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Basketball

Patrick nimmt sein Team in die Pflicht

Trainer John Patrick hat das Basketball-Duell gegen Le Mans zum Charakterspiel erklärt. Der Einzug ins Achtelfinale ist für die MHP-Riesen Ludwigsburg in der Champions League dennoch fast unmöglich.

Unzufrieden mit seinem Team: Riesen-Coach John Patrick. Foto: Baumann
Unzufrieden mit seinem Team: Riesen-Coach John Patrick. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Für die MHP-Riesen Ludwigsburg stehen in der Gruppenphase der Basketball-Champions-League noch fünf Partien aus. Doch die Ausgangslage ist vor dem Duell heute Abend (20 Uhr/MHP-Arena) mit dem französischen Meister Le Mans äußerst schlecht. Mit sieben Niederlagen aus neun Partien haben die Ludwigsburger nur noch rechnerische Chancen auf einen Platz unter den ersten vier der Achtergruppe – und damit aufs Achtelfinale.

Trainer John Patrick gibt sich dennoch kämpferisch: „Es ist nicht unmöglich. Wir wollen unbedingt gegen Le Mans zu Hause gewinnen.“ Nach der deutlichen 62:86-Niederlage bei den Telekom Baskets Bonn geht es für den Coach aber um mehr als den Sieg: „Für mich ist das ein Charakterspiel“, sagt Patrick, den die Niederlage in der früheren Bundeshauptstadt ärgerte: „Dass wir so viele individuell schlechte Leistungen und in der Verteidigung keine Körperspannung hatten, war ärgerlich für mich. Das war eine peinliche Niederlage.“

Zwei Gesichter im Hinspiel

Im Hinspiel gegen Le Mans unterlag Ludwigsburg nach guter Defensiv-, aber unterirdischer Offensivleistung mit 54:64. Wie schon am dritten Spieltag treffen auch heute zwei Mannschaften aufeinander, die in der heimischen Liga den Erwartungen hinterherhinken. Titelverteidiger Le Mans um Spielmacher Michael Javon Thompson ist in Frankreich nur Tabellenzehnter und verlor drei seiner letzten vier Ligaspiele.

Mit einem Sieg heute Abend könnte Ludwigsburg die Mini-Chance auf das Achtelfinale wahren und sich im Rennen um die Plätze 5 und 6 in Position bringen.

Denn die beiden Ränge berechtigen zur Teilnahme am Achtelfinale des Fiba Europe Cup, dem schwächeren Pokalwettbewerb des europäischen Verbandes.

Sollten die Riesen nach 14 Gruppenspielen auf Platz 5 oder 6 stehen, bekommen sie laut Richtlinien der Champions League die Möglichkeit, dort in der Runde der letzten 16 weiterzuspielen. Der Club kann aber auch verzichten. Die Riesen sehen sich im Falle einer Qualifikation vor allem mit zwei Fragen konfrontiert. Lohnt sich der Wettbewerb finanziell? Ist die Bundesliga nicht wichtiger als der sportlich schwächste europäische Wettbewerb?

Anders als im Vorjahr werden die Riesen in dieser Saison wohl bis zum Ende um die Teilnahme an den Play-offs kämpfen müssen. Derzeit sind die Schwaben mit Rang acht gerade so innerhalb der Endrunden-Ränge.

„Ich mache mir da noch keine Gedanken. Wir wollen die Champions-League-Spiele, die wir noch haben, gewinnen und dann schauen wir mal, was wir machen“, sagt der 1. Vorsitzende Alexander Reil, betont aber auch: „Die Liga ist unser Kerngeschäft.“ Und da besteht noch Luft nach oben.

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