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Basketball-Bundesliga

Die MHP-Riesen spielen in Heidelberg: Academics zurück zu altem Glanz?

Die MHP-Riesen Ludwigsburg spielen heute Abend beim Bundesliga-Rückkehrer MLP Academics Heidelberg. Für den Nachfolgeclub des ruhmreichen USC Heidelberg ist es in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderes Spiel.

Gemeinsames Ziel Klassenverbleib: Die MLP Academics Heidelberg gehen als Außenseiter in die BBL-Saison. Foto: Lukas Adler/dpa
Gemeinsames Ziel Klassenverbleib: Die MLP Academics Heidelberg gehen als Außenseiter in die BBL-Saison. Foto: Lukas Adler/dpa

Ludwigsburg/Heidelberg. Alles neu in Heidelberg? Nicht ganz. Zwar spielen die MLP Academics in dieser Saison erstmals seit 36 Jahren wieder in der Basketball-Bundesliga und das auch noch ab heute in einer neuen Halle. Doch im ersten Heimspiel der Erstligasaison im in diesem Jahr eingeweihten SNP Dome zählen die Heidelberger auch auf eine absolute Konstante: Shyron Ely, der in den vergangenen Jahren zum Gesicht der MLP Academics, dem Nachfolgeclub des neunfachen deutschen Meisters USC Heidelberg, geworden ist. Der US-Amerikaner führt auch heute gegen die MHP-Riesen Ludwigsburg (20.30Uhr/Magentasport) sein Team auf dem Parkett an.

Neben Ely zählen Kelvin Martin, Brekkot Chapman, der bundesligaerfahrene Phillipp Heyden und Niklas Würzner, der Sohn des Heidelberger Oberbürgermeisters, zu den Leistungsträgern im Heidelberger Kader. Eine solch lange Liaison wie zwischen dem äußerst talentierten, mittlerweile 34 Jahre alten Ely und den Academics gibt es im modernen Basketball immer seltener. 2013 streifte der Flügelspieler erstmals das Heidelberger Jersey über. Nach Ausflügen nach Le Mans (2014/15) und Crailsheim (2015/16) folgte jeweils eine Rückkehr in das mittlerweile zur Heimat gewordene Heidelberg. „Ein enges Vertrauensverhältnis“ herrsche zwischen Spieler und Verein, wie Academics-Manager Matthias Lautenschläger einst in der Rhein-Neckar-Zeitung über den Führungsspieler sagte. Das ist bei weitem keine leere Worthülse, schließlich übernahm Lautenschläger bei Elys Hochzeit vor drei Jahren sogar die Rolle des Trauzeugen.

Mit Ely gelang vergangene Saison nach Jahren des knappen Scheiterns endlich der Aufstieg ins Basketball-Oberhaus – pünktlich zur Fertigstellung des über 4000 Zuschauer fassenden SNP Domes. „Wir wollen wachsen“, sagte Lautenschläger indes gegenüber der Deutschen Presseagentur vor Saisonbeginn. Ähnliche Ambitionen äußerte auch Trainer Branislav Ignjatovic.

Schon Jaleen Smith schwärmtevor zwei Jahren von Shyron Ely

Von Experten und auch gemäß des eigenen Selbstverständnisses galten die Academics vor Saisonbeginn als größter Außenseiter der Liga. Der Klassenverbleib würde als großer Erfolg gelten. Doch Ely und Co. überraschten zum Auftakt und gewannen beim Mitteldeutschen BC mit 85:74. Ely kam dabei auf 16 Punkte.

Auch Jaleen Smith, der von 2019 bis 2021 nach zuvor zwei Saisons in Heidelberg für die MHP-Riesen zum wertvollsten Spieler der Liga reifte und mittlerweile bei Meister Alba Berlin spielt, schwärmte im Gespräch mit unserer Zeitung im Jahr 2019 von Ely. Der US-Amerikaner sei bis dahin der unangenehmste Spieler gewesen, gegen den er hatte spielen müssen – wenn auch nur im Training. Zudem nannte Smith damals einen Kontrahenten, der mittlerweile für die Riesen aufläuft: „Gegen den Kerl von Bonn habe ich keinen einzigen Punkt gemacht“, sagte Smith über Yorman Polas Bartolo.

Der Deutsch-Kubaner wiederum kam mit den Riesen im ersten Spiel der Saison zu einem echten Zittersieg beim 88:87 gegen Hamburg. Bei den Ludwigsburgern und auch bei Polas Bartolo war dabei noch mächtig Sand im Getriebe. „Yorman und Lukas Herzog haben beide eine super Vorbereitung gespielt, heute aber nicht die beste Leistung gezeigt“, monierte Riesen-Trainer John Patrick die Leistung der beiden Guards gegen Hamburg.

Wesentlich besser kamen dagegen die Neuzugänge weg. „Man hat gesehen, dass die neuen Spieler etwas bringen können“, sagte Patrick über Yoeli Childs, Jaylen Hands und David Walker. Childs überzeugte mit Präsenz unter dem Korb, wenngleich seine Freiwürfe zu wünschen übrig ließen. Hands bewies sich als versierter Einzelspieler – ein Spielertyp, der den Riesen in Barry Brown und Desi Rodriguez in diesem Sommer abhandengekommen war. Und Walker präsentierte sich zwar unauffällig, war aber in der wichtigen Phase des Spiels entscheidend: „Er hat den Ruf als reiner Schütze. Das kann er machen, aber er hat so viele andere Fähigkeiten“, sagte Patrick über den 27 Jahre alten US-Amerikaner. „Er hat gut verteidigt und seine fünf Rebounds waren alle wichtig“, so Patrick weiter.

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