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Basketball-Bundesliga

Herzog und die Riesen im Angriffsmodus

Lukas Herzog steht für die erfolgreiche Jugendarbeit der MHP-Riesen Ludwigsburg. Er begeisterte nicht nur beim Finalturnier der Basketball-Bundesliga, sondern auch in der laufenden Saison. Am Sonntag gegen Würzburg will der 19-Jährige wieder seinen Beitrag zum Höhenflug der Riesen leisten.

Durchbruch beim Finalturnier: Ludwigsburgs Lukas Herzog (rechts) gegen Berlins Johannes Thiemann.Archivfoto: Baumann
Durchbruch beim Finalturnier: Ludwigsburgs Lukas Herzog (rechts) gegen Berlins Johannes Thiemann. Foto: Baumann
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Ludwigsburg. Nahezu perfekt sind die MHP-Riesen Ludwigsburg in die Saison gestartet. Acht Spiele, sieben Siege und nur eine Niederlage gegen den FC Bayern München. So lautet die Bilanz, die den Basketball-Club an die Spitze der Bundesliga geführt hat. Am Dienstag bewiesen die Ludwigsburger beim 114:91-Erfolg bei den Niners Chemnitz erneut, dass die Tabellenführung kein Zufall ist. Doch was macht die Riesen im Spätjahr 2020 so stark?

Mehr Energie als der Rest der Liga

„Wir haben eine gute Mischung. Coach John Patrick hat wieder ein gutes Team zusammengestellt. Wir haben viele erfahrene Spieler, von denen die jungen profitieren“, sagt Lukas Herzog vor dem Duell mit den Baskets Würzburg (Sonntag, 15 Uhr). „Wir bringen mehr Energie auf das Feld als viele andere Teams.“

Der 19-jährige Aufbauspieler war anfang Dezember im Training umgeknickt und leicht am Knöchel verletzt, zuletzt in Chemnitz stand er aber über sieben Minuten auf dem Feld. „Ich fühle mich wieder gut, vielleicht spiele ich noch nicht ganz wie davor, aber der Rhythmus wird zurückkommen“, sagt Herzog. Bei seinen sieben Einsätzen stand er im Durchschnitt 12 Minuten und 41 Sekunden auf dem Feld. Das ist viel Zeit für einen Spieler seines Alters. Vor allem beim 86:82-Erfolg am 15. November gegen Bonn zeigte er, was in ihm steckt. Neun Punkte und vier Rebounds steuerte er zum Erfolg bei.

Herzog gilt als großes Zukunftsversprechen der Ludwigsburger. Vor fast drei Jahren debütierte er mit 16Jahren in der Bundesliga. Der Durchbruch gelang ihm beim Finalturnier der BBL im Sommer, als die Liga nach der Spielunterbrechung aufgrund des Coronavirus die Saison unter besonderen Bedingungen zu Ende brachte.

Nicht alle Spieler kehrten zum Team zurück, deshalb bekamen Herzog und andere Talente wie Jacob und Johannes Patrick oder die mittlerweile nicht mehr in Ludwigsburg spielenden Ariel Hukporti und Radii Caisin mehr Spielzeit. Und die Nachwuchskräfte zahlten das Vertrauen mit guten Leistungen zurück. Ludwigsburg begeisterte mit leidenschaftlichen Leistungen ganz Basketball-Deutschland und schaffte es zur Vizemeisterschaft. Keine Spur von Nervosität. „Vielleicht war es für uns junge Spieler ohne Fans einen Tick leichter. Da steht man vielleicht nicht so unter Druck wie vor 5000 Zuschauern“, erklärt Herzog. „Ich bin da gelassen rein und habe versucht, alles zu geben.“

Das entschädigte Herzog und seine jungen Mitstreiter für die verpasste Chance auf den deutschen U19-Meistertitel. Ludwigsburg galt als Favorit, doch aufgrund der Pandemie wurde die Saison abgebrochen. „Ich weiß nicht, wie es ohne das Turnier gekommen wäre, wenn alles normal gelaufen wäre“, sagt Herzog. „Im Endeffekt habe ich so aber den Sprung in den Profibereich geschafft. Ich habe es abgehakt und schaue nach vorne.“ Im Sommer wurde sein Vertrag bis 2021 verlängert.

Von Stuttgart nach Ludwigsburg

Der Stuttgarter fing mit elf Jahren beim dortigen BBC an, ehe er gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Manuel im Jahr 2015 zur BSG Ludwigsburg wechselte. Sein Bruder schlug nicht den Berufsweg ein, spielt aber dennoch auf ordentlichem Niveau und wurde in der U18 mit der SZ Kornwestheim Landesmeister. Lukas startete dagegen durch, gab den Fußball für den Basketball auf und wollte unbedingt Profi werden. „Ich wurde richtig gut gefördert und habe früh mit den Älteren trainieren dürfen und konnte mich so an die Härte gewöhnen.“ Seit dem Abitur am Ludwigsburger Otto-Hahn-Gymnasium 2019 konzentriert sich Herzog voll auf den Sport.

Dabei will er sich weiter verbessern, irgendwann einmal in der Euroleague spielen und zunächst einmal das Beste aus der Saison holen: „Es ist noch früh, aber mit diesem Team können wir vorne mitspielen und wieder einen Angriff auf Bayern und Alba starten.“

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