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Basketball-Nationalmannschaft rüstet auf
Nächste Einbürgerung: Ehemaliger Riese Nick Weiler-Babb spielt für Deutschland

Neu-Nationalspieler und ihr früherer Trainer: John Patrick (r.) mit den Guards Jaleen Smith (l.) und Nick Weiler-Babb, die jetzt für Kroatien beziehungsweise Deutschland spielen. Foto: Eibner
Neu-Nationalspieler und ihr früherer Trainer: John Patrick (r.) mit den Guards Jaleen Smith (l.) und Nick Weiler-Babb, die jetzt für Kroatien beziehungsweise Deutschland spielen. Foto: Eibner
Nick Weiler-Babb läuft künftig für die Basketball-Nationalmannschaft auf. Der Bayern-Profi ist der dritte Ex-Ludwigsburger aus den USA, der in diesem Sommer bei europäischen Team anheuert.

Ludwigsburg/München. Nun auch Nick Weiler-Babb: Nach Jonah Radebaugh und Jaleen Smith wird ein weiterer ehemaliger Spieler der MHP-Riesen Ludwigsburg für ein europäisches Nationalteam auflaufen. Wie der Deutsche Basketball Bund am Freitag mitteilte, wird der 26 Jahre alte Guard des FC Bayern München künftig das deutsche Team verstärken. Weiler-Babb, der in der Saison 2019/20 unter Trainer John Patrick im Trikot der Riesen den Durchbruch in der Bundesliga schaffte, soll am Samstag in Köln zum EM-Kader stoßen. Die dafür nötige Einbürgerungsurkunde habe Weiler-Babb bereits erhalten. „Das ist sowohl für uns als DBB als auch für ihn eine tolle Sache. Er ist ein großartiger Typ, der gut in die Nationalmannschaft passen wird“, sagte Bundestrainer Gordon Herbert laut Mitteilung.

Fiba-Regeln erleichtern ausländischen Spielern Wechsel

Weiler-Babb hat deutsche Wurzeln und spielt seit 2020 für den FC Bayern, wo er kürzlich seinen Vertrag bis 2024 verlängerte. „Nach den großartigen Erfahrungen mit Bayern in der Euroleague freue ich mich auf die Möglichkeit, mich jetzt auch auf dem hohen Level der Nationalteams beweisen zu können. Die nachhaltige Perspektive mit einer EM in Deutschland, hoffentlich mit einer Weltmeisterschaft, Olympischen Spielen mit der deutschen Nationalmannschaft und einigem mehr, das reizt mich ungemein“, sagte Weiler-Babb. EM-Auftakt ist für die Deutschen am 1. September gegen Mitfavorit Frankreich.

Vor Weiler-Babb hatten bereits die Ex-Riesen Jaleen Smith (Alba Berlin) und Jonah Radebaugh (Valencia Basket) für Aufsehen gesorgt. Radebaugh lief vor gut einem Monat erstmals für die Nationalmannschaft Montenegros auf. Smith gab kürzlich bekannt, für die kroatische Nationalmannschaft zu spielen.

Möglich machen das die Regeln des Weltverbandes Fiba. Demnach dürfen Mannschaften pro Turnier einen Spieler einsetzen, der erst nach seinem 16. Geburtstag eingebürgert wurde. Von dieser Regel machen nun auch die Deutschen Gebrauch und verstärken sich in Weiler-Babb mit einem hochkarätigen und vielseitigen Guard. Zuvor hatte der DBB sich 2008 mit dem gebürtigen US-Amerikaner Chris Kaman verstärkt, der geäußert hatte, von deutschen Vorfahren abzustammen.

Handball-WM 2015 als mahnendes Beispiel

Solche Einbürgerungen sind ein zweischneidiges Schwert im Profi-Sport und werden nicht immer wohlwollend aufgenommen. 2017 hatte Wolfgang Brenscheidt, der Generalsekretär des Deutschen Basketball Bundes, gegenüber dem Deutschlandfunk gesagt, dass man mit den Regeln der Fiba gut leben könne, da lediglich ein Spieler spielberechtigt sei. Fälle wie im Handball, wo Katar für die Heim-WM 2015 einen Millionenbetrag ausgab, um mit Spielern aus ganz Europa schnellen sportlichen Erfolg einzukaufen, seien so im Basketball ausgeschlossen.

Für Freudensprünge sorgen solche Einbürgerungen dennoch nicht immer. „Ich finde die Entscheidung nicht richtig, einen Spieler einzubürgern, der keinerlei Verbindung zu unserem Land hat“, sagte etwa der spanische Basketball-Star Rudy Fernández im Juli in einer Pressekonferenz. Zuvor war der frühere NBA-Profi Lorenzo Brown per Eilverfahren eingebürgert und für die spanische Nationalmannschaft nominiert worden.

NBA-Star Joel Embiid bald für Frankreich auf dem Parkett

Zuletzt sorgte auch NBA-Star Joel Embiid für Schlagzeilen. Der gebürtige Kameruner von den Philadelphia 76ers bekam vor gut einem Monat ebenfalls im Eilverfahren die französische Staatsbürgerschaft. Ob der 2,13 Meter große Center aber auch bei der EM für Frankreich antreten – und dort zum Auftakt auf Weiler-Babb und das deutsche Team treffen – wird, ist noch unklar.