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Basketball

„Mit Ludwigsburg verbinde ich viel“

Eine schwere Verletzung und harte Zweikämpfe. Paul Zipser hat viele Erinnerungen an Duelle mit den MHP-Riesen. Am Sonntag (15 Uhr) trifft er mit dem FC Bayern erneut auf die Ludwigsburger.

Paul Zipser (links) absolviert mit den Bayern drei Spiele in fünf Tagen. Zum Auftakt hat er gegen Nick Calathes und Panathinaikos Athen einen schweren Stand. Foto: Angelos Tzortzinis/dpa
Paul Zipser (links) absolviert mit den Bayern drei Spiele in fünf Tagen. Zum Auftakt hat er gegen Nick Calathes und Panathinaikos Athen einen schweren Stand. Foto: Angelos Tzortzinis/dpa

Ludwigsburg. Drei Spiele innerhalb von fünf Tagen, inklusive der Top-Partie in der Basketball-Bundesliga bei den MHP-Riesen Ludwigsburg. Paul Zipser und der FC Bayern kommen derzeit kaum zur Ruhe. Dass der Spitzenreiter das Duell mit dem Tabellenzweiten der BBL allerdings locker angehen wird, schließt der ehemalige NBA-Spieler der Chicago Bulls aus. Stattdessen erinnert er sich noch aus früheren BBL-Tagen an harte Spiele gegen die Riesen. Außerdem spricht der 25-Jährige über eine mögliche Rückkehr in die USA, lehrreiche Jahre in Chicago und Unterschiede zum europäischen Basketball.

Am Sonntag steht das Topspiel in der Bundesliga an. Sie treffen mit dem FC Bayern in der MHP-Arena auf die Ludwigsburger Riesen. Wird das für Sie das bisher schwerste Spiel der BBL-Saison?

In Ludwigsburg – das kenne ich noch aus meinen ersten Jahren in München – ist es immer hart zu spielen. Wir wissen, um was es da geht, und werden mit viel Motivation kommen, die wir auch brauchen werden.

Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie an Spiele gegen Ludwigsburg denken?

Mit Ludwigsburg verbinde ich sehr viel. In unserer Meistersaison 2014 habe ich mich beim Spiel in Ludwigsburg am Knie verletzt und bin mehr als ein halbes Jahr ausgefallen. Ich hatte außerdem ein, zwei Spiele gegen die Riesen, die, als ich noch jünger war, etwas an meiner Mentalität verändert haben. Denn die Duelle waren immer hart, physisch und man musste viel investieren.

Am Mittwoch haben Sie in der Euroleague bei Panathinaikos Athen verloren. Heute Abend müssen Sie bei Olympiakos Piräus ran. Was ist in der Euroleague noch drin?

Das Spiel am Mittwoch war sehr wechselhaft. Wenn wir so weiter arbeiten, werden wir auch in der Euroleague ein sehr gutes Team werden. Wir hatten aber schlechte Phasen, weswegen wir letztlich verloren haben. Das müssen wir unterbinden.

Sie haben in dieser Woche drei Spiele innerhalb von fünf Tagen, zwei davon auswärts in Griechenland. Wie empfinden Sie die derzeitige Belastung?

Ich habe in der NBA gespielt, von dort kenne ich diesen Rhythmus bereits. Viele aus der Mannschaft, die auch letztes Jahr Euroleague gespielt haben, kennen das. Es ist anstrengend, aber wir kommen damit klar. Am Mittwoch war es ein hartes Spiel, das gegen Olympiakos wird auch nicht anders sein. Aber egal wie müde wir sein sollten, wir werden am Sonntag in Ludwigsburg topmotiviert sein. Da blendet man die Strapazen für so ein Spiel aus.

In der BBL lief es für Sie zuletzt ohnehin wesentlich besser als in der Euroleague...

Wir sind zwar noch ohne Niederlage in der Bundesliga, aber wir hatten bis jetzt nicht so viele Spiele in der BBL, die von uns als Team wirklich gut waren. Es gab immer wieder sehr knappe Spiele. Ich hoffe, das wird sich in Zukunft ändern.

Sind Sie dennoch zufrieden mit der bisherigen Saison?

Wir haben in der BBL kein Spiel verloren, deswegen können wir zufrieden sein. Auch mit mir persönlich bin ich ganz zufrieden. Es gibt dennoch immer Luft nach oben. Aber für das erste Jahr nach der langen Verletzung und dem ganzen Hin und Her war das bisher in Ordnung.

Sie sprechen das Hin und Her an. Sie spielten 2016/17 in ihrer ersten NBA-Saison mit den Chicago Bulls in den Play-offs. Nach dem zweiten NBA-Jahr folgte eine langwierige Fußverletzung. Erst 2019 heuerten Sie wieder beim spanischen Erstligisten San Pablo Burgos an. Wie würden Sie die letzten vier Jahre beschreiben?

Als sehr lehrhaft. Natürlich war auch Pech dabei. Ich habe aber auch davor viel Glück gehabt, dass ich überhaupt an diesen Punkt gekommen bin. Das gleicht sich immer ein bisschen aus. Ich bereue nichts, was ich gemacht habe und bin dankbar für die Chancen, die ich gekriegt habe. Ich bin zufrieden damit, wo ich jetzt bin.

Und wie lautet Ihr sportliches Fazit?

Jeder, der mal in der Halle bei einem NBA-Spiel war, weiß, dass die Stimmung dort eine andere ist. Auch die Motivation ist eine ganz andere. Man hat dort so viele Spiele, da hat man einen gewissen Rhythmus und Routine. Auch wenn man hier nicht unbedingt viel weniger spielt, zählt hier jedes Spiel so viel mehr als in der NBA. Das ändert sich dort natürlich in den Play-offs. Ansonsten wird das Spiel dort anders gespielt. Es sind sehr viele talentierte, athletische Spieler, alles passiert sehr viel schneller. In der Euroleague ist das Spiel kontrollierter und bedachter.

Können Sie sich denn vorstellen, noch einmal in die NBA zurückzukehren?

Die NBA habe ich noch nicht abgehakt. Sie ist aber für diese und die nächste Saison kein Thema. Ich freue mich, dass ich hier in München bin und einfach an Basketball denken kann.

Was können und wollen Sie mit den Bayern in dieser Saison noch erreichen?

Am Ende wollen wir natürlich Meister werden. In der Euroleague brauchen wir einen Lauf, das wissen wir auch. Wenn wir jetzt ein paar Spiele haben, in denen wir guten Basketball spielen und merken, dass wir einen solchen Lauf starten können, können wir es noch in die Play-offs schaffen. Es ist eine richtige Herausforderung, die vor uns liegt – aber die nehmen wir an.

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