Logo

Basketball-Bundesliga

Riese Radebaugh ist ein harter Arbeiter

Mit kleinen personellen Veränderungen gehen die MHP-Riesen Ludwigsburg heute in das Schwabenderby der Basketball-Bundesliga gegen Ratiopharm Ulm. Mit den Zugängen ist Trainer John Patrick bisher zufrieden. In Jonah Radebaugh sieht er viel Potenzial.

Hat nichts geschenkt bekommen: Jonah Radebaugh.Foto: Baumann
Hat nichts geschenkt bekommen: Jonah Radebaugh. Foto: Baumann
350_0900_29696_Teamvergleich_080121.jpg

Ludwigsburg. Wenn die MHP-Riesen Ludwigsburg und Ratiopharm Ulm in der Basketball-Bundesliga aufeinander treffen, geht es stets stimmungsvoll zu. Doch die hitzige Atmosphäre der ausverkauften Hallen wird es beim heutigen Schwabenderby (20.30Uhr/Magentasport) aufgrund der Coronavirus-Pandemie nicht geben. Dennoch steckt für die Riesen einige Brisanz in dem Spiel, die Ludwigsburger wollen ihre 72:92-Niederlage im Pokal vor 77 Tagen wiedergutmachen. „Für uns ist das ein Revanche-Spiel“, sagt auch Riesen-Trainer John Patrick.

Seit dem ersten Aufeinandertreffen im Oktober hat sich allerdings einiges getan. Bei Ulm ist unter anderem Small Forward Demitrius Conger dazugekommen, der gebürtige Österreicher Thomas Klepeisz ist nach mehreren Verletzungen wieder fit und wurde mittlerweile eingebürgert. Doch auch beim Tabellenführer aus Ludwigsburg gab es Veränderungen, vor allem in den vergangenen Tagen. Topscorer Elias Harris (15,6 Punkte pro Spiel) hat den Club verlassen und sich dem spanischen Erstligisten Saragossa angeschlossen, dafür kamen mit Jonah Radebaugh und Austin Wiley zwei neue Akteure dazu. Da kam es gelegen, dass die Ludwigsburger nach den intensiven Dezemberwochen zuletzt eine ganze Trainingswoche hatten. „Beide haben schnell unser Konzept verstanden“, sagt Patrick. „Wir wollten Spieler, die unsere Teamchemie nicht kaputt machen. Ich glaube, das ist uns gelungen.“

Radebaugh kam bereits Mitte Dezember nach Ludwigsburg und scheint schon durch seine Vita in Patricks Team zu passen. Der US-Amerikaner erhielt nach der Highschool kein Sportstipendium, wie es eigentlich für talentierte Spieler üblich ist. Dennoch erkämpfte er sich einen Platz im College-Team der University of Northern Colorado. Das Vertrauen zahlte er aus, indem er dreimal zum besten Verteidiger der Big Sky Conference gewählt wurde. „Er hat für alles hart gearbeitet und ist zu einem der besten Spieler in der Geschichte seiner Universität geworden“, betont Patrick. Ehrgeizige Spieler, die gut verteidigen, genau solche Leute sucht Patrick für seinen Spielstil, die berüchtigte Ganzfeldverteidigung. „Ich bin davon überzeugt, dass man seine Grenzen erweitern kann und sich durch harte Arbeit neue Türen öffnen“, erklärt Radebaugh selbst. „Für mich hat sich diese Tür im College geöffnet. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Auch bei seinem Wechsel von den Köping Stars in Schweden nach Ludwigsburg bewies er Initiative. Als die Riesen Interesse für einen Probevertrag signalisierten, brachte der 23-Jährige die im Vertrag festgeschriebene Ablösesumme selbst auf – obwohl nicht sicher war, ob er bei den Schwaben überzeugen kann. „Das hat ein Risiko, aber auch eine große Chance mit sich gebracht“, sagt der 1,91Meter große Guard.

Patrick sieht in Radebaugh viel Potenzial und will ihn nicht auf seine gute Verteidigung und seine Einstellung reduzieren. „Er erinnert mich an Jaleen Smith. Er war ähnlich und hat sich dann zu einem Allrounder entwickelt und ist jetzt ein MVP-Kandidat.“

Autor: