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Basketball

MHP-Riesen feiern gegen Dinamo Sassari gelungenen Auftakt in der Champions-League

Zurück auf europäischen Parkett und auch zurück in der Erfolgsspur: Die MHP-Riesen Ludwigsburg haben gegen Dinamo Sassari gestern Abend einen gelungenen Champions-League-Auftakt gefeiert und mit 94:81 gewonnen.

Ludwigsburgs Jonah Radebaugh (links) ist gegen Sassari kaum aufzuhalten. Foto: Baumann
Ludwigsburgs Jonah Radebaugh (links) ist gegen Sassari kaum aufzuhalten. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Einen gelb-schwarzen Schal bekam jeder Spieler von Dinamo Sassari vor Spielbeginn von den Spielern der MHP-Riesen Ludwigsburg überreicht. Die Kleidungsstücke waren auch gleich die letzten Gastgeschenke, die die Riesen den Italienern zum Auftakt der Basketball-Champions-League machten. Vor 1000 Zuschauern siegten die Ludwigsburger gestern Abend dank ihrer bislang stärksten Saisonleistung 94:81.

Es schien, als wären die Italiener der ideale Gegner gewesen, um den Ludwigsburgern nach den Niederlagen im BBL-Pokal in Crailsheim und in der Bundesliga in Heidelberg zurück in die Erfolgsspur und zu alter Stärke zu verhelfen. Von Beginn an wirkte das Team aus Sardinien überfordert von der Ludwigsburger Spielweise. Die aggressive Verteidigung trug prompt Früchte. In der Offensive machte es der Gegner den Riesen leicht, in gute Wurfpositionen zu kommen.

Besonders Jonah Radebaugh profitierte davon. Der Riesen-Guard hatte gegen Crailsheim noch einen völlig gebrauchten Tag erwischt, nur drei von 16 Würfen aus dem Feld getroffen und alle seiner sieben Dreier verfehlt. Gestern Abend dagegen steuerte er gleich die ersten elf von 15 Riesen-Punkten bei. „Ich habe die letzten Spiele gute Würfe genommen, aber der Ball wollte nicht rein. Heute hat es sich gut angefühlt, ich bin aus einem Grund hier und kann auf diesem Level spielen. Das habe ich mir selbst bewiesen“, sagte Radebaugh nach der Partie über seine Leistung.

Beim Stand von 17:10 für Ludwigsburg nahm Gästecoach Demis Cavina seine erste Auszeit. „Wir müssen bereit sein“, rief er seinen Spielern zu. Doch die waren das offensichtlich noch nicht. Jacob Patrick stellte kurz vor Viertelende auf 27:12. „Wir haben im ersten Viertel nicht mit der gleichen Intensität und Energie gespielt wie Ludwigsburg“, sagte Cavina später.

Im zweiten Durchgang griff nun auch die Ludwigsburger Ganzfeldverteidigung, gegen die Sassari nur selten die passenden Mittel fand. Zudem versprühte Neuzugang Justin Simon in seinem zweiten Match im Riesen-Jersey viel Spielfreude, blockte Gegenspieler Anthony Clemmons erst spektakulär im Fastbreak, ehe Radebaugh mit seinem 20. Punkt der ersten Hälfte auf 51:29 stellte. Bis zur Halbzeit konnte Sassari immerhin noch auf 36:53 verkürzen.

Drittes Viertel endlich auf Augenhöhe

Erst im dritten Viertel entwickelte sich erstmals an diesem Abend ein Spiel auf Augenhöhe – was vor allem daran lag, dass beiden Defensivreihen kaum mehr Stopps gelangen. Nach traumhaftem Pass von Jordan Hulls auf Yorman Polas Bartolo stellte der Deutsch-Kubaner zwar auf die höchste Führung der Partie (64:40), die Italiener kämpften sich aber wieder zurück. Bis auf 59:77 kamen sie bis zum Beginn des Schlussabschnitts heran.

In diesem wäre es beinahe noch einmal richtig spannend geworden. Denn immer schlampiger aufspielende Riesen ließen vor allem David Logan zu viele Freiheiten. Der 38 Jahre alte US-Amerikaner, der von 2013 bis 2014 bei Alba Berlin unter Vertrag stand, kam bis Spielende auf insgesamt 21 Punkte, acht davon im letzten Viertel. Nach Logans Dreier, einem Ballverlust von Polas Bartolo und zwei einfachen Punkten von Eimantas Bendzius betrug die Riesen-Führung nur noch elf Punkte (83:72). Doch vier Zähler von Jonathan Bähre ließen den Vorsprung wieder auf 88:74 anwachsen. Bähre profitierte davon, dass Yoeli Childs nicht im Riesen-Kader stand und teilte sich mit Jonas Wohlfarth-Bottermann die Minuten unter dem Korb. Zudem kam Nachwuchsspieler Emmanuel Ugbo zu seinem Profi-Debüt. Jaylen Hands stand dafür erneut nicht im Kader.

Die letzten Höhepunkte der Partie gehörten indes Justin Simon. Per Korbleger nach eleganter Drehung stellte er auf 90:78, ehe er auf der anderen Seite in wenigen Sekunden zunächst Anthony Clemmons und dann Tyus Battle spektakulär blockte. Mit der Schlusssirene stellte Tremmell Darden per entschlossenem Zug zum Korb zum 94:81-Endstand.

„Das erste Viertel hat den Unterschied gemacht. Sassari kam im letzten Viertel stark zurück, da hätten wir besser dagegenhalten können“, zog Trainer John Patrick ein zufriedenes Fazit. Ähnlich sah es Sassari-Guard Logan: „Wir haben spät ins Spiel gefunden, aber da waren wir schon in einem Loch, aus dem es schwer war, herauszukommen.“

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