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Basketball

MHP-Riesen gelingt der Neustart

Nicht ganz reibungslos, aber größtenteils überzeugend sind die Ludwigsburger MHP-Riesen in das BBL-Finalturnier gestartet. Thomas Wimbush führte die Basketballer zum Sieg über Rasta Vechta.

Ishmail Wainright (rechts) setzt sich gegen Riesen-Center Ariel Hukporti durch. Foto: Gebert/dpa
Ishmail Wainright (rechts) setzt sich gegen Riesen-Center Ariel Hukporti durch. Foto: Gebert/dpa

München. Am Stolpern zweier Favoriten (siehe Artikel unten) haben sich die MHP-Riesen Ludwigsburg nicht beteiligt. Nach den Niederlagen des FC Bayern München und den Hakro Merlins Crailsheim besiegten die Riesen gestern Abend Rasta Vechta zum Auftakt des Finalturniers der Basketball-Bundesliga mit 81:76 – und das ohne Jaleen Smith. Der Guard wird wegen eines positiven Antikörpertests auf Sars-CoV-2 erst heute nach München nachreisen, nachdem er mittlerweile zwei negative Coronatests im Abstand von mindestens 24 Stunden abgegeben hat, wie die Riesen erst gestern mitteilten.

Knight mit gewohnter Treffsicherheit

91 Tage war es her, seit Marcos Knight den letzten Punkt der MHP-Riesen Ludwigsburg in einem BBL-Spiel erzielt hatte. Gegen ratiopharm Ulm markierte er den 94:76-Endstand im Schwabenderby. Sein Ballgefühl hat Knight in der langen Coronapause offensichtlich nicht verloren. Das bewies er gestern Abend gleich nach wenigen Sekunden. Per Drei-Punkte-Wurf brachte er die Riesen prompt 3:0 in Front.

Ein anderes Bild bot sich dagegen auf der anderen Seite des Spielfeldes. Denn Vechta merkte man an, dass das Team aufgrund der vielen Abgänge vor dem Turnier nicht eingespielt war. Mit einem 9:0-Lauf erspielten sich intensiv agierende Riesen bis zum 17:8 ein erstes Polster. Erst Ishmail Wainright weckte die Niedersachsen mit einem Dunk über Ludwigsburgs 2,13-Meter-Riesen Ariel Hukporti auf (11:17). Bis zur ersten Viertelpause verkürzte Nachverpflichtung Matic Rebec mit der Schlusssirene sogar auf 20:24.

Doch die Riesen ließen sich nicht aus dem Konzept bringen und kamen mit einem 8:0-Lauf aus der Pause. Zugang Teyvon Myers markierte vier Punkte in Serie. Vechta brauchte indes fast sieben Minuten, um den ersten Feldwurf im zweiten Viertel zu versenken – da lagen die Riesen nach Zählern von Cameron Jackson bereits 34:21 vorn. Auch ein kurzes Aufmüpfen von Rasta-Topscorer Trevis Simpson erstickten die Ludwigsburger im Keim. Hans Brase, Knight und Jackson sorgten zur Halbzeit für die bis dahin höchste Führung der Partie (46:32).

Bis zur zweiten Spielhälfte wartete Vechtas Neuzugang Jaroslaw Zyskowski, ehe er andeute, wie er es zur polnischen Meisterschaft samt Titel des besten Spielers der Saison geschafft hat. Doch abgesehen vom treffsicheren Polen, der zwölf Punkte im dritten Viertel beisteuerte, fand kein Spieler der Niedersachsen seinen Rhythmus.

So konnte es Vechta nicht nutzen, dass die Riesen sichtlich einen Gang zurückschalteten. Nur gelegentlich zogen Ludwigsburg noch die Zügel an – dann aber richtig. Nach Ballgewinn von Nick Weiler-Babb schaltete Knight den Turbo ein und fand Wimbush per Alley-Oop-Anspiel. Der US-Amerikaner demonstrierte einmal mehr seine Sprungkraft und stopfte den Ball zum 62:44 durch die Reuse.

Im Schlussviertel war es vor allem der Treffsicherheit der Riesen zu verdanken, dass das hartnäckige Rasta-Team zunächst nicht entscheidend zurück ins Spiel kam. Besonders Wimbush bewies sowohl ein feines Händchen aus der Distanz als auch Körperbeherrschung unter dem Korb. Der 25-jährige US-Amerikaner war mit 24 Zählern bester Scorer.

Spannend wurde es trotzdem noch einmal. Denn die Riesen bewegten in der Schlussphase kaum noch den Ball, ließen den Gegner zudem zu leichten Punkten kommen. Nach einem Dreier von Luc Van Slooten kam Vechta knapp vier Minuten vor Ende auf 70:75 heran. Doch der unter dem Korb überzeugende Jackson sowie der überragende Wimbush beruhigten mit ihren Punkten die Nerven von Riesen-Coach John Patrick, der gestern seine beiden Söhne Johannes und Jacob in Summe über zehn Minuten auf dem Feld ließ.

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