Logo

Basketball-Bundesliga

Oldenburgs Basketball-Legende Rickey Paulding verabschiedet sich mit Sieg gegen MHP-Riesen Ludwigsburg

Es ging um viel in diesem Spiel, aber im Fokus stand ein einziger Spieler, der den deutschen Basketball über 15 Jahre geprägt hat: Rickey Paulding. Der 39-Jährige absolvierte in Ludwigsburg sein letztes BBL-Spiel. Der 102:86 (47:51)-Triumph seiner EWE Oldenburg gegen unkonzentrierte MHP-Riesen war der gebührende Abschied für diese Basketball-Legende.

Von den Fans gefeiert: Rickey Paulding. Foto: Baumann
Von den Fans gefeiert: Rickey Paulding. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Gefühlt keiner der über 300 Fans, die eigens aus Oldenburg zu Pauldings Abschiedsvorstellung angereist waren, betrat ohne das gelbe Trikot mit der Nummer 23 und dem Namenszug „Paulding“ die Arena. Schon Minuten vor dem Tip-off feierten sie ihren Helden. Später nahm der Mann, der in 584 Spielen das Synonym für seinen Verein gewesen war, sein verdientes Bad in der Menge. „Oh Rickey Paulding“ schallte es noch eine Viertelstunde nach dem Schlussakkord durch die MHP-Arena, die zumindest an diesem Nachmittag zur uneinnehmbaren Festung „Pauldingburg“ mutiert war.

Stehende Ovationen von 300 Oldenburg-Fans

„Es war mir eine Ehre, dass ich Rickey Paulding sehen durfte, seit ich in der Liga bin“, lobte Riesen-Trainer John Patrick die Bodenständigkeit und Bescheidenheit seines Landsmannes, der schon seinen Kindern ein Vorbild gewesen sei, und fügte hinzu: „Er ist der Michael Jordan des deutschen Basketballs!“.

Auf dem Spielfeld, auf dem es für die Riesen immerhin um das Festigen des vierten Hauptrundenplatzes ging, traten die Gastgeber weniger ehrfürchtig auf. Allerdings nur ein Viertel lang hielten sie die Gäste mit gelungenen Dreipunktwürfen auf Distanz. Jordan Hulls, Jacob Patrick, James Woodard (2) und Jonah Radebaugh zeigten ein feines Händchen zur 29:23-Führung. Dann aber deutete sich bereits an, was Patrick anschließend so monierte: „Unsere Konzentration war nicht mehr da, mit derart vielen individuelle Ausfällen kann man sich nicht als Mannschaft präsentieren.“ Hielt die zwischenzeitlich auf elf Punkte ausgebaute Führung (36:25) noch bis zur Halbzeit (51:47) knapp, so machte sich danach der Kräfteverschleiß der zurückliegenden Bundesligaspiele bemerkbar. Oldenburg, das noch am Freitag Würzburg mit 113:87 nach Hause geschickt hatte, brannte ein wahres Feuerwerk ab: Angeführt von Topscorer T. J. Hollyfield (3 Dreier in Folge) und Bennett Hundt drehten sie das Spiel in eine 78:69-Führung.

Riesen in Vorbereitung auf Final Four

Danach lief es bei den Gästen wie am Schnürchen, phasenweise blieb den Riesen nicht mehr als de Rolle des verzweifelten Zuschauers.

Montag Regeneration, Dienstag Training, Mittwoch der Flug nach Bilbao – so sehen die nächsten Stunden für den Champions-League Final Four Teilnehmer aus. Am Donnerstag wird sich zeigen, wie die Riesen den Rückschlag verdaut haben. Gegen das spanische Überraschungsteam Baxi Manresa heißt es im Halbfinale hopp oder top.

Autor: