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Korbleger

Der ehemalige NBA-Superstar Kobe Bryant verstarb am vergangenen Sonntag bei einem Hubschrauberabsturz. Die bewegenden Botschaften von Weggefährten und Fans des verunglückten Basketballers reißen nicht ab. Auch beim Super Bowl in der Nacht auf Montag soll an Bryant erinnert werden.

Alle Titel, die Kobe Bryant geholt hat, alle Auszeichnungen, die er erhalten hat, und alle Rekorde, die er gebrochen hat, kann ich an dieser Stelle nicht aufzählen. Sie würden schlichtweg den Rahmen der Kolumne sprengen. Daher nur die wichtigsten: fünfmaliger NBA-Meister, wertvollster Spieler einer Saison und zweier Finalserien, 18-maliger Allstar, zweimaliger Olympiasieger. Kobe Bryant war ein Gewinner.

Für die Basketballfans meiner Generation der Anfang der 90er-Jahre Geborenen war Kobe Bryant jedoch mehr als Titel, Auszeichnungen und Rekorde. Wir waren zu jung, um die großen Zeiten von Michael Jordan bei den Chicago Bulls mitzuerleben. Und als LeBron James 2013 in die Liga kam, hatten wir unsere Lieblingsspieler schon entdeckt.

Wir sind mit dem Bewusstsein aufgewachsen, dass Kobe Bryant der Größte ist. Seine Arbeitseinstellung gilt als einzigartig. Gerne ließ Bryant sich nach absolvierten Partien noch eine Trainingshalle aufschließen, um weiterzuwerfen. Im Spiel war er sich trotz seiner Wichtigkeit in der Offensive nicht zu schade für die Defensivarbeit. Als Bryant sich 2013 bei einem Foul die Achillessehne riss, musste er zuerst noch die beiden fälligen Freiwürfe verwandeln, bevor er vom Spielfeld humpelte. Bryant war ein Kämpfer und Arbeiter, der streng mit seinen Mitspielern war – aber am härtesten zu sich selbst.

Viele Momente von ihm werden in Erinnerung bleiben. Neben spektakulären Gamewinnern und Dunks sticht ein Spiel aus dem Jahr 2006 gegen die Toronto Raptors heraus, als Bryant seine Lakers mit unglaublichen 81 Punkten zum Sieg führte – mehr Zähler in einem NBA-Spiel konnte nur Wilt Chamberlain erzielen.

Bryant verbrachte seine komplette Profilaufbahn in Los Angeles, dem schillerndsten Team in der NBA. Als Kind war er Fan der Lakers gewesen, als Sportler hat er seinen Verein geprägt. Kobe Bryant hat Eingang in die Basketballkultur gefunden. Viele seiner Fans rufen „Kobe!“, wenn sie ein zusammengeknülltes Papier im hohen Bogen Richtung Papierkorb werfen. Seine Fans werden ihre gelb-violetten Trikots mit der 8 oder der 24 – Bryant hatte im Jahr 2006 seine Nummer gewechselt – in Ehren halten. Bei einem Trikot von Kobe Bryant bedeutet das aber nicht, es an die Wand zu hängen – sondern es anzuziehen, auf den Freiplatz zu gehen und am eigenen Spiel zu arbeiten. Kobe Bryant wird in Erinnerung bleiben als einer, der sich seinen Erfolg hart erarbeitet und damit viele Menschen inspiriert hat.

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