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Basketball

Dezimierte Skyliners ohne Chance

Die MHP-Riesen Ludwigsburg schlagen ersatzgeschwächte Fraport Skyliners mit 106:69. Den Riesen fehlt damit nur noch ein Sieg aus den verbleibenden vier Spielen, um Platz eins in der Hauptrunde der Basketball-Bundesliga zu sichern.

Ludwigsburgs Johannes Patrick (mit Ball) zeigt gegen Frankfurt mit 12 Zählern die beste Leistung in seiner noch jungen BBL-Karriere.Foto: Baumann
Ludwigsburgs Johannes Patrick (mit Ball) zeigt gegen Frankfurt mit 12 Zählern die beste Leistung in seiner noch jungen BBL-Karriere. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Wegen technischer Probleme in der MHP-Arena mussten sich die Spieler beider Teams gestern Abend vor der Partie zwischen den MHP-Riesen Ludwigsburg und den Fraport Skyliners aus Frankfurt ohne Musik in der Halle warmmachen. Was für eine – selbst für die mittlerweile zur traurigen Gewohnheit gewordenen Geisterspiele – eigenartige Stimmung sorgte, hat den Ludwigsburger BBL-Spitzenreiter allerdings nicht daran gehindert, sofort in den Spielrhythmus zu finden. Nach einem furiosen Auftaktviertel siegten die Riesen mit 106:69.

Erwartungsgemäß nicht im Kader der Riesen stand Jaleen Smith. Immerhin: Bei weiteren Untersuchungen der am Samstag in Gießen erlittenen Fußverletzung des Ludwigsburger Starspielers habe man keine schwere Verletzung feststellen können. Es habe sich lediglich um eine Vorsichtsmaßnahme gehandelt, teilte der Verein gestern mit. Zudem fehlte den Riesen der angeschlagene Routinier Tremmell Darden. Für die beiden US-Amerikaner rückten Lukas Herzog und Barry Brown in die Startaufstellung.

Anlaufschwierigkeiten hatten die Ludwigsburger aber keineswegs. Andrew Warren bewies erneut seine Treffsicherheit aus der Distanz und war so maßgeblich an einem 13:2-Lauf im ersten Viertel beteiligt, an dessen Ende die Riesen mit 18:8 in Führung lagen. Gefangen hatten sich die Skyliners danach noch nicht. Einen Ballverlust nach dem anderen forcierten die Riesen nun und zeigten sich in der Offensive gnadenlos. So rollte Gegenstoß um Gegenstoß auf den Frankfurter Korb. Desi Rodriguez stellte kurz vor Viertelende die höchste Führung der Riesen her (35:14).

Widrige Umstände für die Frankfurter

Trotz des straffen Programms nach überstandener Teamquarantäne, etlicher fehlender Spieler und des schier aussichtslosen Rückstands gaben sich die Gäste keineswegs geschlagen. „Ich bin sehr zufrieden mit unserer Leistung“, lobte Gäste-Coach Sebastian Gleim später sein Team. „Wir haben ein Viertel mit dieser Mannschaft gewonnen“, verwies er auf seine junge Truppe, „die heute das absolute Maximum herausgeholt hat“. Denn während bei den Ludwigsburgern der Ball immer schlechter durch die eigenen Reihen lief, setzten die Frankfurter zu einem fulminanten 12:0-Lauf an. Nachdem die Hessen die sonst gefürchtete Riesen-Ganzfeldverteidigung mit Leichtigkeit ausgehebelt hatten, stellte Rasheed Moore für Frankfurt auf 27:36.

Das Spiel war nun ausgeglichener. Nutznießer der personellen Ausfälle auf beiden Seiten waren die Nachwuchsspieler, die zu mehr Spielzeit als gewohnt kamen. So bewiesen vor allem Ludwigsburgs Trainersohn Johannes Patrick (19 Jahre) sowie Frankfurts Youngster Alvin Onyia (20) und Philipp Hadenfeldt (21) ihre Offensivqualitäten. Mit einer 58:42-Führung ging Ludwigsburg zunächst als kleiner Gewinner des Schlagabtauschs der jungen Wilden hervor. „Wir gewinnen heute hier ein Viertel mit einer Mannschaft, die für diesen Auftritt meinen allergrößten Respekt verdient“, freute sich Gleim dennoch über den Auftritt seiner Youngster.

Die Gäste blieben auch im dritten Abschnitt in Schlagdistanz. Erst als Frankfurt beinahe fünf Minuten lang kein Zähler gelang, war die Gegenwehr gebrochen. Denn in dieser Phase traf Rodriguez, wie er wollte: 12 Punkte des Ludwigsburger 15:0-Laufs steuerte der 25-jährige New Yorker bei und entschied das Spiel bereits vor dem Schlussviertel (83:55). Am Ende war Rodriguez mit 19 Punkten bester Schütze der Gelb-Schwarzen und durfte die Punkte zum 101:66 im Schlussabschnitt beisteuern, ehe Patrick mit seinem vierten Dreier auf 104:66 stellte. Den Schlusspunkt setzte ein weiterer Jungspund: Nico Santana Mojica (18) traf für die Riesen zum umjubelten 106:69-Endstand.

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