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Basketball-Bundesliga

MHP-Riesen Ludwigsburg schwächeln im Derby gegen Crailsheim Merlins

Die MHP-Riesen Ludwigsburg haben das Derby bei den Crailsheim Merlins mit 61:72 verloren. Gegen topmotivierte Hohenloher war dem Basketball-Bundesligist die Müdigkeit anzumerken. Der Erfolg unter der Woche in der Champions League hat zu viel Kraft gekostet.

Schwierigkeiten: Jonas Wohlfarth-Bottermann (links) und Jonah Radebaugh (Mitte) bekommen Terrell Harris und die Crailsheim Merlins nicht in den Griff. Foto: Baumann
Schwierigkeiten: Jonas Wohlfarth-Bottermann (links) und Jonah Radebaugh (Mitte) bekommen Terrell Harris und die Crailsheim Merlins nicht in den Griff. Foto: Baumann

Crailsheim. Die MHP-Riesen Ludwigsburg beeilten sich nach Spielende, den Innenraum der Arena Hohenlohe zu verlassen. Wie die Crailsheim Merlins mit ihren Fans feiern, das wollte sich der Basketball-Bundesligist nach der 61:72-Niederlage keinesfalls ansehen. Die „Derbysieger, Derbysieger“-Rufe der Merlins-Fans in der Schlussphase hatten schon gereicht. „Ich weiß nicht, ob es Unkonzentriertheit oder Müdigkeit bei uns war, aber Crailsheim war gegen uns hellwach“, sagte Riesen-Trainer John Patrick nach der Partie. „Vielleicht waren wir zu lässig. Crailsheim wollte es mehr, sie haben härter gespielt.“

Katastrophale Dreierquote

Und tatsächlich wirkten die Ludwigsburger am Samstagabend vor 750Zuschauern müde und behäbig. Der glorreiche 99:83-Erfolg am Mittwoch in der Champions League gegen Teneriffa und die lange Flugreise haben offenbar ihre Spuren hinterlassen. Bis zur achten Minute lagen die Riesen mit 18:11 zurück. Crailsheims Elias Lasisi schloss kurz vor Viertelende einen Gegenstoß mit einem spektakulären Dunk zum 22:13 ab.

Im zweiten Durchgang hielt Ludwigsburg etwas besser dagegen und kämpfte sich bis zum 28:34 heran, aber es fehlte weiter die Konzentration. So verlor James Woodard ohne Not den Ball, Crailsheim zog wieder davon. Ein weiteres Problem: Ludwigsburg traf keine Dreier. Bis zur Halbzeit (38:28) gingen alle 14 Versuche der Gäste daneben.

Das wurde auch in der zweiten Hälfte kaum besser. „Manche Würfe kamen viel zu früh. Die Ballbewegung war nicht gut“, sagte Patrick. Es dauerte bis zur 29. Minute, ehe sein Sohn Johannes den ersten Ludwigsburger Distanzwurf zum 39:57 versenkte. Doch da waren die Riesen bereits mit 18 Punkten im Hintertreffen. Die Merlins-Fans tobten in der Halle, erzeugten eine beachtliche Atmosphäre und ließen die geringe Auslastung vergessen. 3000 Zuschauer passen in die Arena, derzeit sind nur 750 erlaubt.

Junge Kräfte bewirken Ergebniskosmetik

Das ließ sich im Schlussviertel nicht mehr aufholen. Coach Patrick versuchte es zwar mit den jungen ausgeruhten Lukas Herzog, Johannes Patrick und Jacob Patrick, doch das reichte nur noch zur Ergebniskosmetik. Vor allem Johannes Patrick leistete mit drei weiteren Dreiern seinen Beitrag, dass die Ludwigsburger noch ein wenig aufholten. Allen anderen Riesen gelang in der gesamten Spielzeit kein einziger Dreier und auch die Freiwurfquote war mit 60 Prozent schwach.

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