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Basketball

Riesen-Aufholjagd in Bamberg kommt zu spät

Die Aufholjagd wurde durch die Schlusssirene gestoppt. Nach verschlafenem Beginn ging den Ludwigsburgern beim 68:75 in Bamberg die Zeit aus.

Ludwigsburgs Jonas Wohlfahrt-Bottermann (links) und Kameron Taylor strecken sich nach dem Ball. Foto: Daniel Löb
Ludwigsburgs Jonas Wohlfahrt-Bottermann (links) und Kameron Taylor strecken sich nach dem Ball. Foto: Daniel Löb

Bamberg. Um ein Uhr nachts wurde das Riesen-Team wegen eines Feueralarms aus dem Schlaf gerissen. Fünf Minuten musste das Team in der Nacht vor dem Topspiel der MHP-Riesen Ludwigsburg bei Brose Bamberg vor dem Hotel verweilen, ehe es zurück ins Bett ging. Womöglich war das ein Grund, weshalb die Ludwigsburger den Beginn der Partie völlig verschliefen. Die große Hypothek aus den ersten Vierteln konnten die Ludwigsburger bei der 68:75-Niederlage im Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga nicht mehr aufholen.

Riesen-Trainer John Patrick hatte Tags zuvor vor den robusten Centern der Bamberger gewarnt. Ein Mittel gegen die großen Spieler unter dem Korb fand seine Mannschaft im ersten Viertel allerdings nicht. Die Körperlichkeit von Assem Marei und Louis Olinde stellte die Riesen vor enorme Probleme. 14 Punkte erzielten Marei und Olinde zusammen, um die Bamberger mit 16:4 in Front zu bringen. 77 Prozent Feldwürfe versenkten die Gastgeber im ersten Viertel, in dem sie auf 25:12 davonzogen.

Besser starteten die Gäste in den zweiten Abschnitt. Jaleen Smith und Nick Weiler-Babb verkürzten auf 17:25, doch Bamberg zog direkt wieder die Zügel an. Sechs Punkte in Serie von Retin Obasohan und Foulprobleme der Ludwigsburger ebneten den Weg für einen 10:0-Lauf der Gastgeber. Die zeigten auch in der Defensive ihre Dominanz unter dem Korb. Khadeen Carringtons Versuch, noch einmal vor der Halbzeit zu verkürzen, wurde von Marei resolut abgeräumt. Mit 43:24 ging es in die Pause. „In der ersten Hälfte waren wir in einem Loch“, sagte Riesen-Coach John Patrick später.

Erst nach Wiederbeginn war es plötzlich das Spitzenspiel auf Augenhöhe, das die Fans erwartet hatten. „Es war nicht ästhetisch, aber wir haben gekämpft“, sagte Patrick. Neun Punkte in Serie von Carrington konterte Olinde mit einem Dreier und einem krachenden Dunk. Es ging hin und her, das Spiel wurde immer intensiver und die Ludwigsburger kämpften sich zurück. Marcos Knight, Ariel Hukporti und Jaleen Smith verkürzten den Rückstand vor dem Schlussviertel auf zehn Punkte.

Zeit zum Durchatmen gab es auch im letzten Durchgang nicht. Carrington eröffnete das Viertel mit einem spektakulären Dunk. Kurz darauf stürzte Weiler-Babb nach einem Zug zum Korb unglücklich auf die Schulter, musste das Feld gestützt von Sanitätern verlassen und in einer Klinik untersucht werden. Da das Spiel nicht unterbrochen wurde, erzielte Christian Sengfelder per Dreier das für die Riesen bittere 62:49 für Bamberg.

Auch dieser Rückschlag brachte die Gelb-Schwarzen nicht ins Wanken. Smith und Jonas Wohlfahrt-Bottermann brachten die Gäste fünf Minuten vor Ende auf sieben Punkte heran. Die Heimfans wurden ungeduldig. Die Spieler blieben aber abgezockt und hielten die Riesen auf Distanz.

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