sind alles Spiele, die wir letztes Jahr verloren haben“, sagte Patrick bereits letzten Sonntag nach dem deutlichen Heimsieg gegen Ratiopharm Ulm. In Oldenburg, beim Mitteldeutschen BC, gegen Bonn, gegen Ulm und in Göttingen gingen die Schwarz-Gelben letzte Saison jeweils als Verlierer vom Parkett.

Dieses Jahr stehen aber bisher drei Siege aus vier Partien zu Buche. Nicht unwahrscheinlich, dass gegen Göttingen heute Abend der vierte hinzu kommt. Denn während die Riesen letzte Woche im Schwabenderby ein wahres Basketball-Fest feierten, sind die Niedersachsen, die Patrick von 2003 bis 2005 und von 2006 bis 2011 trainierte, punktloser Tabellenletzter.

„Göttingen hat im Pokal gegen Frankfurt gezeigt, was sie können“, sagt Patrick und hebt vor allem den jungen Bennet Hundt hervor. Der 21-jährige Aufbauspieler ist für Patrick ein Kandidat als Rookie und Newcomer des Jahres.

Zu lange ist Patrick mittlerweile im Geschäft, als dass er den Gegner unterschätzen würde. Auf die Frage, ob er selbst als junger Trainer noch angespannter vor Spielen war, muss er dagegen lachen. „Ich merke keine Veränderung“, sagt er nach kurzer Überlegung. Sein Enthusiasmus sei immer noch der gleiche. Satt ist er dagegen noch lange nicht. „Ich bin froh, dass ich diesen Job habe. Er macht mir Spaß und ist auch mein Hobby.“

Ein bisschen habe sich aber dennoch geändert. „Früher hatte ich mehrere Spieler, die älter waren als ich als Trainer. Das ist jetzt nicht mehr möglich“, sagt der 51-Jährige. Und auch die BBL habe sich gewandelt – zum Positiven. „Die Liga ist viel professioneller. Es ist beachtlich, wie gut sie von oben bis unten ist“, sagt Patrick. Immer mehr Spieler schaffen laut dem US-Amerikaner den Sprung in die nordamerikanische Profiliga NBA. Zuletzt auch Ex-Riesen-Forward Kelan Martin, der bei den Minnesota Timberwolves im NBA-Auftaktspiel gegen die Brooklyn Nets ohne Einsatz im Kader stand. Auch die Zuschauerzahlen seien laut Patrick in Deutschland dauerhaft hoch und alle Spiele im Fernsehen zu sehen. „Da hat sich die Liga wirklich verbessert“, ist sich Patrick sicher.

Unverändert bleibt dagegen, dass sich Patrick auch in seinem 400. BBL-Spiel nur ungern in die Karten schauen lässt. Ob Riesen-Rückkehrer Marcos Knight, der letzte Woche von der Bank kommend 24.Punkte auflegte, heute Abend ein Kandidat für die Starting Five sein wird, will er nicht beantworten. „Alle Spieler sind Kandidaten für die Starting Five. Das entscheide ich vor dem Spiel“, sagt Patrick. Ohnehin sei das nicht von Belangen. „Ich glaube nicht, dass das wichtig ist für ihn oder für andere Spieler. Wichtiger ist, wer konstant auf dem Feld steht, nicht wer am Anfang spielt.“

Spannender sei außerdem, wie sich seine Mannschaft nun präsentieren wird. „Es ist interessant, ob wir nach dem sehr guten Spiel gegen Ulm auf dem Boden bleiben und die gleiche Konzentration auswärts an den Tag legen werden wie vor unseren Heimfans“, blickt Patrick nach vorne.

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