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Basketball-Bundesliga

MHP-Riesen Ludwigsburg ziehen über Ulm ins Play-off-Halbfinale nach Berlin

Mit einer überzeugenden Leistung schlagen die MHP-Riesen Ludwigsburg den Rivalen Ratiopharm Ulm im dritten BBL-Viertelfinalspiel mit 97:79. Das Weiterkommen der Riesen bedeutet auch das Karriereende eines Ulmer Urgesteins. Bei Per Günthers Abschied wird es in der Ratiopharm Arena emotional.

Unter dem Korb kaum aufzuhalten: Ludwigsburgs Ethan Happ (links). Foto: Eibner
Unter dem Korb kaum aufzuhalten: Ludwigsburgs Ethan Happ (links). Foto: Eibner

Ulm. Dass sein 500. Spiel in der Basketball-Bundesliga auch sein letztes bleiben wird, war bereits einige Minuten vor Ende der Partie klar. Und so begannen die Abschiedsfeierlichkeiten für Per Günther in der Ratiopharm Arena am gestrigen Abend deutlich früher, als den Fans von Ratiopharm Ulm lieb gewesen war. Denn durch das 97:79 der MHP-Riesen Ludwigsburg endete die Play-off-Serie mit 3:0 zugunsten der Gelb-Schwarzen, damit die Saison der Ulmer und auch die Karriere des Urgesteins Per Günther.

Mit Tränen in den Augen wurde der frühere Nationalspieler eine Minute vor Spielende ausgewechselt – gefeiert von der ganzen Halle, einschließlich der Riesen-Fans. Was dieser mittlerweile 34 Jahre alte Basketballer, der seine gesamte Profikarriere in Ulm verbrachte, dem Verein bedeutet, wurde beim Blick auf die Ränge klar. Nicht wenige der insgesamt 5006 Fans weinten nach Spielende, als Günther sich verabschiedete. „Es gibt keinen größeren Ehrenmann in der BBL als Per“, sagte dessen ehemaliger Teamkollege und Riesen-Kapitän Jonas Wohlfarth-Bottermann.

Emotionaler Abschied für den „König von Ulm““

Den lauten Feierlichkeiten für Günther vor Spielbeginn, als dieser in einer Choreografie als „König von Ulm“ empfangen worden war, folgte zunächst eine Minute absoluter Stille. Für den in dieser Woche im Alter von 46 Jahren verstorbenen Ademola Okulaja versammelten sich die Spieler um den Mittelkreis und trauerten um den früheren deutschen Nationalspieler.

Mit dem Tip-off schalteten die Riesen dann aber sofort in den Wettkampfmodus. Schon als Justin Simon, normalerweise nicht für Treffsicherheit aus der Distanz bekannt, seinen zweiten Dreier zum 6:3 mit Hilfe des Bretts im Korb versenkte, deutete sich an, wie dieser Abend noch laufen sollte. Denn die Ludwigsburger trafen mit beeindruckender Sicherheit. Während die Riesen in der ersten Hälfte sieben Ballverluste der Gastgeber forcierten, fanden die Ulmer in der Verteidigung keinerlei Mittel. So durften die 2,08-Meter-Riesen der Riesen Wohlfarth-Bottermann und Ethan Happ unter dem Korb nach Belieben agieren. Gleichzeitig traf der Rest des Ludwigsburger Teams aus der Ferne punktgenau. Die Folge war ein 31:16 nach dem ersten Viertel, das dank eines Dreiers von James Woodard vor der Halbzeit auf 58:35 anwuchs. „Ulmer, wir hören nichts“, riefen die rund 50 Riesen-Fans aus dem Gästeblock als Antwort auf die – offensichtlich dem Spielstand geschuldet – ungewohnt schweigsamen Heimfans.

Riesen beweisen auch im dritten Derby mentale Stärke

„Wir haben wieder mentale Stärke bewiesen“, sagte Wohlfarth-Bottermann später, nachdem Ludwigsburg zuvor in der MHP-Arena zwei Siege nach Verlängerung gegen Ulm eingefahren hatte. „Wir wollten heute den Sack zumachen“, so „Wobo“. Dagegen stemmten sich die Ulmer. Doch auch Ex-Riese Karim Jallow konnte mit 15 Punkten die Niederlage nicht verhindern. Denn Ulm verließ sich im Angriff größtenteils auf Einzelaktionen. Die Riesen ließen dagegen abgezockt den Ball laufen. Spätestens mit Simons krachendem Dunk zum 83:64 war die zaghafte Aufholjagd wieder ausgebremst. Inmitten der Feierlichkeiten für Günther kam Ulm auf 79:94 heran. Große Aufmerksamkeit schenkte dem Spielgeschehen zu diesem Zeitpunkt aber kaum noch jemand.

Auch die Riesen-Fans richteten den Blick nach vorn: „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“, riefen sie von der Tribüne. Denn durch das zeitgleiche 103:70 bei Brose Bamberg zog auch Alba mit einem 3:0 ins Halbfinale ein. Das erste Spiel findet am Freitagabend (27.Mai) in der Hauptstadt statt. „Das wird eine ganz andere Serie“, sagte Wohlfarth-Bottermann nach Spielende. „Gegen Ulm war es auf Augenhöhe. Gegen Berlin sind wir der Underdog. Aber wir werden uns nicht verstecken.“

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