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Basketball

Lars Masell von den MHP-Riesen Ludwigsburg: „Keiner, der gern auf der Stelle tritt“

Lars Masell kennt sich in der Bundesliga bestens aus – Assistenztrainer der MHP-Riesen bereit für höhere Aufgaben

Die persönlichen Ziele fest im Blick: Lars Masell. Foto: Eibner
Die persönlichen Ziele fest im Blick: Lars Masell. Foto: Eibner

Ludwigsburg. Seine Arbeit verrichtet Lars Masell in der Regel eher im Stillen und am Rande der öffentlichen Aufmerksamkeit. Das Publikum in der MHP-Arena registriert den 40-Jährigen mit dem Rauschebart meist als wachen, aber ruhigen Ratgeber seines Chefs, John Patrick. Während der Auszeiten oder bei Kurzbesprechungen auf der Bank gibt er dem Coach wichtige Hinweise. Wer sich aber nach der Reputation des gebürtigen Thüringers umhört, erfährt schnell, wie viel Hochachtung vor der Fachkenntnis des Assistenztrainers, der seit mehr als zehn Jahren bei verschiedenen Basketball-Bundesligavereinen arbeitet, herrscht. „Cool, kompetent und sympathisch“ lautet der Ruf, der Masell meist vorauseilt.

Wenn Lars Masell am Samstagabend seinen Platz neben „JP“ in der MHP-Arena einnimmt, wird das BBL-Spiel gegen medi Bayreuth (20.30 Uhr) aber auch für ihn ein ganz besonderes Aufeinandertreffen. Immerhin stand Masell vor seinem Wechsel zu den MHP-Riesen im vergangenen Sommer fünf Jahre in Diensten der Franken. Mit Trainer Raoul Korner verbindet ihn eine noch längere Vergangenheit: Drei Jahre vor dem gemeinsamen Bayreuth-Engagement wirkten Masell und der österreichische Chefcoach als Gespann bei den Löwen in Braunschweig.

Der Wechsel nach Ludwigsburg aber kam durch die Beziehung zu John Patrick zustande. „Natürlich fiel mir der Weggang schwer, aber ich wollte mich persönlich weiterentwickeln, und da war die Möglichkeit, in Ludwigsburg tätig zu werden, äußerst reizvoll“, betont Masell. „Es macht Spaß, nach neun Jahren wieder gemeinsam zu arbeiten, Lars bringt jede Menge positive Energie und Wissen über die Liga mit“, sagte Patrick über den Assistenten, der ihn schon in Würzburg (2011 bis 2012) an der Linie zur Seite gestanden hatte.

Dass sich der Wechsel für beide Seiten ausgezahlt hat, ist unbestritten. Zwar trat Masell, der in Jena aufgewachsen ist und dort als Jugendlicher fünf Jahre lang die harte DDR-Schule Leistungssport Turnen durchschritt, in der Barockstadt in große Fußstapfen. Nach Lukas Varga, Martin Schiller, Joey Cantens und Josh King, die alle dank der Patrick‘schen Schule internationale Basketball-Karrieren begannen, war die Herausforderung riesig. „Aber ich bin keiner, der auf der Stelle tritt, sondern der gerne neue Dinge angeht“, beschreibt Masell seine Motivation.

In Jena hat er einst Sportwissenschaft studiert, danach sämtliche Stationen als Coach von U14-Mannschaften über alle Altersklassen bis hin zu den Senioren betreut. „Schon während meiner Zeit im Zivildienst war für mich klar, du willst Basketballtrainer werden“, so Masell.

Dass seine Ambitionen, irgendwann einen Proficlub zu trainieren, bei dieser Vita ausgeprägt sind, liegt auf der Hand. Und auch hier hat der 40-Jährige, der in Ludwigsburg lebt, klare Vorstellungen. „Das ist kein Wunschkonzert“ sagt er, „aber es gibt zwei Seiten: Entweder du willst immer Assistentcoach bleiben, oder du willst mehr: Und bei den Zweiten, da bin ich“. Wann der Sprung zum Headcoach gelingt, ist also absehbar. In Ludwigsburg hat Lars Masell einen Vertrag bis zum Ende der Saison, trotzdem schließt er ein weiteres Engagement nicht aus: „Etwas besseres, als unter John Patrick zu arbeiten, kann ich mir kaum wünschen“, betont er und fügt hinzu: „Da gibt es jeden Tag etwas Neues, das Umfeld, das Team, die Spieler, alles ist äußerst professionell, was will man mehr?“

Seine Kontakte zu Raoul Kromer und die Bayreuther Spieler hat Masell nie verloren. Dem Wiedersehen am Samstag blickt er allerdings ohne große Emotionen entgegen. „Man kennt sich, aber schwerer wiegt, dass wir momentan nur wenige Zuschauer haben“, sagt der Co-Trainer. Dabei sind die Franken äußerst erfolgreich ins neue Jahr gestartet. Nach dem Erfolg im Frankenderby gegen Würzburg gewann das Team am Mittwochabend auch die Nachholpartie des 2. BBL-Spieltages gegen die BG Göttingen nach hart umkämpftem Match mit 75:72 (36:35) und rückte damit auf Platz zehn vor.

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