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Basketball

Riesen als Spaßbremse

Die MHP-Riesen Ludwigsburg haben das Schwabenderby in der Basketball-Bundesliga bei Ratiopharm Ulm mit 94:76 gewonnen.

Die Ulmer Grant Jerrett (rechts) und Archie Goodwin strecken sich gegen die abgeklärten Riesen um Cameron Jackson vergeblich.Foto: G. Rübenach
Die Ulmer Grant Jerrett (rechts) und Archie Goodwin strecken sich gegen die abgeklärten Riesen um Cameron Jackson vergeblich. Foto: G. Rübenach

Ulm. Wie ein Cowboy, der seine Pistolen im Halfter verstaut, ging Jaleen Smith in Richtung Mittellinie. Nach einem verwandelten Dreipunktewurf im Schlussviertel ließ der Ludwigsburger Guard allerdings nicht etwa zwei Pistolen verschwinden, sondern seine jeweils zu einer drei geformten Hände. Per Dreier erstickte er den mehrfach aufkeimenden Enthusiasmus der Heimfans zur vorentscheidenden 76:67-Führung der MHP-Riesen Ludwigsburg bei Ratiopharm Ulm. Smith und seine Kollegen entwickelten sich in der Basketball-Bundesliga zu Euphoriebremsen und siegten am Ende mit 94:76.

Angeführt vom starken Grant Jerrett gingen die Gastgeber sogar mit 15:3 in Führung. „Wir hatten keinen guten Start“, sagte Riesen-Coach John Patrick später. „Ulm war gut vorbereitet.“ Für allzu viel Optimismus sorgte die frühe Führung beim Ulmer Coach Jaka Lakovic allerdings nicht. „Ich war mir sicher, dass Ludwigsburg zurückkommen würde. Das haben sie in den letzten Spielen auch gezeigt“, sagte der Slowene, der damit recht behalten sollte.

Kurz vor Ende des ersten Viertels verkürzte Khadeen Carrington für Ludwigsburg bereits auf 21:23. Erneut Carrington und Tanner Leissner aus der Distanz brachten den Riesen ihre erste Führung. Carrington, Cameron Jackson, der für den angeschlagenen Thomas Wimbush in den Kader rückte, und Konstantin Konga stellten mit einen 8:0-Lauf auf 40:29.

Die Ulmer, angetrieben von 5930 Zuschauern, kämpften sich immer wieder zurück – auf teilweise spektakuläre Weise. So auch beim Alley-Oop-Anspiel von Tyler Harvey auf Derek Willis, der im dritten Viertel per Dunk auf 51:56 verkürzte. Doch inmitten des Ulmer Jubels wurde stets ein Riese zur Spaßbremse. Nun war es Carrington, der per Dreipunktspiel auf 59:51 stellte.

„Wir haben härter gekämpft“, sagte Kapitän Konga, der mit acht Punkten und sieben Rebounds zwei Saisonbestwerte markierte. Den gleichen Eindruck hatte Smith, der auf 19 Punkte und neun Rebounds kam: „Zwischenzeitlich hat Ulm so physisch gespielt wie im ersten Viertel. Da hat es sich angefühlt, als könnten sie zurückkommen.“ Doch nach dem 64:68 machte Marcos Knight fünf schnelle Punkte. Gleichzeitig wollte bei den Gastgebern aus der Ferne wenig fallen. Lediglich sechs von 29 Dreiern fanden ihren Weg ins Ziel.

Anders war es bei den Riesen. Nach Smiths Dreier zum 76:67 und anschließendem Cowboy-Jubel war die Partie entschieden und die Gäste zogen davon.

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