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Basketball

„Konsti“ Konga rassistisch beleidigt

Die MHP-Riesen Ludwigsburg haben mit dem Sieg beim Mitteldeutschen BC einen Start nach Maß in die Basketball-Bundesliga hingelegt. Doch der 89:87-Erfolg hat einen mehr als bitteren Beigeschmack: Riesen-Profi Konstantin Konga wurde während des Spiels mit Affenlauten rassistisch verunglimpft. Der MBC ermittelte den Täter und zog gestern Konsequenzen.

Konstantin Konga nach dem Spiel in Weißenfels mit mitgereisten Fans aus Ludwigsburg. Foto: Eibner
Konstantin Konga nach dem Spiel in Weißenfels mit mitgereisten Fans aus Ludwigsburg. Foto: Eibner

Ludwigsburg. Konstantin Konga, seit 2018 im Verein, und seit dem Ausscheiden von David McCray der verlängerte Arm des Trainers auf dem Feld, ist in den vergangenen Wochen zur Integrationsfigur der Riesen gereift.

In der Weißenfelser Stadthalle setzte der 28-jährige Guard, der in der Bundesliga bislang unter dem Namen Konstantin Klein bekannt war und seit seiner Heirat im vergangenen Sommer mit der dunkelhäutigen Yogalehrerin Luisa Konga den Namen seiner afrikanischen Frau angenommen hat, vor allem im Schlussviertel wichtige und spielentscheidende Akzente.

Nach einem verwandelten Dreier und einem Ballgewinn mit anschließenden Fast Break von Konga war zu Beginn des vierten Viertels beim übertragenden TV-Sender „MagentaSport“ zu sehen, wie Konga bei einem Einwurf irritiert nach hinten ins Publikum schaute und dann auf Schiedsrichter Robert Lottermoser zuging. „Ich habe den Schiedsrichter sofort darauf hingewiesen, da es nicht zu überhören war “, schrieb Konga auf seinem Instagram-Account und machte den Vorfall damit öffentlich. Der Vorfall wurde im Spielberichtsbogen verankert – auch die BBL wird sich damit beschäftigen. „Ich bin schockiert und traurig, dass so etwas in der ersten Bundesliga passiert“, so Konga weiter.

Mit dieser Reaktion entfachte der gebürtige Berliner, der seit mehr als zwölf Jahren bei verschiedenen Vereinen in der Bundesliga unterwegs war – darunter Alba Berlin, Frankfurt Skyliners und Baskets Bonn – nicht nur eine Kette von Kommentaren in den sozialen Netzen, auch die Welle der Solidarität war kaum zu übertreffen. „Für uns eine klare Sache, die wir zu jeder Tages- und Nachtzeit gerne betonen: Wir geben als komplette Riesen-Familie ohne Wenn und Aber RASSISMUS EINEN KORB respektive einen fetten Poster-Dunk ins Gesicht“, lautete die Reaktion der MHP-Riesen, denen sich in Windeseile mehr als 200 Personen anschlossen. „Nein zu Rassismus und jeder Form von Fremdenhass.Wir stehen hinter dir. Konsti“, oder „Absolut traurig, dass so etwas selbst im Basketball stattfindet“, waren weitere spontane Kommentierungen der Basketball-Fans.

Während die MHP-Riesen den rassistischen Angriff abgesehen von der offiziellen Stellungnahme im Netz nach Aussagen ihres Pressesprechers Lukas Robert nicht weiter verfolgen wollen, reagierte der Mitteldeutsche BC in Weißenfels umgehend und entschuldigte sich bei Konga. „So etwas hat in einer Halle noch sonst wo etwas zu suchen. Ganz klar sprechen wir uns mit aller Deutlichkeit gegen jede offene oder verdeckte Form von Rassismus aus und distanzieren uns klar davon“, sagte Manager Martin Geissler. Auf der vom Verein eingesehenen Videoaufzeichnung des Vorfalls habe man die entsprechende Person bereits identifiziert. „Es handelt sich um eine uns bekannte männliche Person etwa um die 30 Jahre aus der Fanszene“, so Geissler auf Anfrage unserer Zeitung. Man habe sie umgehend mit einem Hallenverbot bis zum Jahresende belegt.

Geissler bedauerte, dass er weder von Konstantin Konga beim anschließenden Händeschütteln auf den Vorfall aufmerksam gemacht wurde., noch vom Schiedsrichter über den Vorfall informiert worden war. „Für uns ist Rassismus ein Thema, mit dem wir es ständig zu tun haben. und zu dem wir eine klare Haltung haben“, betonte Geissler. Der MBC habe mit dem Hallenverbot alles getan „was von unserer Seite getan werden kann. Wir werden auch in Zukunft klare Kante zeigen“, betonte der MBC-Geschäftsführer, dessen Verein sich seit vielen Jahren über Schulprojekte, Spendenläufe oder gemeinsame Aktionen mit der Weißenfelser Polizei gegen Drogen, Gewalt und Rassismus einsetze.

Für Konstantion Konga hat die Aktion Ausmaße weit über das bisherige Beleidigungspotenzial hinaus. „Das Problem an den Affengeräuschen ist, dass es explizit genommen wird für schwarze Menschen“, postete der Ludwigsburger Basketballer und ergänzte ,.anscheinend auch für Menschen, die einen afrikanischen Namen haben. Dies ist eine weiße Taktik, schwarze Menschen zu dehumanisieren abzuwerten und es ist einfach eine starke Hinspielung in ein rassistisches System.“

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