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Basketball

MHP-Riesen Ludwigsburg suchen gegen Fraport Skyliners die gewohnte Treffsicherheit

Ausgerechnet einer der größten Trümpfe der vergangenen Saison wurde den MHP-Riesen Ludwigsburg jüngst zum Verhängnis: der Drei-Punkte-Wurf. Dieser soll am Mittwochabend gegen Frankfurt besser fallen als zuletzt.

Wiedersehen am Mittwoch: Ex-Riese Jamel McLean (l.) reist mit den Skyliners zu Jordan Hulls‘ Ludwigsburgern. Ein Kaderkandidat soll der Neu-Frankfurter aber nicht sein. Foto: Baumann
Wiedersehen am Mittwoch: Ex-Riese Jamel McLean (l.) reist mit den Skyliners zu Jordan Hulls‘ Ludwigsburgern. Ein Kaderkandidat soll der Neu-Frankfurter aber nicht sein. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Nein, besonders habe man Distanzwürfe in dieser Woche nicht trainiert, versichert Jordan Hulls im Gespräch mit unserer Zeitung. Dabei liegt der Gedanke an ein paar Sonderschichten nicht fern: Abgesehen von Johannes Patrick traf kein einziger Spieler aus dem Team der MHP-Riesen Ludwigsburg bei der 61:72-Niederlage am Samstagabend bei den Hakro Merlins Crailsheim einen Drei-Punkte-Wurf. „Offensichtlich sehr frustrierend“, ordnet auch Hulls die Bilanz ein, mit der es im heutigen Basketball kaum möglich ist, ein Spiel zu gewinnen. Der US-Amerikaner Hulls, eigentlich einer der besten Schützen der Liga, verfehlte am Samstag alle fünf seiner Drei-Punkte-Versuche. Am Mittwochabend (19 Uhr/Magentasport) können es die Riesen bereits besser machen. Dann sind in der Basketball-Bundesliga die Fraport Skyliners Frankfurt zu Gast beim derzeitigen Tabellen-Achten.

Dreier werden immer wichtiger

Besonders in der nordamerikanischen Profiliga NBA wird immer wieder über die Macht des Drei-Punkte-Wurfs diskutiert. Schützen wie Steph Curry, die nahezu aus jeder Distanz treffen können, haben das Spiel in den vergangenen Jahren verändert. Zwischen 2017 und 2020 nahm mit den Houston Rockets erstmals in der NBA-Geschichte ein Team über die Hälfte seiner Würfe von jenseits der Dreier-Linie. „So ist das Spiel heute nun mal“, sagt Hulls über die Wichtigkeit eines guten Distanzwurfes. Und so war der Dreier auch ein elementarer Teil des Ludwigsburger Erfolgsrezepts in der vergangenen Saison. 30,7 Distanzwürfe nahmen Hulls und Co. pro Spiel auf ihrem Weg zur Hauptrundenmeisterschaft – deutlicher Ligahöchstwert. Dreier machten 45 Prozent ihrer Würfe aus und trieben Gegner, neben der gewohnt bissigen Verteidigung der Riesen, zur Verzweiflung.

Nun fiel eben jener Wurf am Samstag allerdings nicht und stellte die Ludwigsburger vor massive Probleme. „Wenn man seine Würfe nicht macht, ist das für unser Team und auch mich als Schütze frustrierend“, gibt Hulls zu. Dabei habe man sich eigentlich mehrfach in gute Positionen gebracht. Deshalb müsse man nicht viel ändern, ist sich der 31-Jährige der zurückkehrenden Treffsicherheit seines Teams sicher.

Womöglich hat es auch an den mit der Champions League verbundenen Reisestrapazen gelegen, dass die Riesen in Crailsheim hinter ihren Möglichkeiten blieben. Trainer John Patrick rätselte selbst, ob es „nach unserem Vorrundensieg am Mittwoch Unkonzentriertheit oder Müdigkeit“ war, die den Riesen den Derby-Sieg kostete. In Teneriffa hatten die Riesen unter der Woche mit einem fulminanten Auftritt den vorzeitigen Gruppensieg perfekt gemacht. Vier Tage später allerdings nach drei Siegen in Serie gegen Crailsheim „vielleicht zu lässig“ gespielt, wie Patrick monierte.

Müdigkeit keine Entschuldigung

Auf Müdigkeit will es Hulls nicht schieben: „Das ist keine Entschuldigung dafür, wie wir gespielt haben.“ Wichtig sei, von Beginn an besser ins Spiel zu kommen – ein Aspekt, den auch sein Teamkollege Jonah Radebaugh vor Saisonbeginn geäußert hatte. „Wir kommen manchmal etwas langsam ins Spiel“, sagte Radebaugh nach den ersten Testspielen im Gespräch mit unserer Zeitung.

Dennoch: Mit sechs Siegen aus zehn Spielen liegen die Riesen weiterhin im Soll. Wesentlich bedenklicher ist die Lage dagegen beim kommenden Gegner aus Frankfurt. Die Skyliners liegen mit nur drei Siegen auf dem 16. Tabellenrang, punktgleich mit Würzburg auf Abstiegsplatz 17. Nun plagen die Hessen auch noch personelle Probleme. Brancou Badio, Will Cherry und Donovan Donaldson werden gegen die Riesen fehlen, wie die Skyliners gestern auf ihrer Internetseite bekanntgaben. Mit nach Ludwigsburg reisen wird erstmals Jamel McLean. Der US-Amerikaner stieß vergangene Spielzeit noch zu den Riesen dazu und überzeugte prompt mit seiner Athletik unter dem Korb. „Ein großartiger Spieler“, wie Hulls sagt. Doch laut Skyliners-Angaben ist der Center noch nicht für den Kader im Team von Diego Ocampo eingeplant. Der Headcoach sendete indes schon einmal einige Vorschusslorbeeren nach Ludwigsburg: „Die Ballbewegung ist sehr gut und daher haben sie oft freie Würfe“, so Ocampo. Anders als gegen Crailsheim sollen diese aus Riesen-Sicht am Mittwoch den Weg ins Ziel finden.

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